Schwe­rer Ein­griff in die Bür­ger­rech­te

Von: Ann­ke Gräb­ner (annke.graebner@t-online.de)

Ende April fand in Spei­chers­dorf eine Infor­ma­ti­ons­ver­an­stal­tung mit einem Rechts­an­walt für Agrar­echt von der Rechts­an­walts-gesell­schaft Land­vo­kat statt.
Ein­ge­la­den hat­te dazu die Gemein­de Spei­chers­dorf gemein­sam mit der Bür­ger­initia­ti­ve „Spei­chers­dorf sagt NEIN…”

Rechts­an­walt Hess erläu­ter­te den inter­es­sier­ten Zuhö­rern die ver­schie­de­nen recht­li­chen Schrit­te von der Pla­nung bis zum Bau einer HGÜ-Tras­se.
Beson­ders bedenk­lich ist aus sei­ner Sicht, das Netz­aus­bau­be­schleu­ni­gungs­ge­setz, das extra für den schnel­len Bau von Strom­tras­sen vom Par­la­ment erlas­sen wur­de. Es macht es für den ein­zel­nen betrof­fe­nen Bür­ger fast unmög­lich, sich gegen den Bau von Strom­tras­sen zu weh­ren. So ist es nach dem Netz­aus­bau­be­schleu­ni­gungs­ge­setz mög­lich, dass Grund­stücks­be­sit­zer bereits ent­eig­net wer­den, bevor der Bau im Plan­fest­stel­lungs­ver­fah­ren über­haupt end­gül­tig beschlos­sen ist.
Der Anwalt für Agrar­recht beton­te, dass die­ses Vor­ge­hen ver­fas­sungs­recht­lich äußerst bedenk­lich ist. Es erin­ne­re an die Not­stands­ge­set­ze der BRD von 1968. Und es ist ein gra­vie­ren­der Ein­griff in die Bür­ger­rech­te!
Auf Nach­fra­gen erläu­ter­te er den anwe­sen­den Gemein­de­ver­tre­tern, wel­che recht­li­chen Mög­lich­kei­ten Kom­mu­nen, Städ­te und Gemein­den haben. Kom­mu­nen, die von der geplan­ten Tras­se stark betrof­fen sind, soll­ten auf jeden Fall gegen den Bau der HGÜ-Tras­se kla­gen.

Fazit der Ver­an­stal­tung war: Die gesetz­li­chen Gege­ben­hei­ten des Netz­aus­bau­be­schleu­ni­gungs­ge­setzes beschnei­den die Rech­te der ein­zel­nen Bür­ger so stark, dass sie sich auf dem Rechts­weg nicht oder kaum weh­ren kön­nen.
Umso not­wen­di­ger ist der poli­ti­sche Wider­stand! Und die­ser muss laut und stark sein und darf nicht nach­las­sen!

5 Gedanken zu „Schwe­rer Ein­griff in die Bür­ger­rech­te“

  1. Dan­ke für die­sen fun­dier­ten Bei­trag, der es prä­zi­se auf den Punkt bringt. Das muss man sich auf der Zun­ge zer­ge­hen las­sen: die Geset­ze der Bun­des­re­pu­blik erlau­ben schwe­re Ein­grif­fe in die Bür­ger­rech­te. Wenn sol­che Nach­rich­ten aus der Drit­ten Welt kämen, wür­de es kei­nen wun­dern.

  2. Anmer­kung zu mei­nem Kom­men­tar, nach­dem der Aar­hus-Fly­er drau­ßen ist: der Anwalt beschreibt die Situa­ti­on durch­aus rea­lis­tisch, nach den der­zeit in Deutsch­land gel­ten­den Geset­zen. Die­se ent­spre­chen aber nicht den in der Aar­hus-Kon­ven­ti­on gefor­der­ten Stan­dards der ver­bind­li­chen Bür­ger­be­tei­li­gung. Und hier setzt die Aar­hus Initia­ti­ve an, denn Aar­hus ist inter­na­tio­na­les Recht und bricht dadurch Euro­pa­recht und erst recht natio­na­les deut­sches Recht, da Sig­mar Gabri­el die Kon­ven­ti­on 2007 unter­schrie­ben, d. h. rati­fi­ziert hat. Das gilt es nun gericht­lich fest­zu­stel­len, denn die durch die Unter­schrift voll­zo­ge­ne Ver­bind­lich­keit für Deutsch­land wur­de nicht in den Geset­zen umge­setzt, son­dern im Gegen­teil kon­ter­ka­riert.

  3. Arti­kel 116.1 GG: Deut­scher im Sin­ne die­ses Grund­ge­set­zes ist, wer die deut­sche Staats­an­ge­hö­rig­keit besitzt.…
    Offi­zi­el­le Sei­te des Baye­ri­schen Innen­mi­nis­te­ri­ums: .…ein Per­so­nal­aus­weis oder ein Rei­sepaß ist kein Nach­weis für die deut­sche Staats­an­ge­hö­rig­keit. Es wird nur ange­nom­men, dass der Inha­ber die­se besitzt.
    Das For­mu­lar zur Bestä­ti­gung der deut­schens Staats­an­ge­hö­rig­keit erhal­ten Sie in jedem Aus­län­der­amt der BRD sowie beim Bun­des­ver­wal­tungs­amt. Die ECHTE deut­sche Staats­an­ge­hö­rig­keit lei­tet sich von RuS­tAG 1913 ab, also dem Kai­ser­reich. Bis dahin soll­ten die Vor­fah­ren auch nach­ge­wie­sen wer­den. So erhal­ten Sie von der BRD die ech­te deut­sche Staats­an­ge­hö­rig­keit bestä­tigt und haben erst dann auch “Bür­ger­rech­te”!! Beam­te, Rich­ter, Staats­an­wäl­te etc. benö­ti­gen alle die­sen deut­schen Staats­an­ge­hö­rig­keits­aus­weis! Schau­en Sie sich zum Bei­spiel Arti­kel 178 und 180 der Baye­ri­schen Ver­fas­sung an oder den Arti­kel 23 des Grund­ge­set­zes in einer alten Fas­sung und jetzt aktu­ell. Haben Sie das gewählt?? Nähe­res erfah­ren Sie auch in dem Buch: Wenn das die Deut­schen wüß­ten.… von Dani­el Prinz.
    Fazit: Sie haber erst dann eine Stim­me UND Bür­ger­rech­te, wenn Sie die ech­te Deut­sche Staats­an­ge­hö­rig­keit, näm­lich die nach RuS­tAG 1913 besit­zen. Bit­te selbst prü­fen und dar­über nach­den­ken, mit Nach­barn reden und im Inter­nent recher­chie­ren. Frei nach dem Satz von Horst See­ho­fer: Die­je­ni­gen die gewählt sind haben nichts zu sagen und die­je­ni­gen die das sagen haben, wur­den nie gewählt. …und einer, der die deut­sche Staats­an­ge­hö­rig­keit, also die­sen Aus­weis nicht besitzt, kann weder wäh­len noch gewählt wer­den. Daher das Urteil des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt vom Juli 2012 über die Ungül­tig­keit der Wah­len. Leu­te wacht end­lich auf!!!!

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