Österreich kann liefern!

Das österreichische Angebot, exklusiv an Bayern bis zu 5200 MW an Strom zu liefern sorgt für ein ständiges hin und her. Zuerst wird berichtet, dass die Verbund AG das stämmen kann (www.stromautobahn.de/eine-neue-loesung-wasserkraft-aus-oesterreich), dann wird dem widersprochen (www.stromautobahn.de/der-beruehmte-satz-mit-x).

Fakt ist, die Verbund AG kann die benötigte Strommenge an Bayern liefern. Das habe ich mir telefonisch bei der Verbund AG bestätigen lassen. Der Strom kann über die bereits üblichen Strombörsen von Verbund erworben werden und steht dann auch zur Verfügung.

Die Verbund AG hat im Jahr 2013 über 35530 Gigawattstunden an Strom erzeugt, 89% davon betrug der Anteil der erneuerbaren Energien. Das ist ein beachtlicher Wert, der einen eindeutigen Aufwärtstrend zeigt. Der größte Teil des erzeugten Stroms wird mit Hilfe von Wasserkraftwerken erzeugt.

Sollte also aus irgendeinem Grund immer noch jemand der Ansicht sein, dass die Versorgungsssicherheit in Bayern nur mit einer Monstertrasse gewährleistet werden kann, dann ist hier der Punkt angekommen, an dem man Einsicht walten lassen muss. Wie vom Aktionsbündnis gegen die Süd-Ost Trasse und anerkannten Wissenschaftlern schon mehrfach erwähnt wird der sogenannte Korridor D in keiner Form benötigt. Die vorgeschlagene „Österreich-Variante“ ist mit der jetzt schon vorhandenen Netzinfrastruktur realisierbar. Mensch und Natur würden keinen Schaden nehmen.

15 thoughts on “Österreich kann liefern!”

  1. Eine gute Nachricht. Die dürfte die Argumentation der Trassenbefürworter endgültig ad absurdum führen und klarstellen, dass wir den „Korridor Süd Ost“ nicht benötigen. Und den wollen wir verhindern, oder?
    Die Stimmen, welche behaupten, dass es sich um ein „vergiftetes Angebot“ handelt, wie Grünen-Energieexperte Martin Stümpfig, müssten dann erst mal begründen, weshalb Braunkohlestrom aus Sachsen-Anhalt oder Brandenburg besser sein soll, als Kohlestrom aus Österreich. Wenn es denn überhaupt soviel Kohlestrom aus Österreich gibt, haben die Uralt-Kohlemeiler in Deutschland etwa eine bessere Ökobilanz? Die kürzliche Erweiterung von Welzow-Süd in Brandenburg reicht für fünfzig Jahre und zerstört dort ganze Landstriche, siehe Beitrag vom anderen Ende der Trasse.
    Und die Zerstörungen und Risiken, die der Korridor Süd Ost bringt, wären schon mal ganz vermieden.
    Es gibt im Netz auch eine Übersichtskarte mit den Anlagen des „Verbund“.

  2. Super Nachrichten aus Österreich ! Jetzt wärs für die trassenplaner mehr als an der Zeit zurück zu rudern! Ihrem lobbyistenprojekt ist jede Grundlage entzogen. Und auch jede Berechtigung !

  3. Wo liegt jetzt genau der Unterschied ob ich einem Energiekonzern mit Gewinnstreben aus Österreich glaube oder einem solchen Konzern aus Deutschland?

    1. @“Tut noch immer nichts zur Sache“
      Auf der Basis von „Gewinnstreben“ -keiner.
      Wenn ich die Orientierung nicht verloren habe, geht es aber doch um den Bau der HGÜ SÜD-OST und deren zukünftige Daseinsberechtigung.
      Und Angst haben die hier schreibenden Aktivisten meiner Meinung nach nicht, wenn sie „Strom aus Austria“ als eine Option sehen; eher widersprechen sie dem ALARMISMUS der EnergieLobby; mit der Darstellung von temporären Alternativen. Bis die Dezentrale EnergieErzeugung auf festen Beinen steht.

      1. @Robert Bias
        ganz genau so sieht es aus, der Korridor Süd Ost hat noch nie eine Daseinsberechtigung gehabt und wird sie niemals haben, auch dank des Angebots aus Österreich, das natürlich nicht hopplahopp angenommen werden kann, sondern vorher geprüft werden muss.
        Ich möchte aber gar nicht mit Leuten kommunizieren, die nicht einmal den Mut haben, ihren Namen zu nennen und sich hinter einem Nickname verbergen. Das ist nicht üblich beim Medium der Trassengegner, wir stehen zu unseren Aussagen und der Vielfalt unserer Meinung und stehen auch mit unseren Namen dafür.
        Wer das anders hält, den kann ich einfach nicht ernst nehmen.

        1. @Maria Estl
          Ein Impuls meinerseits: Sie schreiben: „…Ich möchte aber gar nicht mit Leuten kommunizieren, die nicht einmal den Mut haben, ihren Namen zu nennen und sich hinter einem Nickname verbergen….“.
          Kann „Robert Bias“ nicht auch ein NICKNAME sein?
          Könnte ich „Robert Bias“ nicht aus anderen Beiträgen, Foren mir angeeignet haben?

          Aber keine Sorge, ich bin „Robert Bias“ und stehe zu meinen Meinungen.
          Eine spannende Zeit noch

          1. @Robert
            leider scheint es hier keine Smileys zu gebe, sonst hätte ich Ihnen mindestens einen dicken verpasst!
            Ihre Kommentare kommen so authentisch mit Ecken und Kanten rüber, dass sie zwar manchmal nicht leicht zu deuten sind. Das zeigt mir aber, dass ich mir bei Ihnen wegen des Nicknames keine Gedanken machte. Aber danke für die Offenheit.

        2. nochmal @Robert
          jetzt habe ich gesehen, dass ich meinen letzten Satz ziemlich verhunzt habe. Es soll heißen: Ihre Kommentare kommen authentisch, mit allen Ecken und Kanten rüber und sind zwar manchmal nicht leicht zu verstehen, aber das zeigt mir, dass ich mir wegen eines Nicknames bei Ihnen keine Gedanken machen muss.

  4. Immerhin liegt ja eine schriftliche Erklärung des Redakteurs der Süddeutschen Zeitung vor. Er bleibt damit bei der Darstellung, dass die Verbund AG aus Österreich andere Zahlen genannt hat und ausreichend Strom liefern kann. Warum dies am nächsten Tag so vehement im BR dementiert wurde, ist nicht nachvollziehbar. Vorreiter in der Argumentation, dass die Verbund AG nicht liefern kann, war die offensichtlich doch nicht so unabhängige Bundesnetzagentur.

    Auch beim Energiedialog wurde die ursprüngliche Meldung als „Missverständnis“ abgetan.
    Da fragt man sich, für wie blöd sollen wir verkauft werden? Wir gehen grundsätzlich davon aus, dass Herr Anzengruber, Vorstand der Verbund AG, weiß wovon er spricht und auch der Redakteur der Süddeutschen zuhören, und das gehörte schriftlich wiedergeben kann. Dieser Vorschlag gehört geprüft.

    Wieder einmal haben die ÜNB und die befreundete BNetzA versucht, den Bau der Süd-Ost Trasse zu rechtfertigen. Durch Manipulation in der Presse wird die gesellschaftliche Akzeptanz dieser Atom- und Braunkohleleitung aber nicht erreicht werden – im Gegenteil!

    1. Es ist richtig, dass die Österreicher Strom in ausreichender Menge und zum richtigen Zeitpunkt liefern könnten. Doch die Gegner dieser Stromlieferung sind der Überzeugung (hat auch so m.E. seine Richtigkeit), dass hier hauptsächlich „Wasserkraftstrom“ und nur wenig Kohlesstrom geliefert werden soll.
      Die Österreicher kaufen billigen KKW-Strom in der Tschechei ein, pumpen damit ihre Wasserspeicher voll und verkaufen diesen Strom (dann aus Wasserkraft), gewinnbringend in andere Länder. Und das ist den Gegnern nun mal ein Dorn im Auge und lehnen deshalb den Strom aus Österreich mit anderen fadenscheinigen Begründungen ab.

      Die gesamte Energielobby hat keine Augen, sondern nur noch Dollarzeichen im Kopf. Seien wir also sehr auf der Hut und arbeiten gemeinsam gegen diese allzu mächtige Lobby, ganz gleich ob Korridor C oder D. WIR SIND DAS VOLK – war das große Motto der Montagsdemonstrationen. Machen wir uns diesen Leitspruch zu eigen. Gegen die Stromlobby und gegen die lobbyistisch geführten Regierungen in München und Berlin. Wir müssen bundesweit gemeinsam gegen diese Stromtrassen vorgehen.

  5. Die ganze Diskussion über den Strom aus Österreich nehme ich mit allergrößten Bedenken zur Kenntnis.
    Auch wenn ein Redakteur zu den Angaben steht, bedeutet das noch lange nicht, dass die Aussagen stimmen.
    Ich persönlich glaube nicht daran, da es absolut unrealistisch ist, dass Österreich Kapazitäten von 4 Kernkraftwerken ungenutzt vorhält. Auch in Österreich muss mit Strom Geld verdient werden und ungenutzte Kapazitäten schmälern den Gewinn.

    1. Herr Grobleben,

      es ist nicht eine Frage des GLAUBENS, ob die Aussagen der Verbund AG stimmen oder ob sie unrealistisch sind, sondern eine Frage des ERNSTNEHMENS und des ÜBERPRÜFENS.

      Wenn der Energiedialog ernsthaft ergebnisoffen geführt werden würde, dann hätte man sich ernsthaft mit dem Angebot der Verbund AG auseinander gesetzt und hätte die Tragfähigkeit des Vorschlages sorgfältig geprüft.

      Das vorschnelles Abtun der ursprünglichen Meldung als „Missverständnis“ sowie die völlig unprofessionellen Reaktionen von Ilse Aigner, Markus Söder und Martin Stümpfig zeigen mir, dass diese Herrschaften nicht wirklich an Alternativen zur Monstertrasse interessiert sind.

      Das Angebot der Verbund AG MUSS Eingang in den Energiedialog finden und es MUSS von unabhängigen Experten auf seinen Beitrag zur Strom-Versorgungssicherheit in Bayern geprüft werden.

  6. Überprüfen ist das Stichwort. Laut Website erzeugt der Verbund aus Wasserkraft 4.797 MW und aus Wärme (Öl, Gas, Kohle) 1628 MW grundlastfähige Energie. Zusammen ist das eine Grundlastfähige Leistung von 6425 MW. Wie soll man da ernsthaft glauben, dass der Verbund eben mal so 5200 MW (80%!!!) Grundlastversorgung abzweigen kann ohne in Österreich Kapazitäten von Dritten hinzuzukaufen?

    Besonders ironisch würde ich es ja finden, wenn dann die Windstromleitung mit billigem Windstrom aus der Lausitz über Tschechien direkt nach AT führt um dort die Speicher vollzupumpen, deren Leistung dann wieder teuer nach Deutschland verkauft wird. Das EEG machts sicher möglich.

    Anmerkung zur Anonymität:
    Ich könnte natürlich eine Namen wählen, der unscheinbarer klingt. An den Fakten ändert sich allerdings nichts. Mit realem Namen werde ich allerdings nicht posten. Bezeichnen Sie mein Verhalten ruhig als feige, ich stimme Ihnen da sogar zu. Und das hat guten einen Grund. Die Drohungen, die ich von einem aktiven Herren der BI in den Kommentaren gelesen hab, lassen die Befürchtung zu, dass dieser Herr in einer bierseligen Laune mal persönlich vorbeischaut um mir seine Argumente vorzutragen.

    1. @Tut nichts zur Sache:
      Zunächst eine grundlegende Anmerkung: Die genannten Megawatt-Werte (ob nun 5.200 MW oder 6.400 MW etc.) sind keine „erzeugte Energie“, sondern installierte Leistung. Erst über die Nutzung dieser Leistung über eine bestimmte Zeit wird Energie erzeugt, die gemeinhin in kWh oder bei Kraftwerken in der Größenordnung TWh angegeben wird.

      Somit meinen Sie „installierte Leistung“.
      Da stellt sich die Frage: Auf welche Website beziehen Sie sich? Von wo entnehmen Sie die Zahlen?
      ICH habe unter
      http://www.verbund.com/cc/de/ueber-uns/geschaeftsbereiche/stromerzeugung
      folgende Information gefunden:
      An Wasserkraftwerken hat Verbund 7.700 MW installierte Leistung.

      Da es 90% seines Stromes aus Wasserkraft erzeugt, dürften wohl 850 MW an anderer Kraftwerksleistung hinzu kommen. Somit wird die Verbund AG wohl über 8,5 GW Kraftwerksleistung verfügen.

      WIE die Verbund AG davon 5,2 GW für Bayern abzweigen will, muss genau hinterfragt werden.

      Wie Sie selbst sagen: „Überprüfen ist das Stichwort.“ Allerdings nicht mit gewagten Vermutungen, sondern am Besten anhand klaren Aussagen und Zahlen von der Verbund AG.

  7. Herr Rupprecht, was die Sache mit der Energie und der Leistung angeht, haben Sie recht. Ich meine natürlich die Leistung – wie auch im zweiten Satz geschrieben und auch auf der Website des Verbunds.

    Zur Quelle: Die ist etwas versteckt, hier der Link zu dem Laufkraftwerken: http://www.verbund.com/pp/de/laufkraftwerk
    Hier der Link zu den Wärmekraftwerken: http://www.verbund.com/pp/de/waermekraftwerk

    Weiterhin sind noch Speicher- und Pumpspeicherkraftwerke sowie Windkraftanlagen aufgeführt. Aber meiner Meinung nach gehören diese Anglagen nicht zur Grundlastversorgung, wie sie die zu ersetzenden Kernkraftwerke darstellen.

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