Die Bun­des­kanz­le­rin schreibt einen Brief

Am 12.08.2016 erhielt Sta­nis­law Til­lich, der der­zeit amtie­ren­de Bun­des­rats­prä­si­dent, einen Gesetz­ent­wurf zur Vor­la­ge im Bun­des­rat. Dem Ent­wurf war ein Begleit­schrei­ben der Bun­des­kanz­le­rin bei­gefügt, in dem es heißt:

Der Gesetz­ent­wurf ist beson­ders eil­be­dürf­tig, weil eine zeit­na­he Ver­ab­schie­dung erfor­der­lich ist, um die Ein­lei­tung eines EU-Ver­trags­ver­let­zungs­ver­fah­rens sowie eine Zweit­ver­ur­tei­lung auf völ­ker­recht­li­cher Ebe­ne abwen­den zu kön­nen.“

Bei dem Gesetz­ent­wurf han­delt es sich um das Umwelt-Rechts­be­helfs­ge­setz. Die­ses Gesetz regelt, wie Umwelt­vor­ha­ben, z. B. Strom­tras­sen, geplant und durch­ge­führt wer­den müs­sen. Inter­es­sant ist die Wort­wahl der Kanz­le­rin, „Zweit­ver­ur­tei­lung auf völ­ker­recht­li­cher Ebe­ne“. Damit wird deut­lich, wel­chen Stel­len­wert eine Kla­ge auf völ­ker­recht­li­cher Ebe­ne, sprich vor dem Aar­hus Komi­tee, hat.  Und wie Kri­ti­ker ein­zu­ord­nen sind, die in Ver­bin­dung mit einer sol­chen Kla­ge von „Quatsch“ spre­chen. Der Ent­wurf wur­de dann auch am 23.09.2016 in ers­ter Lesung im Bun­des­rat behan­delt.

Die Tras­sen­geg­ner tei­len durch­aus die Ein­schät­zung der Bun­des­kanz­le­rin, dass eine Zweit­ver­ur­tei­lung vor dem Aar­hus Komi­tee droht. Das Gesetz soll zwar an die völ­ker­recht­li­chen Vor­ga­ben der Aar­hus Kon­ven­ti­on ange­passt wer­den. Jedoch feh­len im aktu­el­len Ent­wurf wie­der­um ent­schei­den­de Kri­te­ri­en der Aar­hus Kon­ven­ti­on. Das teil­te die Rechts­an­wäl­tin der Aar­hus Kon­ven­ti­on Initia­ti­ve, Dr. Roda Ver­he­yen, in der Anhö­rung zur Geset­zes­no­vel­le bereits mit. Aus die­sem Grund for­dert das breit auf­ge­stell­te Bünd­nis der Strom­tras­sen­geg­ner ein sofor­ti­ges Pla­nungs­mo­ra­to­ri­um.

Der Gesetz­ent­wurf durch­läuft der­zeit die par­la­men­ta­ri­schen Ver­fah­ren, anschlie­ßend kommt die Kla­ge. Bri­git­te Art­mann for­mu­liert es in ihrer aktu­el­len Prä­sen­ta­ti­on so

Nun müs­sen wir abwar­ten, bis der Bun­des­tag das Umwelt­rechts­be­helfs­ge­setz beschlos­sen hat. Danach wird die Kla­ge bei der UN ein­ge­reicht.“

Das Gesamt­pa­ket der Bun­des­rats­druck­sa­che ist unter der Num­mer 422/16 im Doku­men­ta­ti­ons- und Infor­ma­ti­ons­dienst des Deut­schen Bun­des­tags doku­men­tiert, der Brief der Bun­des­kanz­le­rin befin­det sich auf den Sei­ten 5 und 6.

http://dipbt.bundestag.de/dip21.web/bt?rp=http://dipbt.bundestag.de/dip21.web/searchDocuments/simple_search.do?nummer=422/16%26method=Suchen%26herausgeber=BR%26dokType=drs

Prä­sen­ta­ti­on Bri­git­te Art­mann 07.09.2016 mit vie­len zusätz­li­chen Infos, auch zum Raum­ord­nungs­ver­fah­ren Ost­bay­ern­ring.

http://aarhus-konvention-initiative.de/stromtrassen/

Ein Gedanke zu „Die Bun­des­kanz­le­rin schreibt einen Brief“

  1. Hin­weis: Wer den Brief der Bun­des­kanz­le­rin im Ori­gi­nal lesen will, der kann ent­we­der den Link am Ende des Bei­trags benut­zen, dort unter der DiP- Num­mer abge­legt, die Sei­ten 5 und 6. Zusätz­lich ver­linkt auch im Bei­trag, dort aber im Wust der Vor­la­gen etwas ver­steckt unter der Bezeich­nung “Grund­druck­sa­che”.

Schreibe einen Kommentar