Neu­bur­ger Fach­ta­gung – Ener­gie­wen­de im Licht der Pari­ser Kli­ma­be­schlüs­se am 05.10.2016

Von: Michae­la Her­mann (freia@trassenstopp-rennertshofen.de)

Die Stadt Neu­burg hat unter dem wei­te­ren Titel “Eine Her­aus­for­de­rung für Kom­mu­nen” zu die­ser Tagung ein­ge­la­den. Unter den unter­schied­lichs­ten Besu­chern waren auch eini­ge BI’ler aus unse­rem Kreis.

Nach den ein­lei­ten­den Wor­ten des Ober­bür­ger­meis­ters Herrn Dr. Gmeh­ling und des Umwelt­re­fe­ren­ten Herrn Schaf­fer­hans, die sich bei­de bei Frau Bay­er-Kron­eisl für die Orga­ni­sa­ti­on bedank­ten, ging es gleich zu den ver­schie­den Vor­trä­gen. Alle Red­ner stell­ten klar, dass die Kli­ma­er­wär­mung eine Bedro­hung für uns alle und unse­re Nach­kom­men ist und wir gefor­dert sind, gegen­zu­steu­ern. Der Aus­stieg aus den fos­si­len Brenn­stof­fen war eben­falls unum­strit­ten.

MdB Flo­ri­an Pro­nold berich­te­te, dass man bei der Umset­zung des Pari­ser Kli­ma­gip­fels auf einem guten Weg sei. Chi­na und die USA sei­en eben­falls mit im Boot. Er stell­te aber unmiss­ver­ständ­lich fest, dass die dezen­tra­le Ener­gie­ver­sor­gung wei­ter aus­ge­baut wer­den muss. Die Regie­rung unter­stüt­ze dies mit ver­schie­de­nen För­der­pro­jek­ten. Das Wich­tigs­te sei aber, dass die Bür­ger von der Dezen­tra­li­tät pro­fi­tie­ren müss­ten, nicht nur indem sie Wär­me und Strom abneh­men.
Die zusam­men­fas­sen­den Schluss­aus­sa­gen die­ser Anspra­che:
“Die Pari­ser Zie­le sind nur mög­lich, wenn alle Kom­mu­nen mit im Boot sind.”
“Wir tun es für uns sel­ber damit dem Kli­ma­wan­del ent­ge­gen gewirkt wer­den kann und Ener­gie bezahl­bar bleibt.”
“Das gelingt nur, wenn alle mit­ma­chen.”
“Nah­wär­me ist ein rich­ti­ger Weg in die Zukunft.”

Dem folg­ten zahl­rei­che wei­te­re Red­ner:
Prof. Dr. Felix Ekardt, stellt dar, dass für eine 1,5 Grad Erwär­mung bis 2025 kom­plett aus den fos­si­len Brenn­stof­fen, nicht wie in der Pres­se 2050 o. ä. aus­ge­stie­gen wer­den muss.

Er sag­te: “Ohne eine durch­grei­fen­de Ver­hal­tens­än­de­rung wird es nicht zu schaf­fen sein . Die Zivi­li­sa­ti­on ist in Gefahr, es wird Ver­tei­lungs­kämp­fe geben.
Bald wer­den 10 Mrd. Men­schen auf der Erde leben, die alle Ener­gie, Roh­stof­fe, Nah­rung und sau­be­res Was­ser haben wol­len.
Die Land­wirt­schaft muss von ihrer sehr Roh­öl basier­ten Pro­duk­ti­on weg (Spritz­mit­tel, Stick­stoff­dün­ger aus Roh­öl und der hohe Die­sel­ver­brauch beim Anbau).
Mas­sen­tier­hal­tung und Kon­sum von tie­ri­schen Pro­duk­ten muss redu­ziert wer­den. (80 % der Flä­che welt­weit wer­den dafür jetzt schon gebraucht). So geht es nicht wei­ter!” Er sagt ganz deut­lich: “In einem Pas­siv­haus woh­nen und dann auf Kuba Urlaub machen ist nicht die
Lösung!”

Prof. Richard Kut­ten­reich, als Lei­ter der ört­li­chen Stadt­wer­ke berich­te­te über die bemer­kens­wer­te Leis­tung des Nah­wär­me­net­zes. Das theo­re­ti­sche Erschlie­ßungs­po­ten­ti­al beträgt 70 % des Neu­bur­ger Stadt­ge­bie­tes. 35 % des Wär­me­be­dar­fes kön­nen durch die Abwär­me bereit­ge­stellt wer­den. Für 2016
rech­net er mit einer Wär­me­men­ge von 60.000.000 kWh, was 6,7 Mio. Liter Heizöl/Jahr, sowie einer CO2-Ein­spa­rung von 15.000.000 kg pro Jahr ent­spricht. Zusätz­lich wird aus der KWK eine Strom­men­ge von 40.000.000 kWh als Neben­pro­dukt erzeugt, was eine zusätz­li­che CO2-Ein­spa­rung zur Fol­ge hat.

Prof. Chris­ti­an Schie­bel ten­diert dazu, nicht immer neu­es Bau­land zu erschlie­ßen, son­dern bevor­zugt “in den Orten zu blei­ben” und auch hier den Wohn­raum ange­mes­sen zu berech­nen.

Hans Seitz sprach über die Umset­zung der EU-Gebäu­de­richt­li­ni­en ab 2019 und favo­ri­sier­te Plus­ener­gie­ge­bäu­de.

Wolf­gang Böhm, Ener­gie­agen­tur Nord­bay­ern, zeig­te anhand Bei­spie­len für die Kom­mu­nen, Mög­lich­kei­ten auf, Ener­gie zu spa­ren. Man kann durch opti­ma­le Steue­rung von Anla­gen erheb­lich spa­ren, muss sich aber die Mühe machen, den Ver­brauch zu doku­men­tie­ren und aus­zu­wer­ten. Anschlie­ßend müs­sen die Ver­ant­wort­li­chen in der Gemein­de mit dem Umgang der Anla­gen  umfang­reich geschult wer­den.

Hans Gröb­mayr von der LRA Ebers­berg zeig­te am Bei­spiel sei­nes Land­krei­ses die fest­ge­leg­ten anspruchs­vol­len Zie­le auf. Er gab vie­le Infor­ma­tio­nen, wie die Gemein­den mit­ein­an­der an der Umset­zung arbei­ten. Eini­ge The­men sind hier: ener­gie­ef­fi­zi­en­te Klär­an­la­gen, LED­Stra­ßen­be­leuch­tung,
Was­ser­pum­pen, usw. Eine super Idee mei­nes Erach­tens ist der Link auf der Home­page “Total schlau”, mit dem jeder Bür­ger sein Haus aus­wäh­len und eine Ana­ly­se für die Nut­zung von Son­nen­en­er­gie auf dem Dach bekommt.

Zusam­men­fas­send ein inter­es­san­ter Abend. Ich hof­fe, dass alle Teil­neh­mer die Infor­ma­tio­nen mit “nach Hau­se” neh­men und als Mul­ti­pli­ka­to­ren arbei­ten!

Die Neu­bur­ger Rund­schau und In-TV berich­te­ten eben­falls über die Ver­an­stal­tung:

Man­fred Burz­ler und Michae­la Her­mann

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