Rund 30 Menschen, die entlang der geplanten Juraleitung leben, hatten sich am Abend des 9. Juli im Informationszentrum “ Juliz“ der Firma Tennet in Katzwang angemeldet.
Eine einzige Mitarbeiterin war zugegen. Es stellte sich schnell heraus, dass sie die zahlreichen Fragen, die vorab eingereicht wurden, nicht beantworten konnte.
In einem Infozentrum darf erwartet werden, detaillierte Informationen zu erhalten. Informationen, die über die der zahlreich aufgestellten Werbe-Infotafeln hinausgehen. So wirkte die Vertreterin Tennets in diesem Juliz eher wie eine verlorene Figurantin in einer Geisterstadt-Filmkulisse.
Dass den Bürgerinnen und Bürger, die sich seit Jahren mit den Planungen zur Juraleitung beschäftigen, mit oberflächlichen Informationen nicht gedient sein konnte, ist nachvollziehbar. Diese Menschen haben erfahren, dass Gesundheitsschutz beim Neubau besagter Juraleitung, der P53, nur dann eine Rolle spielen wird, wenn sie dafür kämpfen.
Sie wissen mittlerweile, dass Tennet (in Person des Pressesprechers Ino Kohlmann) die Kritik der Bürger eher verhöhnt, als sie ernst zu nehmen. Verharmlosende Panorama-Visualisierungen vom geplanten Umspannwerk, – des Netzknotenpunktes in Ludersheim – werden großartig in der örtlichen Presse bejubelt. Eigentümer, deren Grundstücke Tennet braucht, werden aufs Ärgste in die Enge getrieben. Die Menschen an der Juraleitung erleben seit einigen Jahren, dass hier versucht wird, das Großprojekt „Juraleitung – Übertragungsnetzausbau“ rüde und rücksichtlos umzusetzen.
Es gibt bisher seitens Tennet keinerlei sinnvolle Begründung für dieses Projekt.
Untertunnelung des Rhein-Main-Donau-Kanals – eine technisch und finanziell sinnvolle Planung?
Es ist verständlich, dass die Bürger im Katzwanger Infozentrum überrascht waren, dass niemand ihnen zumindest die technischen Hintergründe der Planungen in Katzwang erläutern konnte. Immerhin soll dort der Rhein-Main-Donau-Kanal untertunnelt werden. Geplant ist, die 380 Kilovolt-Leitung der Juraleitung durch diesen Tunnel zu führen. Das ist technisch und finanziell schwer vorstellbar. In Ludersheim wurde die geplante Erdverkabelung, die das Dorf vor den direkten Magnetfeldern schützen sollte, – aus technischen und wirtschaftlichen Gründen – gestrichen. Womit muß in Katzwang gerechnet werden?
Eine Bürgerinformation war das Geschehen in Katzwang nicht. Jemand mit Fachwissen konnte – trotz ausreichendem zeitlichen Vorlauf bei Tennet nicht aufgetrieben werden. Vielmehr versuchte die anwesende Mitarbeiterin, den Imageschaden zu begrenzen. Die Besucher machten am Ende ein Gruppenfoto vor der Fassade des Infozentrums.
Das „Juraleitungs-Informationszentrum“ („JULIZ“) befindet sich in Nürnberg-Katzwang (Neuseser Straße 24). Eine Anmeldung ist nicht nötig. Öffnungszeiten sind: Dienstag von 9 bis 13 Uhr und Donnerstag von 15 bis 19 Uhr.
Beitragsfoto Kerstin Frey