Arti­kel im “Spie­gel” sorgt für Dis­kus­si­on

In der Aus­ga­be 09/2015 des Spie­gels wur­de ein Arti­kel zum aktu­el­len The­ma der Strom­tras­se ver­öf­fent­licht “Bren­nen­de Mas­ten” lau­tet der Titel (zum Arti­kel). Die Geg­ner der Tras­se wer­den hier als Wut­bür­ger dar­ge­stellt, die Freu­de dar­an haben, Holz­mas­ten nie­der zu bren­nen und Stei­ne zu wer­fen. Im Arti­kel selbst schrei­ben die Jour­na­lis­ten Sät­ze wie “Die Bür­ger gefähr­den die Ener­gie­wen­de”. Sol­che Aus­sa­gen machen die betrof­fe­nen Bür­ger und die Bür­ger­initia­ti­ven wütend, denn die­se sind Behaup­tun­gen schlicht­weg falsch.

Die Jour­na­lis­tin Susan­ne Peter­sohn war bei eini­gen Ver­tre­tern von Bür­ger­initia­ti­ven vor Ort und hat sie zum The­ma befragt. Ihr wur­den Fak­ten prä­sen­tiert, die im Arti­kel völ­lig igno­riert wor­den. Lei­der haben die betei­lig­ten Jour­na­lis­ten Zita­te völ­lig aus dem Zusam­men­hang geris­sen, um eine mög­lichst sen­sa­ti­ons­rei­che Geschich­te dar­aus zu machen. 

Nach dem auch ich den Arti­kel ken­ne, bin ich der Mei­nung, dass hier kei­ne Anstren­gun­gen gemacht wur­den, einen sach­lich guten Arti­kel zu schrei­ben. Scha­de, dass jour­na­lis­ti­sche Arbeit so schlecht sein kann. Durch die Unwis­sen­heit der Repor­ter bzw. durch die feh­len­de Recher­che der Spie­gel­mit­ar­bei­ter dient die­ser Arti­kel wun­der­bar als Sprach­rohr der Lob­by­is­ten. Es ist trau­rig, dass so die Mei­nung von Bür­gern, die sich mit der The­ma­tik noch nicht im Detail aus­ein­an­der­ge­setzt haben, so mani­pu­la­tiv beein­flusst wird.  

War­um ein Blatt, dass von sich selbst schreibt, dass es auf eine “hoch­qua­li­fi­zier­te Redak­ti­on” setzt so eine schlech­te Arbeit ablie­fert, bleibt mir ein Rät­sel. Bleibt zu hof­fen, dass der Spie­gel selbst dar­an inter­es­siert ist, die­sen geschrie­be­nen Blöd­sinn rich­tig zu stel­len.

Zu dem Arti­kel erreich­ten mich diver­se Offe­ne Brie­fe, die an den Spie­gel geschickt wur­den. Die­se erhielt ich mit der Bit­te die­se auch hier zu ver­öf­fent­li­chen. Die Brie­fe sind hier als Down­load zum nach­le­sen:

 Update: Der Spie­gel ant­wor­te­te auf den offe­nen Brief von Frau Mül­ler. Dazu lesen Sie bit­te hier  wei­ter.

Bil­der: S. Hof­schla­e­ger  / pixelio.de

5 Gedanken zu „Arti­kel im “Spie­gel” sorgt für Dis­kus­si­on“

  1. Hal­lo zusam­men!
    Lei­der kann ich die­sen Arti­kel nicht lesen (habe ihn weder digi­tal, noch in Papier­form vor­lie­gen), aber nach dem Lesen der Leser­brie­fe kann ich mir schon den Schreib­stil vor­stel­len. Die­ses Maga­zin hat lei­der in den letz­ten Jah­ren sehr stark nach­ge­las­sen. Alles soll wohl immer poli­tisch kor­rekt auf dem Papier ste­hen.
    In die­sem Sin­ne
    HGÜ Die­ter Wehe

    1. So wie er es geschrie­ben hat, mit Quel­len­an­ga­ben, Links ins www, etc., kann ich mir es sehr gut vor­stel­len, dass er Recht hat.
      Ich habe das Buch bereits drei(3)mal gele­sen. Ich konn­te es erst gar nicht glau­ben. klingt aber nun alles plau­si­bel.
      Und mei­ne Erfah­run­gen bis­her mit der Poli­tik und Pres­se ver­stär­ken die­sen Mut es zu Glau­ben.
      Span­nen­de Zeit noch.

  2. Nach mei­ner per­sön­li­chen Ansicht ist der Spie­gel zur “Staats­zeit­schrift” mutiert und das schon seit 2009 als die Wirt­schafts- und Euro­kri­se begann. Er ist defi­ni­tiv nicht mehr das Papier wert auf das er gedruckt ist.

  3. @Robert und Tho­mas Grün­der
    Ich habe das Buch zwar noch nicht gele­sen, den­ke aber, es ist wie beim Schwarz­buch Koh­le von Green­peace. Der dar­in ver­ewig­te z. B. Micha­el Vas­si­lia­dis fühl­te sich so kor­rekt getrof­fen, dass er pro­tes­tier­te.

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