Wel­che Pro­ble­me gibt es

Die Gleich­strom­pas­sa­ge Süd-Ost ist angeb­lich not­wen­dig, um Wind­strom aus dem Nor­den nach Süden zu trans­por­tie­ren und damit den Weg­fall der baye­ri­schen Atom­kraft­wer­ke zu kom­pen­sie­ren, von denen das letz­te 2022 abge­schal­tet wer­den soll. Gro­ße Zwei­fel sind vor­han­den, und berech­tigt! Denn die Tras­se beginnt in Bad Lauch­städt in Sach­sen-Anhalt und damit mit­ten in einem Gebiet, in dem ein Groß­teil der deut­schen Braun­koh­le­kraft­wer­ke betrie­ben wird.

Durch den Bau der Gleich­strom­pa­sa­ge Süd-Ost wird es erheb­li­che Ein­schnit­te in die Natur geben. Men­schen, beson­ders Anwoh­ner nahe der Tras­se wer­den mas­siv beein­träch­tigt. Nicht nur, dass die gesund­heit­li­chen Fol­gen der hier ein­ge­setz­ten Über­tra­gungs­tech­nik noch nicht erforscht sind, es wird auch einen erheb­li­chen wirt­schaft­li­chen Scha­den für die Anwoh­ner geben.

Die gewinn­ori­en­tier­te Ampri­on GmbH, die zu einem Kon­sor­ti­um von Finanz­in­ves­to­ren wie Com­merz­bank oder RWE gehört, nimmt offen­bar kei­ne Rück­sicht auf Mensch und Natur.

Eine offen­sicht­lich schlecht geplan­te Tras­se wur­de den Bür­gern in einer mehr als schlech­ten Prä­sen­ta­ti­on von Ampri­on vor­ge­setzt.

Pro­ble­me tre­ten meh­re­re auf, zum einen gesund­heit­li­che, zum ande­ren wirt­schaft­li­che. Aber auch pla­ne­ri­sche Pro­ble­me darf man nicht außer acht las­sen. Auf der Infor­ma­ti­ons­ver­an­stal­tung am 29.01.2014 in Nürn­berg kam sogar das Pro­blem des Ter­ro­ris­mus zur Spra­che.

Gesund­heit­li­che Pro­ble­me
Aus­wir­kun­gen auf die Gesund­heit sind bei der geplan­ten Hoch­span­nungs-Gleich­strom-Über­tra­gungs­tech­nik (HGÜ) noch sehr wenig bis gar nicht erforscht. Eine unver­öf­fent­lich­te Stu­die der Uni Bris­tol hat gezeigt, das die Gefahr besteht, dass durch die Hoch­span­nung soge­nann­te Coro­na-Ionen abge­ge­ben wer­den, die sich mit ver­schmutz­ten Par­ti­keln ver­bin­den. Die­se Par­ti­kel, die noch in eini­gen hun­dert Meter Ent­fer­nung nach­ge­wie­sen wur­den, kön­nen ein­ge­at­met wer­den. Durch die sta­ti­sche Auf­la­dung der ver­schmutz­ten Par­ti­kel haben die­se eine erhöh­te Wahr­schein­lich­keit in der Lun­ge haf­ten blei­ben. Die­ses Phä­no­men kann  man gut am Staub auf der Glas­schei­be eines Röh­ren­fern­se­hers nach­voll­zie­hen. Das Ein­at­men solch ver­schmutz­ter Par­ti­kel hat vor allem bei Kin­dern eine erhöh­te Wahr­schein­lich­keit zur Fol­ge an Leuk­ämie zu erkran­ken. Der Netz­be­trei­ber Ampri­on wird wohl nie zuge­ben, dass die von ihm geplan­te Strom­tras­se gesund­heits­schäd­lich sein könn­te.

Wirt­schaft­li­che Pro­ble­me
Die geplan­te Strom­tras­se wird an vie­len Kom­mu­nen in Bay­ern direkt vor­bei­lau­fen. Der wirt­schaft­li­che Scha­den für Grund­stück­be­sit­zer wird in die­sen Gebie­ten immens sein, da allein durch den Anblick die­ser “Mons­ter­mas­ten” der Wert der Grund­stü­cke rapi­de fal­len wird.

Pla­nungs­schwie­rig­kei­ten
Die Pla­nung beruht auf soge­nann­ten Raum­wi­der­stands­klas­sen, die­se Raum­wi­der­stands­klas­sen wer­den anhand von Kate­go­ri­en bestimmt. Ein Wohn­ge­biet oder ein Schutz­ge­biet haben eine hohe Wider­stands­klas­se und wer­den ent­spre­chen kate­go­ri­siert. Für vie­le Betrof­fe­ne ist an die­ser Stel­le unver­ständ­lich, war­um der Nürn­ber­ger Reichs­wald umgan­gen wird, wäh­rend Wohn­sied­lun­gen teil­wei­se direkt über­quert wer­den.  Natur­schutz­ge­bie­te sind wich­tig, da sind sich alle einig, aber höher als Men­schen soll­ten sie nicht kate­go­ri­siert wer­den.

Laut Ampri­on wer­de bevor­zugt mit bestehen­den Tras­sen geplant, genau­so wie vor­zugs­wei­se in Auto­bahn­nä­he gebaut wer­den soll. Unver­ständ­lich ist des­halb war­um die Tras­se die Auto­bahn A9 zwi­schen Hor­mers­dorf und Hilt­polt­stein ver­lässt. Ampri­on for­dert die Bür­ger auf, in der Pla­nung even­tu­ell nicht berück­sich­tig­te Raum­wi­der­stands­klas­sen zu mel­den.

Ter­ro­ris­mus / Umwelt­ein­flüs­se
Die geplan­te Gleich­strom­pas­sa­ge Süd-Ost wird die Nabel­schnur für die Ener­gie aus dem Nor­den sein. Soll­te die­se frei­ste­hen­de Tras­se durch mut­wil­li­ge Zer­stö­rung oder Umwelt­ein­flüs­se (sehr kal­te Win­ter mit hoher Schnee­last oder Stür­me) Scha­den neh­men, wäre der Süden von der Ener­gie abge­schnit­ten. Ziel soll­te es daher sein, eine dezen­tra­le Lösung zu fin­den.