Kon­sul­ta­ti­on



* = Pflicht­an­ga­ben

Eige­ne Daten

Bun­des­netz­agen­tur
Refe­rat 803
Post­fach 8001
53105 Bonn

E-Mail Adres­se: vorhaben5(at)bnetza.de

Anschrift der BNetzA

Sehr geehr­te Damen und Her­ren,

gemäß §9 NABEG möch­te ich zu den ver­öf­fent­lich­ten Unter­la­gen für das Vor­ha­ben 5, Abschnitt D (Raum Schwan­dorf – Isar) fol­gen­de Stel­lung­nah­me abge­ben.

Von die­ser Maß­nah­me sind nicht nur die Anrai­ner, son­dern alle Strom­ver­brau­cher viel­fach betrof­fen. Der Bau die­ser Gleich­strom­tras­se muss gene­rell ablehnt wer­den. Bit­te beach­ten Sie dazu die fol­gen­de Begrün­dung:

Anre­de

Von einer voll umfäng­li­chen Behör­den- und Öffent­lich­keits­be­tei­li­gung, wie vom Gesetz gefor­dert, kann kei­ne Rede sein. Bei einem Pro­jekt die­ser Grö­ßen­ord­nung mit einem rie­si­gen Kos­ten- und Umwelt­schä­di­gungs­po­ten­ti­al sind alle Men­schen in Deutsch­land Betrof­fe­ne, denn alle sind auch Strom­ver­brau­cher. Die Aus­le­gung auf die Regi­on oder den Online­zu­gang zu beschrän­ken ist daher nicht zuläs­sig. Ein gro­ßer Teil von Inter­es­sier­ten ist nicht in der Lage, das Inter­net zu nut­zen oder zu den Aus­le­gungs­or­ten zu rei­sen. Die Unter­la­gen müs­sen zwin­gend zumin­dest in jedem Land­rats­amt zur Ver­fü­gung ste­hen.

Text­bau­stein 1 – Bei Bedarf das Käst­chen akti­vie­ren

Der Sue­dOst­Link ist ein­deu­tig gegen die Ener­gie­wen­de gerich­tet. Die aktu­el­le Geset­zes­la­ge blo­ckiert den Aus­bau der erneu­er­ba­ren Ener­gi­en, damit auch an Stark­wind­ta­gen im Nor­den der Abtrans­port von Strom aus Braun­koh­le ohne Ein­bu­ßen mög­lich ist. Umge­kehrt erhal­ten wir dann über die­se Tras­sen wie­der Ener­gie von Kern­kraft­wer­ken aus den Nach­bar­län­dern. Braun­koh­le­strom ver­hin­dert die Ener­gie­wen­de. Das vor­ge­schla­ge­ne Aus­stiegs­sze­na­rio bis 2038 wird die Kli­ma­er­wär­mung nicht stop­pen. Das gilt für alle in Pla­nung befind­li­chen Gleich­strom­tras­sen

Text­bau­stein 2 – Bei Bedarf das Käst­chen akti­vie­ren

Der Kor­ri­dor TKS 094 durch­schnei­det das größ­te geschlos­se­ne Wald­ge­biet in der Regi­on Regens­burg. Davon betrof­fen ist das euro­päi­sche Natur­schutz­ge­biet „Tro­cken­hän­ge am Donau­rand­bruch“ (nach FFH-Richt­li­nie) mit sei­nen wert­vol­len Eichen­wäl­dern. Die­se Wäl­der sind Lebens­raum für streng geschütz­te Tier­ar­ten wie Gelb­bau­chun­ken, Gro­ßes Maus­ohr (Fle­der­maus) und Hirsch­kä­fer. Das Gebiet ist außer­dem land­schaft­li­ches Vor­be­halts­ge­biet und als Bann­wald geschützt.

Text­bau­stein 3 – Bei Bedarf das Käst­chen akti­vie­ren

Die neue Thü­rin­ger Strom­brü­cke und wei­te­re Tras­sen von Nord nach Süd sichern die Ener­gie­ver­sor­gung in Bay­ern nach dem Aus­stieg aus der Kern­kraft. Bei Bedarfs­spit­zen ste­hen fle­xi­ble Gas­kraft­wer­ke zur Ver­fü­gung, die auch mit grü­nem Methan betrie­ben wer­den kön­nen. In die­sem Zusam­men­hang muss auch ein Aus­stiegs­kon­zept für fos­si­les Erd­gas gefor­dert wer­den. Auch Öster­reich ist bereit, Bay­ern bei Eng­päs­sen mit grü­ner Was­ser­kraft in der Grö­ßen­ord­nung eines Kern­kraft­werks zu belie­fern. Die Lei­tun­gen dafür gibt es bereits und es ist güns­ti­ger als der Import von fos­si­len Ener­gie­trä­gern. Gleich­strom­tras­sen, wie den Sue­dOst­Link, oder auch die geplan­ten Hoch­rüs­tun­gen von Wech­sel­strom­tras­sen (z. B. Ost­bay­ern­ring) wer­den nicht benö­tigt.

Text­bau­stein 4 – Bei Bedarf das Käst­chen akti­vie­ren

Ein Bau der Strom­tras­se in die­sem Bereich zer­stört das Denk­mal­ensem­ble der Wal­halla­land­schaft. Das Bau­denk­mal ist ganz bewusst vom sei­nem Erbau­er, König Lud­wig I, in ein Gebiet ein­ge­bet­tet wor­den, das sei­nem idea­li­sier­ten Bild einer anti­ken Land­schaft sehr nahe­kommt. Die Aus­wir­kun­gen – auch aus der Fern­sicht – wären mas­siv. Mit­ten im Tras­sen­kor­ri­dor 094 lie­gen die Brun­nen­stu­ben der Wal­hal­la. Sie sind Teil einer Was­ser­lei­tung, mit der der Kul­tur­bau bis in die 1960er Jah­re ver­sorgt wur­de. Sie sind wie die Wal­hal­la selbst denk­mal­ge­schützt.

Text­bau­stein 5 – Bei Bedarf das Käst­chen akti­vie­ren

Erd­ka­bel bedeu­ten tie­fe Ein­grif­fe in die Natur mit einer Zer­stö­rung von tau­sen­den Hekt­ar Natur (Wie­sen, Wald, Schutz­ge­bie­te). Durch mit 150-Ton­ner-LKW (Aus­sa­ge Ten­neT bei Tras­sen­be­kannt­ga­be) zemen­tier­te Schnei­sen, durch die mit ver­än­der­ter Wär­me leb­lo­sen Tras­sen­bö­den, durch ver­än­der­te, nicht kal­ku­lier­ba­re unter­ir­di­sche Was­ser­flüs­se wird ein mas­si­ver Ein­griff in die Natur vor­ge­nom­men. Auch land­wirt­schaft­lich genutz­te Böden sind betrof­fen. Eine von Ampri­on in Auf­trag gege­be­ne und auch Ten­net bekann­te Stu­die eines Frei­bur­ger Insti­tuts spricht von einer Ober­flä­chen­er­wär­mung von bis zu fünf Grad Cel­si­us. Das Risi­ko von Miss­ern­ten durch den sich wei­ter ver­schär­fen­den Kli­ma­wan­del, wird zusätz­lich ver­stärkt.

Text­bau­stein 6 – Bei Bedarf das Käst­chen akti­vie­ren

Die letz­ten Aus­läu­fer des Baye­ri­schen Wal­des enden an der Donau bei Donaus­tauf. Es wäre ein Gelän­de­un­ter­schied von rund 200 Metern zu über­win­den. Hin­zu­kommt die Unter­que­rung der Donau, die hier z.T. gespun­det ist. Hier wur­de auch der Abbau von Feld­spat betrie­ben. Das Gebiet nörd­lich von Sulz­bach ist ent­spre­chend zer­klüf­tet. An der Rea­li­sier­bar­keit einer Lei­tungs­ver­le­gung herrscht hier gro­ßer Zwei­fel.

Text­bau­stein 7 – Bei Bedarf das Käst­chen akti­vie­ren

Die Vor­wald­ge­mein­den im nord­öst­li­chen Land­kreis set­zen sich für einen sanf­ten Tou­ris­mus ein. Dazu haben sich Initia­ti­ven wie die ILE Vor­wald und die Kul­turach­se-Ost (Brenn­berg, Altent­hann und Donaus­tauf) gebil­det. Der Bau der Strom­au­to­bahn wird den Erho­lungs- und Tou­ris­mus­wert die­ser Gegen mas­siv ver­än­dern.

Text­bau­stein 8 – Bei Bedarf das Käst­chen akti­vie­ren

Die Gemein­de Brenn­berg ist seit 2018 baye­ri­sche Modell­ge­mein­de für Bio­di­ver­si­tät. Sämt­li­che Bemü­hun­gen, Belan­ge des Natur­schut­zes, einer exten­si­ven Land­wirt­schaft und des sanf­ten Tou­ris­mus mit­ein­an­der zu ver­bin­den, wer­den hier kon­ter­ka­riert.

Text­bau­stein 9 – Bei Bedarf das Käst­chen akti­vie­ren

Es gibt kei­nen unab­hän­gi­gen Nach­weis für den Bedarf. Das die­sen Tras­sen­pla­nun­gen zugrun­de­lie­gen­de Ver­fah­ren muss immer mehr hin­ter­fragt wer­den. Es kann nicht sein, dass pro­fi­tie­ren­de Groß­kon­zer­ne für die Bedarfs­er­mitt­lung, das kom­plet­te Pla­nungs­ver­fah­ren, den Bau und auch den Betrieb einer für Deutsch­land so wich­ti­gen Infra­struk­tur zustän­dig sein dür­fen. Die Über­tra­gungs­netz­be­trei­ber ermit­teln die Not­wen­dig­keit ohne Null­op­ti­on, d.h., es wird gar nicht errech­net, wie das Netz ohne ein­zel­ne HGÜs arbei­ten wür­de. Dabei gibt es ent­spre­chen­de Unter­su­chun­gen, z. B. durch das Öko-Insti­tut mit Zah­len­ma­te­ri­al der Bun­des­netz­agen­tur, die zei­gen, ohne Gleich­strom­tras­sen kommt es zu weni­ger Netz­eng­päs­sen und ein gro­ßer Teil der in den Netz­ent­wick­lungs­plä­nen ent­hal­te­nen Pro­jek­te wird für die Ener­gie­wen­de nicht benö­tigt. Die­se Erkennt­nis­se wer­den tot­ge­schwie­gen.

Text­bau­stein 10 – Bei Bedarf das Käst­chen akti­vie­ren

Der Ober­pfäl­zer und der Baye­ri­sche Wald sind Mit­tel­ge­bir­ge mit hoch anste­hen­dem Urge­stein, dem Gra­nit. Ent­spre­chend gering ist die Über­de­ckung mit Humus und Ober­bo­den. Kurz­um: wer hier gräbt, wird schnell auf Gra­nit bei­ßen.

Text­bau­stein 11 – Bei Bedarf das Käst­chen akti­vie­ren

Die zur Aus­wahl ste­hen­den Tras­sen­kor­ri­do­re durch­schnei­den immer wie­der Täler, die in ost-west­li­cher Rich­tung ver­lau­fen. Dadurch wer­den Grund­was­ser­strö­me ange­schnit­ten. Durch die Ver­le­gung der Lei­tung im beweg­ten Gelän­de sind gro­ße Anschnit­te in der Top­grafie not­wen­dig. Durch die­se Erd­be­we­gun­gen wer­den die Ein­grif­fe ins Land­schafts­bild noch grö­ßer.

Text­bau­stein 12 – Bei Bedarf das Käst­chen akti­vie­ren

Der Tras­sen­kor­ri­dor 090c berührt auch die Natur­schutz­ge­bie­te Stöcklwörth und Pfat­te­rer Au an der Donau. Dort brü­tet der vom Aus­ster­ben bedroh­te Gro­ße Brach­vo­gel (Rote Lis­te 1 Bay­ern). Eine Tras­sen­füh­rung durch das Schutz­ge­biet leh­ne ich kate­go­risch ab. Eben­so ist das FFH-Gebiet „Wäl­der im Donau­tal“ süd­lich von Geis­ling zu umge­hen. Die­ses befin­det sich im Tras­sen­kor­ri­dor 096 mit vor­kom­men­den Arten wie Grü­nem Besen­moos und Grü­ner Keil­jung­fer.

Text­bau­stein 13 – Bei Bedarf das Käst­chen akti­vie­ren

Der Sue­dOst­Link stoppt tech­no­lo­gi­sche Ent­wick­lun­gen für die Ener­gie­wen­de, wie z. B. die Spei­cher­tech­nik. Auch hier ver­hin­dern die Geset­ze die wirt­schaft­li­che Nut­zung der ver­füg­ba­ren Spei­cher­tech­no­lo­gi­en. Statt über­schüs­si­ge erneu­er­ba­re Ener­gi­en zu kap­pen, wäre die För­de­rung von Power-to-Gas­/­Me­than/­Li­quid, LOHC-Ver­fah­ren eine drin­gend not­wen­di­ge Maß­nah­me zum Gelin­gen der Ener­gie­wen­de. Nur durch die Rea­li­sie­rung sol­cher Pro­jek­te las­sen sich die Wir­kungs­gra­de die­ser Sys­te­me ver­bes­sern und Kos­ten redu­zie­ren. Das beweist die Ent­wick­lung bei den Solar­pa­ne­len oder bei der Bat­te­rie­tech­nik ein­deu­tig.

Text­bau­stein 14 – Bei Bedarf das Käst­chen akti­vie­ren

Die­se Tras­se macht Immo­bi­li­en der Anwoh­ner wert­los. Nie­mand möch­te in der Nähe eines so gro­ßen Gefah­ren­po­ten­zi­als leben. Bei zwei­mal 320 000 V und 3100 A oder 525 000 V und 4000 A steckt eine nicht abschätz­ba­re Gefahr im Boden. Wenn über­haupt, sind Flä­chen- oder Immo­bi­li­en­ver­äu­ße­run­gen nur noch mit gro­ßen Preis­nach­läs­sen mög­lich. Wer kommt für sol­che Schä­den auf? Was geschieht bei Ern­te­aus­fäl­len oder bei Wind­bruch in den neu­en Wald­schnei­sen? Wei­ter­ge­hen­de und regel­mä­ßi­ge Ent­schä­di­gun­gen sind fehl am Platz, denn sie wür­den die Ver­brau­cher noch stär­ker belas­ten.

Text­bau­stein 15 – Bei Bedarf das Käst­chen akti­vie­ren

Der Bedarf die­ser Tras­se wird mit einem frei­en euro­päi­schen Strom­han­del begrün­det. Das ist unsin­nig. Schon heu­te expor­tiert Deutsch­land weit über zehn Pro­zent der eige­nen Erzeu­gung in die Nach­bar­län­der und ist damit Strom­ex­port­welt­meis­ter. Das funk­tio­niert seit Jah­ren mit dem bestehen­den Lei­tungs­netz. Der Bau der HGÜ-Tras­sen wird von den alten Ener­gie­kon­zer­nen gewünscht, um an Tagen mit viel erneu­er­ba­rer Ener­gie im Netz wei­ter­hin den fos­sil erzeug­ten Strom im Netz unter­zu­brin­gen. Da die­ser nur expor­tiert wird, wird schon jetzt bil­lig ins Aus­land ver­scho­ben und behin­dert die erneu­er­ba­ren Ener­gi­en in den Nach­bar­län­dern. Von die­sem Han­del pro­fi­tie­ren ein paar weni­ge, die betrof­fe­nen Bür­ge­rin­nen und Bür­gern bezah­len den Bau, die Durch­lei­tungs­ge­büh­ren und auch die ent­ste­hen­den Trans­port­ver­lus­te über das Netz­ent­gelt.

Text­bau­stein 16 – Bei Bedarf das Käst­chen akti­vie­ren

Eine unnö­ti­ge Lei­tung zu ver­schie­ben oder auch in der Erde zu ver­gra­ben ist und bleibt ein sinn­lo­ses Unter­fan­gen. Die Bun­des­netz­agen­tur täte gut dar­an, die­ses Ver­fah­ren abzu­bre­chen, oder zumin­dest zu stop­pen, bis ein drin­gend not­wen­di­ges neu­es Ener­gie­wen­de­kon­zept vor­liegt. Die gespar­ten Gel­der las­sen sich z. B. für Spei­cher­pro­jek­te wesent­lich sinn­vol­ler ver­wen­den.

Text­bau­stein 17 – Bei Bedarf das Käst­chen akti­vie­ren

Ger­ne über­se­hen wird auch, dass die Über­tra­gungs­netz­be­trei­ber per Gesetz dem Gemein­wohl ver­pflich­tet sind. Schon im Arti­kel 1 der VERORDNUNG (EU) 2016/1719 der EU Kom­mis­si­on vom 26. Sep­tem­ber 2016 steht: „Es ist allen Ver­brau­chern die Beschaf­fung von Ener­gie zu erschwing­li­chen Prei­sen zu ermög­li­chen.“ Auch der Bun­des­rech­nungs­hof kri­ti­siert öffent­lich die­se kos­ten­trei­ben­de Pla­nung. Statt­des­sen nut­zen Ten­net & Co. ihr Oli­go­pol scham­los aus. Ohne jeden Kon­kur­renz­druck darf alles abge­rech­net wer­den und dazu gibt es eine fürst­li­che gesetz­li­che Ren­di­te­ga­ran­tie von über neun Pro­zent auf das Eigen­ka­pi­tal.

Text­bau­stein 18 – Bei Bedarf das Käst­chen akti­vie­ren

Um unse­re gesetz­ten Kli­ma­zie­le ein­zu­hal­ten, ist eine sofor­ti­ge Umset­zung der Ener­gie­wen­de uner­läss­lich. Sie kann nur dezen­tral und regio­nal mit Betei­li­gung der Bür­ger funk­tio­nie­ren. Der Sue­dOst­Link ver­hin­dert eine regio­na­le Wert­schöp­fung. Auch die dem Wirt­schafts­mi­nis­te­ri­um unter­ste­hen­de Bun­des­netz­agen­tur soll­te erken­nen, dass die zen­tra­le Erzeu­gung und der Trans­port die­ser Ener­gie über wei­te Ent­fer­nun­gen ein ster­ben­des Geschäfts­mo­dell dar­stellt. Die gro­ßen Kon­zer­ne hät­ten sich eben­so an einem klein­tei­li­gen Auf­bau von Erzeu­gungs­an­la­gen für erneu­er­ba­re Ener­gi­en betei­li­gen kön­nen. Statt­des­sen inves­tie­ren sie in Groß­pro­jek­te, wie Off­shore-Wind­platt­for­men ̶ der teu­ers­ten Vari­an­te zur Gewin­nung grü­ner Ener­gie ̶ oder eben in den Bau eines mons­trö­sen Gleich­strom­net­zes. Damit lässt sich der Sie­ges­zug der Erneu­er­ba­ren zwar zu Las­ten des Kli­mas ver­lang­sa­men, aber nicht ver­hin­dern. Die geplan­te Nut­zungs­dau­er von vier­zig Jah­ren wer­den die HGÜ-Tras­sen nicht über­ste­hen. Es sind Fehl­in­ves­ti­tio­nen.

Text­bau­stein 19 – Bei Bedarf das Käst­chen akti­vie­ren

Selbst die Über­tra­gungs­netz­be­trei­ber wei­sen dar­auf hin, dass es sich bei den HGÜ-Tras­sen um Pilot­pro­jek­te han­delt. Sie mögen in gro­ßen Flä­chen­staa­ten, wie z. B. Kana­da, ange­bracht sein, um Über­tra­gungs­ver­lus­te zu ver­rin­gern und wer­den dort über unbe­wohn­tes Land geführt. Der Sue­dOst­Link ist viel zu kurz, da die ca. 3 % Ver­lus­te bei den Kon­ver­ter­sta­tio­nen an bei­den Enden den Vor­teil bei der Gleich­strom­über­tra­gung wie­der umkeh­ren. Für Deutsch­land gibt es kei­ner­lei Erfah­run­gen mit dem Bau der HGÜ-Lei­tun­gen. Auch erd­ver­ka­belt birgt das Vor­ha­ben 5 unbe­kann­te gesund­heit­li­chen Risi­ken. Die Grö­ße des magne­ti­schen Fel­des ist abhän­gig von der Strom­stär­ke die das Kabel durch­fließt, damit letzt­lich unbe­kannt und auch nicht erforscht. Die Anwoh­ner sind Ver­suchs­ka­nin­chen. Bekannt ist auch eine Stu­die aus Kana­da, nach der im Umfeld von Gleich­strom­tras­sen die Fer­ti­li­tät bei Wei­de­tie­ren bemerk­bar zurück­geht.

Text­bau­stein 20 – Bei Bedarf das Käst­chen akti­vie­ren

Die­ser Netz­aus­bau wird immer mehr zu einem Selbst­be­die­nungs­la­den für die Über­tra­gungs­netz­be­trei­ber. Nach den ursprüng­lich genann­ten 24 Mrd. Euro für die HGÜ-Kor­ri­do­re, sol­len es erd­ver­ka­belt erst 34 Mrd. und aktu­ell mit dem neu­en Netz­ent­wick­lungs­plan 61 Mrd. Euro sein, die auf 40 Jah­re abge­schrie­ben wer­den. Bei einer nor­ma­len Halb­wert­kal­ku­la­ti­on ergibt sich auf­grund der gesetz­lich garan­tier­ten Eigen­ka­pi­tal­ren­di­te und den Fremd­ka­pi­tal­zin­sen in die­ser Zeit ein Gesamt­be­trag von über 140 Mrd. Euro. Dazu kom­men wei­te­re Mil­li­ar­den für die Off­shore-Anbin­dung. Fakt ist aber, dass nie­mand die genau­en Kos­ten auch nur annä­hernd genau bezif­fern kann. Übli­cher­wei­se muss bei Groß­pro­jek­ten die­ser Art min­des­tens mit einer Ver­dop­pe­lung gerech­net wer­den. Die­ses Geld fehlt für den Aus­bau von Erneu­er­ba­ren und zuge­hö­ri­gen Spei­chern.

Text­bau­stein 21 – Bei Bedarf das Käst­chen akti­vie­ren

Der SudOst­Link greift mas­siv in die Flä­chen­nut­zungs­plä­ne der Land­krei­se und Kom­mu­nen ein. Das Selbst­be­stim­mungs­recht geht ver­lo­ren. Zukünf­ti­ge Gewer­be­ge­bie­te und Bebau­ungs­plä­ne wer­den beein­träch­tigt. Sobald die Netz­agen­tur einen Tras­sen­kor­ri­dor fest­ge­legt hat, gel­ten für die betrof­fe­nen Gemein­den Ver­än­de­rungs­sper­ren! Auch von Bay­ern auf­ge­leg­te För­der­pro­gram­me zur Stadt- und Dorf­ent­wick­lung sind davon betrof­fen. Offen­bar sind die­se Aus­wir­kun­gen den poli­ti­schen Ent­schei­dungs­trä­gern in Ber­lin über­haupt nicht oder noch nicht bewusst.

Text­bau­stein 22 – Bei Bedarf das Käst­chen akti­vie­ren

Die erneu­er­ba­ren Ener­gi­en wer­den immer preis­wer­ter und kön­nen schon heu­te mit der kon­ven­tio­nel­len Erzeu­gung kon­kur­rie­ren. Mit­tel­fris­tig ist damit zu rech­nen, dass die Kilo­watt­prei­se für den Ver­brau­cher wie­der auf Wer­te wie vor zehn Jah­ren zurück­ge­hen. Mit die­sem Netz­aus­bau geht es in die ent­ge­gen­ge­setz­te Rich­tung. Der sin­ken­de Strom­preis wird durch die stei­gen­den Netz­ent­gel­te unkal­ku­lier­bar. Schon heu­te wer­den über 300.000 Men­schen von Abschal­tun­gen bedroht. Die­se Ener­gie­ar­mut wird wei­ter­wach­sen und das in einem eigent­lich rei­chen Land wie dem unse­ren. Der Pro­fit ver­bleibt bei ein paar weni­gen.

Text­bau­stein 23 – Bei Bedarf das Käst­chen akti­vie­ren

Die Tras­sen­pla­nung hat kei­ne recht­li­che Grund­la­ge (Aar­hus Kon­ven­ti­on). Ich habe als Bür­ger kei­ne Mög­lich­keit, von Beginn an gegen die Plä­ne vor­zu­ge­hen. Sowohl die Euro­päi­sche Uni­on als auch Deutsch­land haben die­se UN-Kon­ven­ti­on unter­zeich­net. Eine Kla­ge gegen die Regie­rung bei der zustän­di­gen Behör­de in Genf ist in Vor­be­rei­tung und hat gute Erfolgs­aus­sich­ten. Die Tras­sen wer­den staat­li­che Schwarz­bau­ten.

Text­bau­stein 24 – Bei Bedarf das Käst­chen akti­vie­ren

Neben den Anrai­nern am Sue­dOst­link gibt es noch wei­te­re unmit­tel­bar Betrof­fe­ne. Wie Andre­as Herath, Pro­jekt­lei­ter für das Vor­ha­ben 5 bei Ten­net in Wei­den bestä­tigt hat, macht der Bau die­ser Tras­se auf­grund der N-1-Regel auch die Hoch­rüs­tung bzw. den Neu­bau wei­te­rer Wech­sel­strom­tras­sen erfor­der­lich. Die Pro­jek­te P43, P44 bzw. P44mod, P53 sowie der Ost­bay­ern­ring sol­len auf höhe­re Span­nungs­ebe­nen und über 70 Meter hohe Mas­ten gebracht wer­den. Da schon der Süd­ost­link nach­weis­bar nicht benö­tigt wird, sind auch die­se Maß­nah­men nicht zu akzep­tie­ren.

Text­bau­stein 25 – Bei Bedarf das Käst­chen akti­vie­ren

Die Bun­des­netz­agen­tur soll­te die Über­tra­gungs­netz­be­trei­ber ver­pflich­ten, sich auf ihr Kern­ge­schäft, die Pfle­ge des Bestands­net­zes, zu besin­nen. Die­ses ist für die Ener­gie­wen­de aus­rei­chend dimen­sio­niert, da über neun­zig Pro­zent der Erneu­er­ba­ren in das Ver­teil­netz ein­ge­speist wird. Mit neu­em Kabel­ma­te­ri­al, Lei­ter­seil­mo­ni­to­ring, teil­wei­ser Hoch­tem­pe­ra­tur­be­sei­lung und intel­li­gen­ter Steue­rung lässt sich das Über­tra­gungs­netz auch ohne HGÜ-Tras­sen und ande­ren Hoch­rüs­tun­gen opti­mie­ren.

Text­bau­stein 26 – Bei Bedarf das Käst­chen akti­vie­ren

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