Bahn­strom-Tras­se für EEG-Strom nut­zen?

Von: Jür­gen Rupprecht < ed.be1544439837w@thc1544439837erppu1544439837r.neg1544439837reuj1544439837>


Auf­grund der Auf­klä­rung von ver­schie­de­nen Sei­ten der Tras­sen­geg­ner in den Kom­men­ta­ren die­ses Arti­kels, kann die hier beschrie­be­ne Mög­lich­keit zur Rea­li­sie­rung der Tras­se zu den Akten gelegt wer­den. Ein Auf­grei­fen die­ser Mög­lich­keit war den­noch nötig, um Unklar­hei­ten zu die­sem The­ma zu besei­ti­gen.

Ein Vor­schlag, der mei­nes Erach­tens wert ist, genau­er dis­ku­tiert zu wer­den:

Eine Stu­die der Leib­niz-Uni­ver­si­tät Han­no­ver sowie der Tech­ni­schen Uni­ver­si­tä­ten Dres­den und Claus­thal hält es für mach­bar, elek­tri­fi­zier­te Bahn­tras­sen für den Strom­trans­port von Nord nach Süd zu nut­zen.

Damit wür­den zwei Flie­gen mit einer Klap­pe geschla­gen.
Zum einen könn­ten Bahn­tras­sen, für die seit lan­gem eine Elek­tri­fi­zie­rung gefor­dert wird, wie etwa die Fran­ken-Sach­sen-Magis­tra­le, end­lich elek­tri­fi­ziert wer­den.
Zum ande­ren könn­te auf die Mons­ter­tras­se ver­zich­tet wer­den, zugleich aber das Strom­ver­teil­netz aus­ge­wei­tet wer­den.

Für die­sen Vor­schlag macht sich nun die ober­frän­ki­sche IHK zusam­men mit den Bay­reu­ther MdB Kos­chyk stark.

www.koschyk.de/allgemein/strom-auf-der-bahntrasse-statt-neuer-leitungen-ihk-befuerwortet-modellprojekt-20182.html

Ich hat­te eben­falls vor Mona­ten die­se Vari­an­te schon vor­ge­schla­gen. Die Ant­wort war damals, dass dies auf erheb­li­che tech­ni­sche Schwie­rig­kei­ten sto­ße. Mei­nes Erach­tens war und ist aber der wah­re Grund, war­um die­se Alter­na­ti­ve vor­schnell in die Ton­ne getre­ten wur­de, dass Bahn und ÜNB einer Zusam­men­ar­beit ableh­nend gegen­über gestan­den und noch immer ste­hen. Aber die­se Befind­lich­kei­ten bzw. Eigen­in­ter­es­sen dür­fen darf natür­lich nicht dazu füh­ren, dass sinn­vol­le Lösungs­mög­lich­kei­ten aus­ge­klam­mert wer­den.

Da sich nun ein­fluss­rei­che Stel­len für die­se Alter­na­ti­ve ein­set­zen, die in der Tat volks­wirt­schaft­lich äußerst sinn­voll ist und erheb­li­che Syn­er­gie­ef­fek­te bie­tet, muss die­se Vari­an­te des Strom­trans­por­tes ins Kal­kül ein­be­zo­gen wer­den.

Ich wer­de über die Podi­ums­sei­te des Ener­gie­dia­lo­ges die­sen Vor­schlag ein­brin­gen bzw. unter­stüt­zen.

11 Gedanken zu „Bahn­strom-Tras­se für EEG-Strom nut­zen?“

  1. … Bit­te den Arti­kel zum Vor­trag von Hirsch­hau­sen lesen! Es gibt genug über­tra­gungs­net­ze von Nord nach Süd! Wie­so also die­ser Vor­schlag ?
    Im Grun­de wis­sen auch die Netz­pla­ner dass die Strom­tras­sen über­flüs­sig sind. Aber die Akti­on ist ein gutes Geschäft – das ist der ein­zi­ge Grund .

  2. 1) Wie von Tan­ja Holl aus­ge­führt wir benö­ti­gen kei­ne neu­en Ver­bin­dun­gen!

    2) Unab­hän­gin von 1), recht­lich und tech­nisch ist der Vor­schlag aus mei­ner Sicht nicht umsetz­bar.

  3. The­ma Tras­sen­plä­ne: Strom und Strom

    Von Peter Gis­der

    Bay­reuth. Es hat schon einen guten Grund, wes­halb die Net­ze von Bahn- und dem „nor­ma­len“ Strom getrennt sind. Aber Mär­chen­ge­schich­ten lesen sich immer so schön.

    Deutsch­land, ein Som­mer­mär­chen. Es war ein­mal ein Mann, der fuhr mit sei­nem Auto an einer Bahn­stre­cke ent­lang. Sah Strom­lei­tun­gen. Und kam auf eine Idee: In sei­ner Hei­mat droht eine böse Ener­gie­tras­se mit rie­si­gen Mas­ten. Und dort gibt es auch eine Bahn­stre­cke, die sehn­lichst erwar­tet, mit guten Strom­mas­ten ver­se­hen zu wer­den. Strom und Strom – war­um nicht bei­des kom­bi­nie­ren? Dach­te sich der Mann. Dann wären alle glück­lich und froh.

    Die Rea­li­tät sieht lei­der etwas anders aus. Was schon damit beginnt, dass Bahn­strom­lei­tun­gen nicht dem Trans­port von Strom quer durch die Repu­blik die­nen, son­dern von Kraft­wer­ken zu soge­nann­ten Unter­wer­ken, wo der Saft in eine für Loko­mo­ti­ven ver­dau­li­che Form umge­wan­delt und in den Fahr­draht ein­ge­speist wird. Bahn­strom­lei­tun­gen füh­ren aus ver­schie­de­nen Grün­den nur sel­ten ent­lang von Bahn­stre­cken und noch sel­te­ner auf den­sel­ben Mas­ten wie die Ober­lei­tung.

    Da die Fran­ken-Sach­sen-Magis­tra­le bekann­ter­wei­se bis­lang unbe­stromt ist, wäre ohne­hin der Bau einer Strom­tras­se not­wen­dig. Die sich bei einer Bün­de­lung mit einer Höchst­span­nungs-Fern­lei­tung (500 Kilo­volt) nicht mit den übli­chen, ver­gleichs­wei­se klei­nen Bahn­strom­mas­ten begnü­gen wür­de, die für 110 Kilo­volt aus­ge­legt sind. Der Gewinn für die Regi­on? Hm.

    Und: Es hat schon einen guten Grund, wes­halb die Net­ze von Bahn- und dem „nor­ma­len“ Strom getrennt sind. Schließ­lich herrscht im Bahn­strom­netz ein stän­di­ges Geben und Neh­men. Ein ICE oder Güter­zug saugt beim Anfah­ren schon mal schnell den Ener­gie­be­darf eines Dor­fes aus dem Netz; anders­rum fließt beim Brem­sen wie­der eine gehö­ri­ge Por­ti­on Strom zurück in die Lei­tun­gen. Zudem: Der Bahn­strom hat aus tech­nisch-geschicht­li­chen Grün­den eine ande­re Fre­quenz als Haus­halts­strom.

    Eine Anglei­chung wäre kein gro­ßes Ding für moder­ne Loko­mo­ti­ven. Wenn man von jetzt auf gleich die bestehen­de Bahn­strom-Infra­struk­tur auf den Schrott wirft. Und Öster­reich und die Schweiz das­sel­be machen – mit den Län­dern besteht ein Bahn­strom­ver­bund, und aus Rich­tung der Alpen kam schon des Öfte­ren der Hin­weis, dass man in Sachen hor­rend teu­rer Fre­quenz­an­pas­sung einen feuch­ten Keh­richt tun wer­de.

    Aber, lie­ber Herr Kos­chyk, wir wol­len hier nicht den Mies­ma­cher geben. Bekannt­lich ist nichts unmög­lich, eine Zusam­men­füh­rung der bei­den Strom­net­ze irgend­wann bestimmt tech­nisch mach­bar. So wie die Grün­dung einer mensch­li­chen Kolo­nie auf dem Mars.

  4. Man soll­te sich die Stu­die ein­mal genau durch­le­sen!
    Aus­ser­dem wür­de es bedeu­ten, der Land­kreis Bay­reuth wäre raus aus dem Tras­sen­plan und das Fich­tel­ge­bir­ge drin.
    Sankt Flo­ri­an, Sankt Flo­ri­an.….….….

  5. ich habe das Gefühl, es wer­den Bahn­tras­sen mit Bahn­strom­tras­sen in einen Topf gewor­fen.

    Die Ver­wen­dung von Bahn­strom­tras­sen (also Hoch­span­nungs­lei­tun­gen für Bahn­strom) könn­te durch­aus mög­lich sein. Die Aus­füh­rung von Bahn­strom­mas­ten und HGÜ Mas­ten dürf­ten durch­aus ähn­lich sein. Dort eine zwei­te Lei­ter­ebe­ne mit einer HGÜ Lei­tung ein­zu­hän­gen soll­te mög­lich sein. Auch die Umrüs­tung einer bestehen­den Bahn­strom­tras­se in eine HGÜ Tras­se sehe ich als mög­lich an.

    Zwi­schen Luders­heim und Alt­dorf ver­läuft z.B. eine sol­che Bahn­strom­tras­se. Die Mas­ten hat­te ich bereits vor län­ge­rem als rea­lis­ti­sches Bei­spiel für das Aus­se­hen eines HGÜ Mas­ten ange­bracht:

    HGÜ Mast:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Baltic_Cable#mediaviewer/File:HVDCPylons.jpg

    Bahn­strom­mast:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Bahnstromleitung#mediaviewer/File:Bahnstromleitungsmast.jpeg

  6. Vie­len Dank für die Rück­mel­dun­gen und ins­be­son­de­re herz­li­chen Dank an Maria Estl, die mir neben ande­ren Schrei­ben auch das Ori­gi­nal-Gut­ach­ten der Uni­ver­si­tä­ten Han­no­ver, Dres­den und Claus­thal zuge­sandt hat,

    Wenn man die­ses voll­stän­dig liest, so eröff­net sich in der Tat ein ande­res Bild als jenes, das ich hin­ter dem Vor­stoß von MdB Kos­chyk und die ober­frän­ki­sche IHK wahr­ge­nom­men habe.

    Der Vor­schlag von Herrn Kos­chyk und der IHK befür­wor­tet letzt­end­lich expli­zit die HGÜ-Lei­tung – aber nun ledig­lich auf der Bahn­strom­tras­se. Ein typi­sches Bei­spiel für das St.-Florians-Prinzip.

    Durch die – für mich – neu­en Erkennt­nis­se bedaue­re ich mei­nen Bei­trag und wer­de Frank Ambros bit­ten, ihn wie­der zu ent­fer­nen.

    1. Ich den­ke, dass das nicht nötig ist, da wir hier alle in einem Lern­pro­zess sind und stän­dig Neu­es erfah­ren, dies ein­ord­nen und ver­ar­bei­ten müs­sen.
      Ich selbst habe auch schon Bei­trä­ge gebracht, die sich hin­ter­her als Fehl­ein­schät­zung her­aus­ge­stellt haben.
      Das hier kann ein gutes Bei­spiel sein, wie schnell man von bestimm­ten Inter­es­sen­grup­pen hin­ters Licht geführt wer­den kann. Es gilt mehr denn je “nicht ein­lul­len las­sen”.

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