Ende der Koali­ti­ons­ver­hand­lun­gen von Frei­en Wäh­lern und CSU: Der „gro­ße Wurf“ ist es nicht

Eine zukunfts­wei­sen­de Ener­gie­po­li­tik für Bay­ern sieht anders aus

Die Ergeb­nis­se des Koali­ti­ons­ver­tra­ges las­sen nicht erken­nen, dass den Frei­en Wäh­lern beim The­ma Ener­gie­po­li­tik der gro­ße Wurf gelun­gen ist. Der jet­zi­ge Koali­ti­ons­ver­trag bleibt zu zurück­hal­tend und unver­bind­lich, um für die brach­lie­gen­de Ener­gie­wen­de in Bay­ern ein Zei­chen zu set­zen. So behin­dert die 10H-Abstands­re­ge­lung für Wind­kraft­an­la­gen die dezen­tra­le Ener­gie­wen­de in Bay­ern. Die Frei­en Wäh­ler hat­ten im Wahl­kampf eine Abschaf­fung die­ser Rege­lung gefor­dert. Laut Koali­ti­ons­ver­trag wird jedoch „an der gel­ten­den baye­ri­schen Rechts­la­ge“ fest­ge­hal­ten. Ein Ende die­ses Relik­tes aus See­ho­fer-Zei­ten wäre ein not­wen­di­ges Zei­chen für einen Auf­bruch hin zu einer zeit­ge­mä­ßen Ener­gie­po­li­tik.

Bei Strom­tras­sen feh­len ver­bind­li­che Abstands­re­ge­lun­gen zum Schutz der Anwoh­ner, bei Wind­kraft sind sie mit 10H zu hoch und behin­dern den ver­brauchs­na­hen Aus­bau mit regio­na­ler Wert­schöp­fung. Der Bau und die Auf­rüs­tung von Über­tra­gung­s­tras­sen durch Bay­ern muss wei­ter­hin in Fra­ge gestellt wer­den, da bei der Pla­nung ein zeit­na­her Koh­le­aus­stieg und der Ein­satz von Spei­chern nicht aus­rei­chend berück­sich­tigt wird. In sei­ner jet­zi­gen Pla­nung ist der Netz­aus­bau unwirt­schaft­lich, umwelt­zer­stö­rend, für die Ener­gie­wen­de kon­tra­pro­duk­tiv und des­halb inak­zep­ta­bel. Die in den Koali­ti­ons­ver­hand­lun­gen fest­ge­leg­ten dezen­tra­len Ansät­ze in der baye­ri­schen Ener­gie­po­li­tik wer­den durch das zen­tra­lis­ti­sche, volks­wirt­schaft­lich frag­wür­di­ge Sys­tem von Strom­han­dels-Mega­tras­sen kon­ter­ka­riert und unwirk­sam.

Mit Pschie­rer geht ein „Erz­feind“ der Tras­sen­geg­ner

Die Beset­zung der Res­sorts Wirt­schaft, Ener­gie und Lan­des­ent­wick­lung mit Hubert Aiwan­ger ist gera­de aus Sicht der Tras­sen­geg­ner eine bemer­kens­wer­te Ver­än­de­rung. Mit Franz Josef Pschie­rer als Staats­se­kre­tär und spä­ter als Wirt­schafts­mi­nis­ter war eine Eis­zeit in der Dis­kus­si­on um das The­ma Strom­tras­sen ein­ge­läu­tet wor­den, die jetzt been­det wer­den muss. Pschie­rer hat­te ver­sucht, jede wei­te­re öffent­li­che Aus­ein­an­der­set­zung um die Not­wen­dig­keit gro­ßer Pilot­pro­jek­te wie dem Süd­ost­link im Keim zu ersti­cken, mit dem Denk­ge­bot: „Es geht nicht mehr um das Ob, son­dern nur noch um das Wie.“ Die Infra­ge­stel­lung der Not­wen­dig­keit des mas­si­ven Netz­aus­baus hat­te Pschie­rer als „fun­da­men­ta­lis­tisch“ bezeich­net und grund­le­gend abge­lehnt.

Aiwan­ger als Ver­wal­ter einer CSU-Ener­gie­po­li­tik?

Im Koali­ti­ons­ver­trag fehlt bei grund­le­gend wich­ti­gen The­men der Ener­gie­po­li­tik die Hand­schrift der Frei­en Wäh­ler: Die Abstands­re­ge­lung für Wind­kraft­an­la­gen wird nicht ange­kratzt, der zen­tra­lis­ti­sche Netz­aus­bau nicht in Fra­ge gestellt und sogar mit dem Aus­bau der Erneu­er­ba­ren Ener­gi­en ver­knüpft. Ein Aus­bau der Erneu­er­ba­ren darf jedoch kei­nes­falls mit dem Über­tra­gungs­netz­aus­bau gekop­pelt wer­den – die Ener­gie­wen­de fin­det im Ver­teil­netz statt. Der Pos­ten im baye­ri­schen Wirt­schafts­mi­nis­te­ri­um ist für Hubert Aiwan­ger brand­ge­fähr­lich, da er jetzt eine CSU-gepräg­te Ener­gie­po­li­tik ver­kau­fen muss. Das kann zu einer ernst­haf­ten Gefahr für die Glaub­wür­dig­keit der Frei­en Wäh­ler wer­den. Mög­li­cher­wei­se von Vor­teil ist, dass die Koali­ti­ons­ver­ein­ba­run­gen in vie­len Aspek­ten der Ener­gie­po­li­tik vage blei­ben – dies lässt den Frei­en Wäh­lern zumin­dest einen gewis­sen Spiel­raum für zukünf­ti­ge Ent­schei­dun­gen, die die Ener­gie­wen­de erkenn­bar stär­ken.

4 Gedanken zu „Ende der Koali­ti­ons­ver­hand­lun­gen von Frei­en Wäh­lern und CSU: Der „gro­ße Wurf“ ist es nicht“

  1. War­um noch mehr Wind­rä­der? In Ober­fran­kens Aus­bau ste­hen stän­dig ¼ der Wind­rä­der still, das sind soge­nann­te Redispatch­maß­nah­men, wenn zu viel Strom in der Lei­tung ist, da Koh­le­strom der für die zuver­läs­si­ge Ver­sor­gung in der Lei­tung fließt sich nicht schnell genug abre­geln lässt, sich eigent­lich nicht als Regel­en­er­gie eig­net.
    Es wäre also eine ande­re Regel­en­er­gie erfor­der­lich, aber dann spielt der Strom­preis die Haupt­rol­le, kön­nen wir mit dem euro­päi­schen Strom­preis dann mit­hal­ten?
    Strom­spei­cher eig­nen sich zum Kap­pen der Strom­spit­zen, die wie ja bekannt ist bei Wind- und PV-Strom extrem sind. Strom­spei­cher eig­nen sich nie­mals als voll­stän­di­ge Regel­en­er­gie, denn was macht Deutsch­land, wenn der Spei­cher leer ist und es weht immer noch kein Wind.
    Nun hat Ober­fran­ken gewal­ti­gen Über­schuss an Wind­ener­gie, mit der nun auch die Ober­pfalz die über­haupt kei­ne Wind­ener­gie vor­zu­wei­sen hat mit­ver­sorgt wird, des­halb ist u.a. der gigan­ti­sche Ersatz­neu­bau Ost­bay­ern­ring not­wen­dig. Ist dann noch wei­te­rer Über­schuss, so soll die­ser nach Tsche­chi­en flie­ßen.
    Aus Tsche­chi­en sol­len wir dann die Regel­en­er­gie in Form von Atom­strom erhal­ten, wenn Koh­le­kraft­wer­ke aus der Lau­sitz vom Netz gehen, das ist die Pla­nung der euro­päi­schen Kom­mis­si­on.
    Am Ter­min­markt wird der Strom haupt­säch­lich von der Indus­trie pünkt­lich zu einem bestimm­ten Zeit­punkt beim Strom­händ­ler bestellt, nie­mand weiß ob genau zu der Sekun­de Wind oder PV-Strom vor­han­den ist, des­halb eig­net sich die­ser fluk­tu­ie­ren­de Strom für den Ter­min­markt nur in Kom­bi­na­ti­on mit einem Part­ner der die vol­le Leis­tung besitz, denn es gibt Tage an denen es weder Wind noch Son­ne gibt. Die­se Leis­tung wird aber nur abge­ru­fen nach Bedarf, ansons­ten ste­hen dies Erzeu­ger, wie Gas­kraft­wer­ke, Block­heiz­kraft­wer­ke, Bio­gas­an­la­gen in Bereit­schafts­dienst, d.h. fällt Wind- und PV-Strom aus, dann muss in sekun­den­schnel­le der Part­ner ein­sprin­gen kön­nen, nur so ist die Ver­sor­gung bei die­sem Sys­tem sicher­ge­stellt.
    Ansons­ten ist die­ser unre­gel­mä­ßig erzeug­te Strom nur etwas für den Spot­markt, wo also kurz­fris­ti­ger Han­del statt­fin­det.
    Die Ver­sor­gungs­si­cher­heit könn­te also mit soge­nann­ten vir­tu­el­len Kraft­wer­ken garan­tiert wer­den, aller­dings spielt dabei ein wett­be­werbs­fä­hi­ger Strom­preis die Haupt­rol­le.
    Die­ses neue Ver­tei­ler­sys­tem woll­te aber unse­re Regie­rung nicht, sie woll­te wei­ter­hin beim alten Ver­tei­ler­sys­tem blei­ben, sie woll­te aber end­lich den euro­päi­schen Bin­nen­markt erwei­tern, dafür war man sich kei­ner Lüge zu scha­de. Die Erneu­er­ba­ren dien­ten als soge­nann­tes Deck­män­tel­chen.
    Von der euro­päi­schen Kom­mis­si­on wur­de so nach und nach, bei den deut­schen Bür­gern anschei­nend unbe­merkt, die Pla­nung der künf­ti­gen gemein­sa­men euro­päi­schen Ener­gie­ver­sor­gung über­nom­men. Dabei soll die Kern­ener­gie als Erzeu­ger die Haupt­rol­le spie­len, denn Kern­ener­gie ist fast CO2 frei, da hat man dann also schon ein gutes Argu­ment parat, wenn es not­wen­dig sein soll­te zu sub­ven­tio­nie­ren.
    Kennt man nun die­se Pla­nung, so ver­steht man auch, dass allein in den ost­eu­ro­päi­schen EU-Staa­ten der Bau von min­des­tens 12 Atom­kraft­wer­ke geplant ist.
    Es deu­tet nichts dar­auf hin, dass von den euro­päi­schen Staa­ten einer dem deut­schen Bei­spiel eines Atom­aus­stiegs fol­gen will, des­halb darf auch der euro­päi­sche Han­del mit Atom­strom nicht behin­dert wer­den. Wir haben zwar das Recht ab 2022 die Pro­duk­ti­on von Atom­strom im eige­nen Land zu ver­bie­ten, aber nicht das Kon­su­mie­ren von Atom­strom.
    Dass war ein schlau­er Schach­zug unse­rer Regie­rung. Sie­ger über die gan­ze Sache soll der Strom­preis wer­den.
    Beginn die­ses euro­päi­schen Netz­aus­baus macht der Ersatz­neu­bau des Ost­bay­ern­rings, ein nicht vor­stell­ba­res Mons­ter. Scha­de, dass sich kaum Betrof­fe­ne dage­gen wehr­ten. Er wird den Aus­bau des euro­päi­schen Bin­nen­mark­tes star­ten, er wird die Rich­tung der Ver­sor­gung ange­ben.
    Kön­nen die Frei­en Wäh­ler hier noch hel­fen und das Ruder rum­rei­ßen?
    Denn der Ost­bay­ern­ring ist eine nicht Lan­des­gren­ze über­schrei­ten­de Lei­tung. Also liegt der Bau ganz in der Hand der Frei­en Wäh­ler.

    1. War­um noch mehr Wind­rä­der? In Ober­fran­kens Aus­bau ste­hen stän­dig ¼ der Wind­rä­der still, das sind soge­nann­te Redispatch­maß­nah­men, wenn zu viel Strom in der Lei­tung ist, da Koh­le­strom der für die zuver­läs­si­ge Ver­sor­gung in der Lei­tung fließt sich nicht schnell genug abre­geln lässt, sich eigent­lich nicht als Regel­en­er­gie eig­net.“

      Gibt es für die Behaup­tun­gen einen Beleg? Wenn wirk­lich durch Koh­le­strom aus Ost­deutsch­land die Lei­tun­gen ver­stopft wären und in Bay­ern dann kei­nen Wind­strom mehr auf­neh­men und wei­ter trans­por­tie­ren könn­ten, käme es m.W. nicht zu Redispatch son­dern zu Ein­spei­se­ma­nage­ment (Eins­Man). Und Eins­Man gibt es in Bay­ern fast nicht. Laut Quar­tals­be­richt 1 des Jah­res 2018 (ver­öf­fent­licht 23. 10. 2018) war die Sum­me der durch Ein­spei­se­ma­nage­ment (Eins­Man) weg­ge­fal­le­nen Kilo­watt­stun­den (kWh) in Deutsch­land mit 1,97 Mrd. kWh auf einem Rekord­wert. Aber in Bay­ern selbst wur­den nur 0,5 Mio. kWh Strom infol­ge Ein­spei­se­ma­nage­ment weg­ge­wor­fen. Also in Deutsch­land fast 4000 x so viel wie in Bay­ern. Bay­ern hat ja auch Strom­de­fi­zi­te.

      Man muss immer wie­der klar­stel­len, dass in Bay­ern so gut wie kei­ne Bio­gas-, PV- oder Wind­kraft­an­la­gen (WKA) wegen Netz­eng­päs­sen abge­re­gelt wer­den. Was ja auch heißt: Es ist noch aus­rei­chend Platz für neue PV- und Wind­kraft­an­la­gen.

      Es deu­tet nichts dar­auf hin, dass von den euro­päi­schen Staa­ten einer dem deut­schen Bei­spiel eines Atom­aus­stiegs fol­gen will, …“

      Auch das stimmt Gott sei Dank nicht. Ita­li­en ist aus der Atom­ener­gie aus­ge­stie­gen und hat nach Fuku­shi­ma Wie­der­ein­stiegs­plä­ne beer­digt. Bel­gi­en, die Nie­der­lands, Schwe­den und die Schweiz haben den Atom­aus­stieg zwar zu lang­sam aber doch beschlos­sen. Lei­der sind Frank­reich und Groß­bri­tan­ni­en hart­lei­bi­ge Atom­kraft­ler. Ver­mut­lich weil sie damit ihre Atom­waf­fen­pro­duk­ti­on stüt­zen wol­len. In Euro­pa ins­ge­samt ist die Atom­strom­pro­duk­ti­on in den letz­ten zehn Jah­ren gesun­ken (Quel­le BP Sta­tis­ti­cal Review of World Ener­gy 2018).

      Seit vie­len Jahr­zehn­ten beob­ach­te ich, dass die Lob­by der Atom­in­dus­trie mit Aus­sa­gen wie „hun­dert neue Kern­kraft­wer­ke geplant“ die Men­schen irre­führt. Schon vor 15 Jah­ren sag­te mir Klaus Trau­be: » Mach Dir kei­ne Sor­gen, einen Wie­der­auf­stieg der Atom­kraft wird es nicht geben. Denn wegen stän­dig neu­er Erkennt­nis­se über Risi­ken in den Kern­kraft­wer­ken, hat man immer mehr Sicher­heits­sys­te­me ein­ge­baut und dadurch sind die Anla­gen sehr kom­plex und auf jeden Fall teu­er gewor­den. Ande­re Strom­erzeu­gungs­tech­ni­ken sind oder wer­den preis­wer­ter.«

      Im Jahr 2018 sehen wir, dass prak­tisch nur noch Län­der, die offen oder ver­deckt Inter­es­se an Atom­waf­fen haben, auch Atom­kraft­wer­ke haben wol­len.

      Rai­mund Kamm, Augs­burg http://www.atommuell-lager.de sowie BWE

  2. Ant­wort an Ral­mund Kamm
    Es deu­tet nichts dar­auf hin, dass von den euro­päi­schen Staa­ten einer dem deut­schen Bei­spiel eines Atom­aus­stiegs fol­gen will, des­halb darf auch der euro­päi­sche Han­del mit Atom­strom nicht behin­dert wer­den. Wir haben zwar das Recht ab 2022 die Pro­duk­ti­on von Atom­strom im eige­nen Land zu ver­bie­ten, aber nicht das Kon­su­mie­ren von Atom­strom.
    Da habe ich mich ver­schrie­ben ich woll­te ost­eu­ro­päi­sche Staa­ten schrei­ben.
    Geplan­te Atom­kraft­wer­ke:
    https://de.statista.com/statistik/daten/studie/157767/umfrage/anzahl-der-geplanten-atomkraftwerke-in-verschiedenen-laendern/
    Unse­re öst­li­chen Nach­barn: Polen 6, Ungarn 2, Tsche­chi­en 2, und Rumä­ni­en 2, Finn­land 1
    https://www.radio.cz/de/rubrik/tagesecho/wind-und-wasser-sind-nicht-genug-tschechien-sagt-ja-zur-atomkraft Hier mal den 4. Absatz lesen
    Unter nach­fol­gen­den Link ein­mal nach­le­sen wer sich alles bewirbt um den Aus­bau der Kern­ener­gie in Tsche­chi­en
    https://www.radio.cz/de/rubrik/wirtschaftsmagazin/drabova-ausbau-von-akw-dukovany-wird-teurer
    Aber um die­sen Aus­bau einen Sinn zu geben, ist das Mons­ter Ersatz­neu­bau Ost­bay­ern­ring not­wen­dig, denn wenn in Deutsch­land der Wind und die Son­ne fehlt brau­chen wir Ersatz­en­er­gie und die soll u. a. auch aus Tsche­chi­en gelie­fert wer­den, dafür kann der Preis je nach der Men­ge des Bedarfs schon ins Unend­lich anstei­gen. Aber gesi­cher­te Ener­gie braucht Deutsch­land, braucht unse­re Indus­trie sonst wan­dert sie ab.
    Also wir stei­gen aus der Atom­ener­gie aus und bau­en dann Mons­ter von Tras­sen um die­sen Atom­strom dann wie­der vom Nach­bar­land nach Deutsch­land zu holen.
    Wir zer­stö­ren durch die­sen von den Grü­nen gewoll­ten und befür­wor­te­ten Netz­aus­bau eine Wald­flä­che die das X-fache an Wald bedeu­tet, wie es der Ham­ba­cher Forst ist. Wir zer­stö­ren unzäh­li­ge geschaf­fe­ne Schutz­ge­bie­te und Gesund­heit von Men­schen.
    War­um demons­trie­ren die Grü­nen nicht dage­gen, weil sie nichts aber wirk­lich nichts von den Zusam­men­hän­gen kapie­ren.
    Das Abre­geln der Wind­rä­der habe ich selbst beob­ach­tet, und zwar jedes Mal, wenn ich in der ober­frän­ki­schen Gegend war und Wind weh­te. Die Häss­lich­keit die­ser Land­schaft durch die­se Wind­rä­der ist ja weit über die Gren­zen hin­aus ver­schrien. Da stim­me ich mit der Ober­pfalz über­ein alles dafür zu tun und sich nicht ihre Land­schaft durch einen ähn­li­chen Aus­bau ver­der­ben zu las­sen.
    Bei Ten­net ist unter Begrün­dung Bedarf des Ersatz­neu­baus Ost­bay­ern­ring zu lesen, dass auf­grund des über­di­men­sio­nier­ten Aus­baus der Wind und PV-Anla­gen mit fluk­tu­ie­ren­dem Strom in Ober­fran­ken die­ser Aus­bau not­wen­dig ist. Die Über­schüs­se kön­nen dann durch die­se Lei­tung unge­hin­dert vom Umspann­werk Etzen­richt aus nach Tsche­chi­en flie­ßen, denn der Strom im euro­päi­schen Über­tra­gungs­netz kennt kei­ne Gren­zen, er nimmt den Weg wo der gerings­te Wider­stand ist. Wer möch­te aber nun schon gern Wind­rä­der in sei­ner Gegend haben um bil­li­gen Strom nach Tsche­chi­en lie­fern zu kön­nen?
    Wie sie sicher­lich mit­be­kom­men haben wird für Über­schüs­se, wie bei allen im Über­schuss vor­han­de­nen Waren am Markt fast nichts bezahlt.
    Schuld an die­sem Ener­gie Desas­ter das wir haben ist unse­re Regie­rung, da sie nur die Erwei­te­rung des euro­päi­schen Bin­nen­mark­tes im Fokus hat­te, und stän­dig Ver­sor­gungs­pro­ble­me schaff­te als sie zu lösen.
    Hät­te sie von Anfang an ein Gesetz auf den Weg gebracht, das aus­sagt, das nur last­de­cken­der Strom geför­dert wird. Dann hät­ten die­se Erzeu­ger des fluk­tu­ie­ren­den Stroms sich selbst dar­um küm­mern müs­sen wie sie ihren Strom regeln und woher sie die­se Regel­en­er­gie neh­men. Dann hät­te die Sache, Ener­gie­wen­de, wenn die Erzeu­ger von Wind und PV-Strom mit­ge­macht hät­ten höchst­wahr­schein­lich geklappt.
    Aber das woll­te, wie man sieht, unse­re Regie­rung nicht.
    War­um glau­ben Sie, dass Ham­burg von dem Koh­le­kraft­werk Moor­burg mit 1,7 Giga­watt Leis­tung (ent­spricht der Leis­tung von 1,5 Atom­kraft­wer­ken) ver­sorgt wird und nicht von dem dort erzeug­ten Wind­strom für den, wie Sie ja wis­sen zum Abtrans­port HGÜ Lei­tun­gen gefor­dert wer­den? In Sta­de plant man sogar ein neu­es Koh­le­kraft­werk mit 0,9 Giga­watt Leis­tung zu bau­en. Es ist doch aus­rei­chend Wind­strom vor­han­den. Gehen Sie mal der Fra­ge nach, war­um man ihn nicht für die eige­ne Ver­sor­gung nimmt?
    Es ist alles ein rie­si­ger Bluff um die Erwei­te­rung des euro­päi­schen Bin­nen­mark­tes durch­zu­set­zen, die Erneu­er­ba­ren die­nen nur als Deck­män­tel­chen, denn dem deut­schen Michl kann man alles weis­ma­chen, er glaubt es und rennt wie beim Rat­ten­fän­ger von Hameln hin­ter­her, er denkt das Den­ken über­lass ich lie­ber den Ande­ren, ich renn ein­fach dahin wohin die Mas­se läuft.
    2013 wur­de Deutsch­land bereits in der nie­der­län­di­schen Pres­se ver­spot­tet, dass es deren Strom­preis sub­ven­tio­niert (der Text war in einem Blog über­setzt zu lesen). Mitt­ler­wei­le ist der nie­der­län­di­sche Strom bei 15Cent. Also man kann es dem Michl auf den Kopf zu sagen, er reagiert nicht.
    So ist es auch den Grü­nen gelun­gen, dass wir aus der Kern­ener­gie aus­stei­gen, dafür dann Mons­ter­tras­sen bau­en, um damit dann aus dem Aus­land zur siche­ren Ver­sor­gung den Atom­strom wie­der ins Land zu holen. Das Aus­land durch die­se Pla­nung sogar ani­mie­ren Kern­kraft­wer­ke zu bau­en.
    Die­sen Grü­nen wird es mit dem gewal­ti­gen Netz­aus­bau den sie befür­wor­ten und mit aller Gewalt durch­set­zen wol­len gelin­gen einen rie­si­ger CO2 Spei­cher zu ver­nich­ten. Der Michl lässt sich mit den Ham­ba­cher Forst ablen­ken und wählt die­se angeb­lich „Natur schüt­zen­de Par­tei“, wenn dane­ben auch alles zusam­men­fällt.

    1. @ Rena­te
      1. Abre­ge­lung von WKA. Wenn Sie ein­mal in Bay­ern nicht lau­fen­de Wind­rä­der gese­hen haben, kann das man­che Ursa­chen haben: Wind­man­gel, Arbei­ten am Strom­netz, usw. Sie haben und wer­den ver­mut­lich auch kei­nen Beleg fin­den, dass in Bay­ern in nen­nens­wer­tem Umfang Wind­rä­der wegen Netz­eng­päs­sen abge­schal­tet wer­den. Im Gegen­teil: In den amt­li­chen Berich­ten der Bun­des­netz­agen­tur steht bei­spiels­wei­se, dass im Jahr 2017 in Bay­ern ins­ge­samt aus Erneu­er­ba­re Ener­gie­an­la­gen nur 3,95 Mio. kWh (=GWh) durch Ein­spei­se­ma­nage­ment (also Abre­ge­lung) ver­geu­det wur­den. Im Jahr 2016: 3,31 GWh. Zum Ver­gleich: So viel Strom kann ein moder­nes Wind­rad in Bay­ern in vier Mona­ten erzeu­gen.
      https://www.bundesnetzagentur.de/SharedDocs/Downloads/DE/Allgemeines/Bundesnetzagentur/Publikationen/Berichte/2018/Quartalsbericht_Q4_Gesamt_2017.pdf?__blob=publicationFile&v=3

      2. Neu­bau von AKW. Die amt­li­che Sta­tis­tik wird von der IAEA geführt. Dort schrei­be ich seit rd. 15 Jah­ren mei­ne Zah­len ab. https://www.iaea.org/ https://pris.iaea.org/pris/ . Da sehen Sie bei­spiels­wei­se, dass vor sieb­zehn Jah­ren – also im Jahr 2001 – welt­weit mehr Atom­strom erzeugt wur­de als im Jahr 2017. https://pris.iaea.org/PRIS/WorldStatistics/WorldTrendinElectricalProduction.aspx Und hier kön­nen Sie sehen, wie viel Reak­to­ren in wel­chen Län­dern momen­tan gebaut wer­den. https://pris.iaea.org/PRIS/WorldStatistics/UnderConstructionReactorsByCountry.aspx Wobei man­che die­ser Bau­ten schon in den 1980er und 1990er Jah­ren begon­nen wur­den – also eher Bau­rui­nen sind.

      Neben der qua­si-amt­li­chen IAEA-Sta­tis­tik wird noch eine von der Lob­by­or­ga­ni­sa­ti­on der Atom­bran­che, der World Nuclear Asso­cia­ti­on, geführt. http://www.world-nuclear.org/information-library/facts-and-figures/world-nuclear-power-reactors-and-uranium-requireme.aspx Dort ste­hen seit Jahr­zehn­ten gewal­ti­ge Zah­len in den zwei Rubri­ken ‚ REACTORS PLANNED‘ und ‚Reac­tors pro­po­sed‘. Für 2018 wer­den dort 148 Reak­to­ren als geplant und 337 als vor­ge­schla­gen auf­ge­führt. Dort hat ver­mut­lich auch die von Ihnen ange­führ­te Fir­ma ‚sta­tis­ta‘ ihre Zah­len ent­nom­men.
      Die Atom­lob­by ver­sucht seit Jahr­zehn­ten den Leu­ten weis­zu­ma­chen, dass Atom­kraft die Zukunft sei, und „nur die dum­men Deut­schen aus der Atom­kraft aus­stei­gen wür­den“.

      Gott sei Dank bestä­ti­gen die Zah­len dies nicht. Aller­dings bau­en wei­ter Län­der neue AKW, die damit den Zugang bzw. die tech­ni­sche Unter­stüt­zung für eige­ne Atom­waf­fen suchen. Ver­mut­lich ist auch Eng­land so ein Fall. Und natür­lich Ban­gla­desh, Sau­di Ara­bi­en, Emi­ra­te usw. Auch gelingt es der Atom­in­dus­trie immer wie­der, mit Schmier­gel­dern Dik­ta­to­ren & Co. AKW „anzu­dre­hen“. So gut wie kei­ne in nicht sub­ven­tio­nier­ten Märk­ten arbei­ten­de Strom­fir­ma, wird neue AKW bau­en. Denn deren Strom ist zu teu­er. Bei Ein­be­rech­nung der Risi­ken (Haft­pflicht­ver­si­che­rung) und der Kos­ten für die Atom­müll­la­ge­rung sowie­so!
      Auch die Polen mit ihrem auto­ri­tä­ren Regime sowie ihren instru­men­ta­li­sier­ten Gewerk­schaf­ten reden seit vie­len Jahr­zehn­ten vom Bau neu­er AKW. Es ste­hen sogar Bau­rui­nen im Land. Kön­nen sie goo­geln.

      3. Deutsch­lands Strom­au­ßen­han­del. Deutsch­land hat einen rie­si­gen Strom­ex­port­über­schuss. Im Jahr 2017 von 55 TWh, also 55 Mrd. kWh, was der Jah­res­pro­duk­ti­on von fünf­ein­halb gro­ßen AKW-Blö­cken ent­spricht. Und ande­res als von der Atom- und Koh­le­lob­by immer wie­der behaup­tet – und auch von Ihnen sug­ge­riert, ver­die­nen wir mit den Strom­ex­por­ten viel Geld. Für die kWh etwa soviel wie der Preis an der Strom­bör­se beträgt und wie wir für Strom­im­por­te zah­len. Quel­len kann ich bei Inter­es­se ger­ne nach­rei­chen. Wir sind in Deutsch­land wahr­lich nicht auf Strom­im­por­te ange­wie­sen. Wir impor­tie­ren jedoch preis­ge­trie­ben häu­fig Strom. Bei­spiel: Wenn im April in Frank­reich die Tem­pe­ra­tu­ren stark stei­gen und in dem Land mit sei­nen extrem vie­len Elek­tro­hei­zun­gen dann die Strom­nach­fra­ge stark sinkt und noch kei­ne AKW-Revi­sio­nen ein­ge­plant sind, bie­ten die Fran­zo­sen ihren Atom­strom sehr bil­lig an, so dass der Betrieb von Stein­koh­le- und Gas­kraft­wer­ken in Deutsch­land zu teu­er ist und durch dann bil­li­gen Atom­strom aus Frank­reich ersetzt wird.

      Übri­gens: Mitt­ler­wei­le sind in meh­re­ren Kup­pel­lei­tun­gen, also grenz­über­schrei­ten­den Ver­bin­dun­gen, Pha­sen­schie­ber ein­ge­baut mit denen ähn­lich wie mit HGÜ-Lei­tun­gen Strom­flüs­se gesteu­ert wer­den kön­nen.

      Und ver­mut­lich spe­ku­lie­ren eini­ge AKW-Pla­ner in Ost­eu­ro­pa dar­auf, dass die Ener­gie­wen­de in Deutsch­land schei­tert und sie dann Atom­strom nach Deutsch­land ver­kau­fen kön­nen. Ähn­li­ches macht der tsche­chi­sche Mil­li­ar­där Dani­el Kre­tin­sky, der auch in Deutsch­land Tage­baue und Koh­le­kraft­wer­ke bil­ligst ein­kauft. Wir als Bür­ger kön­nen dem einen Rie­gel vor­schie­ben, indem wir sel­ber unse­ren Strom nur bei Öko­strom­an­bie­tern kau­fen. Und in unse­ren Kom­mu­nen Beschlüs­se her­bei­füh­ren, dass die Kon­zes­si­ons­ver­ga­ben nur an Strom­fir­men erfolgt, die kei­nen Atom­strom auf­kau­fen und auch aus den kli­ma­schäd­li­chen Ener­gi­en aus­stie­gen.

      Doch Fazit: Wofür spre­chen Sie sich aus? Sie sind gegen neue Wind­rä­der bei uns und gegen Strom­lei­tun­gen, die Wind­strom aus Nord­deutsch­land zu uns trans­por­tie­ren kön­nen. Zugleich zitie­ren sie die PR-Aus­sa­gen der Atom­lob­by.
      Rai­mund Kamm, Augs­burg

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