So kommt der (Monster-)Strommast vor die Tür.

Uwe Schick / pixelio.de
Uwe Schick / pixelio.de

Bis­her wird über den Bau der Strom­mas­ten viel spe­ku­liert, hier will ich ver­su­chen etwas Licht ins Dun­kel zu brin­gen. Der Bau eines Strom­mas­tens. Dabei Bedarf es der Fan­ta­sie eines jeden ein­zel­nen, um sich aus­zu­ma­len wie viel Scha­den allein der Bau eines(!) Strom­mas­tes anrich­tet.
Jeder der die­sen Arti­kel liest soll­te auf die Maße und Gewich­te wäh­rend der Bau­ar­bei­ten ach­ten, die im Arti­kel erwähnt wer­den.

Der Bau einer neu­en Strom­tras­se ist in der Regel in vier Bau­ab­schnit­te ein­ge­teilt:

  1. Bau­grund­un­ter­su­chung
  2. Wege­bau
  3. Grün­dung
  4. Mast­bau
  5. Besei­lung

Wäh­rend der Bau­pha­se und natür­lich auch danach wird eine gewis­se Flä­che bean­sprucht, dazu mehr am Ende des Arti­kels.


1. Bau­grund­un­ter­su­chung

Wäh­rend der fort­ge­schrit­te­nen Pla­nungs­pha­se wird der Bau­grund unter­sucht. Dazu wird der geplan­te Stand­ort mit einem Pflock gekenn­zeich­net. An die­ser Stel­le wer­den dann Boden­pro­ben ent­nom­men oder der Stand des Grund­was­sers ermit­telt. Bereits in die­ser frü­hen Pha­se kom­men Bohr­rau­pen oder ande­re gelän­de­gän­gi­ge Fahr­zeu­ge zum Ein­satz.


2. Wege­bau

Rainer Sturm / pixelio.de
Rai­ner Sturm / pixelio.de

Nach der Geneh­mi­gung der zustän­di­gen Behör­de wer­den die Bau­we­ge zu den geplan­ten Stand­or­ten gebaut. Dazu wird der Boden ver­dich­tet und zum Bei­spiel mit Holz­boh­len, Alu- oder Kunst­stoff­plat­ten ver­legt. Natür­lich wer­den die Wege so gebaut, das sie auch Fahr­zeu­ge wie evtl. der Lieb­herr LTM 1500–8.1 (http://www.liebherr.com/AT/de-DE/products_at.wfw/id-3669–0/measure-metric) befah­ren wer­den kön­nen. Der erreicht eine Arbeits­hö­he von etw 90 Metern. Die­ser Mobil­kran hat ein Ein­satz­ge­wicht von 96 Ton­nen!


 

3. Grün­dung

Nach dem Bau der Wege folgt die Ein­rich­tung der Bau­stel­le am zukünf­ti­gen Mast­stand­ort.  Für die Mast­grün­dung und eine even­tu­el­le Lage­rung von land­wirt­schaft­li­chen Boden wird eine Flä­che von etwa 3600 Qua­drat­me­ter (qm²) in Anspruch genom­men.
In den meis­ten Fäl­len wird ein Plat­ten­fun­da­ment errich­tet. Eine Plat­ten­fun­da­ment ist eine in im Boden „ver­senk­te“ Betonplatte.An der Ober­flä­che sind dann ledig­lich vier Beton­köp­fe für die Mast­fü­ße zu sehen. Die Art des Fun­da­ments hängt zum Bei­spiel von der Boden­be­schaf­fen­heit und dem Unter­grund ab.
In eini­gen Fäl­len ist sogar eine vor­über­ge­hen­de Absen­kung des Grund­was­ser­spie­gels nötig. Dann wird eine Bau­gru­be gegra­ben, in die ein 4–5 Meter tie­fes Fun­da­ment passt. Zusätz­lich kann es pas­sie­ren, das unter der geplan­ten Beton­plat­te wei­te­re Schich­ten in den Boden ein­ge­ar­bei­tet wer­den müs­sen. Der Boden wird dann gegen eine Schot­ter­schicht aus­ge­tauscht und ver­dich­tet. Auf die­se Schot­ter­schicht kommt dann noch ein­mal eine Sau­ber­keits­schicht. Abschlie­ßend wird der zu Beginn abge­tra­ge­ne Ober­bo­den wie­der auf­ge­bracht. Danach wer­den die Fun­da­ment­köp­fe mon­tiert, auf die der Mast gebaut wird.

Ein Strom­mast hat somit 4x min­des­tens 20–25 m³ Fun­da­ment — eine ziem­lich gro­ße Boden­ver­sie­ge­lung, wenn mal mal die Sache von der Land­schafts­öko­lo­gie her betrach­tet. 
Pro Mast wer­den ca. 100 m² Boden ver­sie­gelt. Für 450 km Tras­se müs­sen 1485 Strom­mas­ten (bei einer Ent­fer­nung von 300 m) gebaut wer­den. Macht an Boden­ver­sie­ge­lung durch die Fun­da­men­te (irrever­si­bler schwe­rer Ein­griff) knapp 15 Qua­drat­KI­LO­ME­TER. Das ist die unge­fäh­re Grö­ße der Stadt Unter­schleiß­heim bei Mün­chen. Dort Leben ca. 26000 Ein­woh­ner.


4. Mast­bau

Egon Häbich / pixelio.de
Egon Häbich / pixelio.de

Die Ein­zel­tei­le des Strom­mas­tes wer­den an der Bau­stel­le ange­lie­fert. Alle Ein­zel­tei­le wer­den dann neben dem Mast­stand­ort zusam­men­ge­baut. Für die­se Vor­mon­ta­ge ste­hen klei­ne­re, mobi­le Krä­ne bereit. Dann wird der fer­tig mon­tier­te Mast mit dem Auto­kran (sie­he Wege­bau) auf den Mast­fuß mon­tiert.


 

 

 5. Besei­lung
Nach Mon­ta­ge der Mas­ten erfolgt die Besei­lung, das heißt, die Kabel wer­den von Mast zu Mast gespannt.


Flä­chen­be­an­spru­chung
Wie schon erwähnt ver­keh­ren auf den Bau­we­gen und der Bau­stel­le vie­le Fahr­zeu­ge (Krä­ne, Last­wä­gen usw). An jedem Abspann­mast wer­den zusätz­lich zu den 3600 qm² noch ein­mal 600m² an Platz benö­tigt um die Seil­zug­ar­bei­ten durch­füh­ren zu kön­nen.

Bil­der:
Uwe Schick / pixelio.de
Rai­ner Sturm  / pixelio.de
Egon Häbich  / pixelio.de

Ein Gedanke zu „So kommt der (Monster-)Strommast vor die Tür.“

  1. Es gab kürz­lich im FS (mdr?) eine Sen­dung über bereits statt­fin­den­de(!!!!) Bau­ar­bei­ten für eine der Mons­ter­tras­sen über den Thü­rin­ger Wald/Rennsteig. Erho­lungs­ge­biet ade! Wol­len wir das hier? NEEEEIIINN!!!!!!!!

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