Der Widerstand hat ein Gesicht

hubert_galozy-widerstand2Angela Merkel stellte sich beim Bürgerdialog ausgewählten Menschen zu verschiedenen Themen, unter anderem auch zur Energiewende. Direkt dabei war Hubert Galozy, der der Politik bereits vom Bayerischen Energiedialog bekannt ist.

Nur verständlich war, dass aufgrund der aktuellen Nachrichtenlage das Thema „Flüchtlinge“ das Top-Thema war. Aber auch die Trassengegner machten auf sich aufmerksam. Etwa 200 Demonstranten versammelten sich vor der Nürnberger Kaiserburg. Hubert Galozy gelang es zum Ende des des Bürgerdialogs das Thema Trassen zur Sprache zu bringen und wird Angela Merkel mit seiner direkten Art sicher in Erinnerung bleiben. Damit hat der Stromtrassenwiderstand ein Gesicht. Von München bis Berlin haben die Trassengegner mit ihrem Engagement bewiesen, dass das Thema Monstertrassen noch lange nicht vom Tisch ist. 

Einen Beitrag des BR gibt es hier: http://www.br.de/mediathek/video/sendungen/frankenschau-aktuell/merkel-nuernberg-buergerdialog-102.html

6 Gedanken zu „Der Widerstand hat ein Gesicht“

  1. Für mich hat nicht nur Widerstand ein Gesicht, sondern auch die Unfähigkeit, nämlich das von Frau Merkel.
    Eine Bundeskanzlerin, die auf den Wortbeitrag von Hubert folgende Aussage trifft, hat für mich nichts an der Regierungsspitze zu suchen:
    „Dass wir gar nichts brauchen und trotzdem die ganze Energiewende machen können und der ganze Strom im Norden erzeugt wird und nicht irgendwie in den Süden kommen muss, das glaube ich wiederum nicht. Da bleibt noch ein Dissens zwischen uns, aber den können wir vielleicht in weiteren Diskussionen mit Initiativen wie Ihren und anderen weiter austragen“.

    Sehr geehrte Frau Merkel, wir müssen hier keinen Dissens austragen, das hat nichts mit Glauben zu tun. Übrigens hat mein Mathelehrer bei Antworten mit „ich glaube“ immer gesagt: „Glauben kannst Du in der Kirche“. Anstatt zu glauben, sollten Sie sich einfach mit den Tatsachen beschäftigen. Die geplante HGÜ-Leitung (Korridor D) wird für den europäischen Stromhandel und für den Transport von Braunkohlestrom benötigt. Für die Versorgungssicherheit Bayerns ist der Korridor D überflüssig!!! Hierzu gibt es zahlreiche Stellungnahmen u.a. von Prof. Dr. Christian von Hirschhausen, die Ihren Glauben widerlegen und in Tatsachen umwandeln.

    1. Ein zutreffender Vergleich, das mit den Gesichtern. Und das mit dem Glauben haben die Lehrer früher auch gesagt. Es war deutlich zu sehen, dass der Bundeskanzlerin diese Bemerkungen eher unangenehm waren, sie hatten die üblicherweise zu sehende Nonchalance für einen kurzen Moment verschwinden lassen. Aber, Frau Bundeskanzlerin, das hätten Sie sich doch denken können, dass wir Trassengegner nicht so leicht abzuwimmeln sind und uns mit stereotyp wiederholten Halbwahrheiten nicht zufrieden geben. Oder haben Ihnen Ihre Referenten noch nicht gesagt, dass kein überschüssiger Windstrom aus dem Norden in den Süden transportiert werden kann, weil der im Norden selbst benötigt wird? Und dass die geplanten HGÜ, sowohl SüdLink als auch HGÜ Süd Ost, Korridor D und ebenfalls der beinahe lautlos geplante und gebaute Westlink (Ultranet von Osterath/ Nordrhein-W nach Philippsburg/ Ba-Wü) Kohlestrom und die östlich/westlich verlaufenden sogar zusätzlich Atomstrom transportieren werden? Den europäischen Stromhandel sollen diese Leitungen fördern, nicht die Energiewende. Das sagt selbst die Bundesnetzagentur im genehmigten Netzentwicklungsplan Strom.

  2. Von einer Atomphysikerin erwarte ich, dass sie mit Zahlen umgehen kann. Aber eine Merkel redet immer anders als sie denkt. Hilfe von ihrer Seite kann die Atomlobby erwarten aber nicht die Trassengegner.
    Mich würde wirklich interessieren, was fließt in der HGÜ wenn es keinen Wind gibt.
    Der im Norden fluktuierende und überflüssige, Strom soll nach Bayern geschickt werden. Warum ist der Strom überflüssig? Weil nach der Gier ausgebaut wurde und nicht nach dem Verstand, denn immerhin gibt es 19Cent für die Offshore kWh. Netzbetreibern, Bundesnetzagentur und dem BMWi ist es bekannt, dass dieser ungeregelte Strom nicht grundlastdeckend ist und deshalb konventionelle Kraftwerke die Grundlast decken müssen. So lautet auch die Bedarfsrechnung der BNA.
    Es wäre eine Kleinigkeit wenn gesetzlich beschlossen würde, Ausbau schon, jedoch nur mit Regelenergie, ohne diese gibt es keine Genehmigung. Dieser Strom würde dann 2 Standbeine haben und wäre grundlastdeckend. Das würde bedeuten der Strom kann im Norden bleiben.
    Nachfolgend ein Einwohnervergleich: Bayern mit dem Norden Deutschlands.
    Städte über 100 000 Einwohner im Norden: Berlin (3 375 000 Einwohner), Hamburg (1 734 000), Hannover (514 137),Bremen (546 000), Oldenburg (158 000), Bremerhaven (108 000), Kiel (239 866) Lübeck (211 713), Wolfsburg (122 457), Bielefeld (328 000) Rostock (202 887)
    Städte über 100 000 Einwohner in Bayern: München (1 388 000), Augsburg (272 699), Nürnberg (495 121) Ingolstadt (133 400) Regensburg (138 296) Würzburg (124 577)=zusammengezählt sind diese bayrischen Einwohner nicht einmal so viel wie die Berliner Einwohner.
    Bayern hat was die regenerative Energie betrifft einen sehr guten Mix, dabei meine ich Biogasanlagen, PV- und Windkraftanlagen, Holzwirtschaft und Wasserkraftwerke. Mit diesem unregelmäßigen Offshorewindstrom würde dieser Mix gewaltig gestört.
    Aber es ist ja gar nicht die Absicht, dass der Offshore-Strom in Bayern bleibt, er soll weiter geschickt werden. Er soll den Strompreis, wenn sehr viel Wind weht, an der Strombörse drücken, das betrifft aber nicht die deutschen Stromzahler, denn um so weniger für diesen hoch subventionierten Strom eingenommen wird um so höher werden dessen Kosten, da sie die EEG Umlagen bezahlen müssen.
    Da sagt nun der Chef der Lechwerke in einem Interview mit der Augsburger -Allgemeinen:
    „Das Verteilnetz macht 99 Prozent der Leitungen in unserem Gebiet aus, das Übertragungsnetz nur etwas mehr als ein Prozent. Bei einer dezentralen Energieerzeugung ist das Verteilnetz das Rückgrat der Energiewende.“
    http://www.augsburger-allgemeine.de/wirtschaft/Das-sind-die-Fehler-der-Energiewende-id35606512.html
    Bayern hat 7 Regierungsbezirke. Wie wäre es wenn jeder Regierungsbezirk einmal durchrechnen würde, wie viel Prozent seines Strombedarfs er mit regenerativer Energie aber diese nur zusammen mit der notwendigen Regelenergie decken kann. Regelenergie meine ich Blockheizkraftwerke also KWK, Hybridkraftwerke oder normale Gaskraftwerke, in wie weit müsste dann nicht mehr abgeregelt werden, das heißt subventionierter Strom würde tatsächlich dem Verbraucher zur Verfügung stehen.
    Wie hoch wären aber dann die Stromkosten? Das wird die größte Frage sein. – Energiewende kann nur mit einer Planung von unten nach oben gelingen. Da unsere Politik es aber umgekehrt macht, wurde ein ziemliches Durcheinander geschaffen, was in absehbarer Zeit das Ende der Energiewende bedeuten wird, denn der deutsche Stromkunde will bestimmt nicht die Subventionen bezahlen damit dieser Strom dann im Ausland verbraucht wird und dadurch dort der Strompreis sinken kann. Deutschland aber im Gegenzug teuren CO2 freien Atomstrom aus den Ländern wie Tschechien, Polen und Frankreich beziehen muss.
    Dieser Sachverhalt ist auch in dem DENA-Bericht von 2012 so ähnlich erklärt.
    So steht hier u. a.:Deutschland wird bis 2050 zum Netto-Stromimporteur, wobei dafür die grenzüberschreitenden Netze erheblich ausgebaut werden müssen.
    (Sollten bis dahin die Kohlekraftwerke abgeschaltet sein, wird es Atomstrom sein, den wir importieren)
    Die EE werden zwar 2050 über 80 Prozent des Stroms liefern, aber nur knapp 24 Prozent der gesicherten Leistung stellen,
    (d.h. die Differenz zwischen 80% und 24% ist also 56% nicht lastendeckender Überschuss der mittels der transeuropäischen Netze über Europa verteilt werden soll).
    2050 stellen fossile Kraftwerke 60 Prozent die gesicherte Leistung.
    (fossile Kraftwerke sind Kohle-, Atom- und Gaskraftwerke)
    .…gesicherte Leistung müsste auf Basis von verbindlichen Verträgen aus dem Ausland bereitgestellt werden.
    Die Frage wäre: gibt es hier schon Verhandlungen z. B. mit Tschechien und Polen, die in ihrer künftigen Energiepolitik auf Atomstrom setzen.
    Zu lesen: http://www.dena.de/presse-medien/pressemitteilungen/2050-stellen-fossile-kraftwerke-60-prozent-der-gesicherten-leistung.html
    Diese Planung so kann ich mir vorstellen ist ganz im Sinne einer Atomphysikerin.
    Sollten ihre Umfragewerte jedoch weiterhin sinken, wird sie sich an jeden Strohhalm klammern um weiterhin regieren zu können, da könnten natürlich die Trassengegner als Wähler wieder interessant werden, aber nur so lange bis die Wahl vorbei ist.

    1. @ Feststellung
      Ganz einfach, wenn es keinen Wind gibt, wird Kohlestrom eingespeist. Deshalb lag der Anfangspunkt der HGÜ Süd Ost ursprünglich bei Lauchstätt in Sachsen-Anhalt und wurde dann nach Wolmirstedt verlegt, weiter im Norden von Sachsen Anhalt gelegen. das verbuchte man unter „Opportunitätskosten der Akzeptanz“, will heißen dort gibt es ein paar Windräder mehr. Man wollte der Öffentlichkeit damit beweisen, dass grüner Strom transportiert wird. Jedoch ist man da in unmittelbare Nähe der logistisch hervorragend angebundenen Braunkohletagebaue der Lausitz gekommen und hat die Planungen der Kraftwerkserweiterungen als Vorteil gesehen. Das drohen nun die Verkaufspläne von Vattenfall zu torpedieren. Greenpeace hat ein Kaufangebot gemacht, will den Braunkohletagebau in eine Stiftung überführen und einen Ausstiegsplan erstellen. Ich wünsche ihnen viel Erfolg. damit wäre eine Stromquelle für die HGÜ Süd Ost gefährdet. Mit dem SüdLink stallt es sich ähnlich dar. Der beginnt in der Nähe des Steinkohlekraftwerks Moorburg. Die Kohle für Moorburg wird in Südamerika abgebaut und zerstört dort den Lebensraum der Menschen, insbesondere der indigenen Bevölkerung. In riesigen Containerschiffen wird diese Steinkohle nach Hamburg gebracht. Und wenn die Kohle alle ist, gibt es aus dem Osten Atomstrom, die EU-Subventionen gibt es schon.

  3. Das neue Header-Bild übertrifft alle Vorangegangenen, es ist nicht mehr zu toppen. Wie kann man das nur so hinbekommen, dass es das Gesicht von Hubert Galozy ist und dann doch wieder den rebellischen Eindruck von Che Guevara vermittelt. Als Poster würde ich es gleich in meinem Wohnzimmer aufhängen.
    Also Frank ich kann nur sagen ich bewundere Dein Können. Wir d. h. sämtliche BI´s müssen Dir unendlich dankbar sein, nur durch Deine aufwendige Arbeit und innovativen Ideen ist es gelungen diesen Zusammenhalt der BI´s zu erreichen und dass zumindest der harte Kern nie aufgab, wo immer auch die Trasse verlaufen sollte. Vielen Dank

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