War­um ver­läuft die Tras­se nicht vor der Haus­tür der Befür­wor­ter?

von: Tho­mas Grün­der <nbglandsued@stromautobahn.de>

Coloures-pic - Fotolia.comSeit der im Janu­ar 2014 erst­ma­lig öffent­lich wahr­nehm­ba­ren Infor­ma­ti­on über einen bereits sehr
kon­kre­ten 1km-brei­ten Ver­lauf der Süd-Ost-Tras­se (Kor­ri­dor D) durch den Über­tra­gungs­netz­be­trei­ber Ampri­on haben sich in Bay­ern 300.000 Bür­ge­rin­nen und Bür­ger gegen die­sen von „oben her­ab“ geführ­ten schein­ba­ren Dia­log orga­ni­siert. Wir kri­ti­sie­ren nach wie vor die den offen­ba­ren Kapi­tal­in­ter­es­sen der Finanz­in­ves­to­ren unter­ge­ord­ne­ten Ver­wer­fun­gen im – für den Lai­en nicht durch­schau­ba­ren — Pro­zess der Netz­ent­wick­lung und der inter­es­sen­ge­steu­er­ten Kom­mu­ni­ka­ti­on der ÜNB. Die mitt­ler­wei­len ent­larv­te, nicht vor­han­den­de Not­wen­dig­keit des Lei­tungs­aus­baus, die auf der Bun­des­ebe­ne (vor­sätz­lich?) dilet­tan­tisch gesteu­er­te Poli­tik der Ener­gie­wen­de, die unver­ant­wort­li­che Trans­for­ma­ti­on von Natur, Ent­wick­lungs­chan­cen gan­zer Regio­nen und die Alters­si­che­rung von Bür­ge­rin­nen und Bür­ger in Ren­di­te, unkla­re Gesund­heits­ri­si­ken, sowie die damit ver­bun­de­nen gesell­schafts­po­li­ti­schen Aspek­te, sind durch die geplan­te asym­me­tri­sche Las­ten­ver­tei­lung dazu geeig­net zur Spal­tung der Bevöl­ke­rung bei­zu­tra­gen.

Bis zum heu­ti­gen Tag lässt sich zwar fest­stel­len, dass die poli­ti­sche Unter­stüt­zung der Bür­ger­initia­ti­ven auf kom­mu­na­ler bis hin zur Land­kreis­ebe­ne über die Par­tei­gren­zen hin­weg gut ist, dies aller­dings fast nicht auf höhe­ren poli­ti­schen Ebe­nen ankommt. Der im Novem­ber 2014 von der baye­ri­schen Ener­gie­mi­nis­te­rin Ilse Aigner initi­ier­te Ener­gie­dia­log wird in der Öffent­lich­keit durch Bür­ger­be­tei­li­gung, unab­hän­gi­ge Mode­ra­to­ren und Trans­pa­renz dar­ge­stellt. Die Objek­ti­vi­tät des Ener­gie­dia­logs scheint der Frau Minis­te­rin tat­säch­lich ein ernst­haf­tes Anlie­gen zu sein, da der sich öffent­lich zu HGÜ-Tras­sen beken­nen­de ehe­ma­li­ge OB der Stadt Erlan­gen und Mode­ra­tor der Arbeits­grup­pe „Erneu­er­ba­re Ener­gi­en“, Herr Dr. Sieg­fried Ball­eis [sie­he Nürn­ber­ger Nach­rich­ten, 09.12.2014] zwi­schen­zeit­lich aus­ge­wech­selt wur­de. Wie aber, in wes­sen Auf­trag — und mög­li­cher­wei­se Hono­rar -, konn­te er in die­se Funk­ti­on gelan­gen? Das wirft beim geneig­ten Leser in nahe­zu kaf­ka­es­ker Erkennt­nis dann doch zumin­dest eine wei­te­re Fra­ge auf:

Wie wäre es denn, wenn die glü­hen­den Tras­sen­be­für­wor­ter das heu­te hier auf stromautobahn.de ver­öf­fent­lich­te Fak­ten­pa­pier ganz ein­fach ein­mal nicht lesen und sich völ­lig selbst­los für eine Tras­sen­füh­rung, der aus tech­ni­schen Grün­den erwie­se­ner­ma­ßen unnö­ti­gen Braun­koh­le­strom­lei­tung, vor ihrer Haus­tür ein­setz­ten?

Das hier­zu pas­sen­de Luther-Zitat „auf frem­dem A… ist gut durchs Feu­er rei­ten“ scheint ein wenig def­tig zu sein, trifft aber im Grun­de den wahr­lich pro­ble­ma­ti­schen Kern des­sen, was gespielt wird: Viel­leicht wird hier die bewuss­te oder auch unbe­wuss­te Spal­tung der Gesell­schaft betrie­ben? Denn: Wir Geg­ner wer­den als „Wut­bür­ger“ ver­un­glimpft und die Befür­wor­ter betrei­ben das umge­kehr­te „St.-FloriansPrinzip“, statt sich für ihre per­sön­li­che Tras­se vor der eige­nen Haus­tür ein­zu­set­zen.

Selt­sam, denn viel­leicht ergä­be sich so sehr schnell eine neue Vor­zug­stras­se ohne die, mög­li­cher­wei­se grund­ge­setz­wid­ri­ge, vor­zei­ti­ge Besitz­ein­wei­sung und Ent­eig­nung?

Für alle Geg­ner und Befür­wor­ter haben wir die aktu­el­le Fak­ten­la­ge in einem Argu­men­ta­ti­ons­pa­pier zusam­men­ge­fasst und zum Down­load bereit­ge­stellt. Hier­aus wer­den, zur etwa im Febru­ar 2015 anste­hen­den öffent­li­chen Kon­sul­ta­ti­on des NEP2014/II bei der Bun­des­netz­agen­tur, deduk­tiv Argu­men­te abge­lei­tet und wir sind uns sicher, dass die 26.064 Stel­lung­nah­men zum NEP2014/I bei wei­tem über­trof­fen wer­den.

Down­load:  Argumentationspapier_V2_0_Teil I.pdf (637kB)

 

Bil­der: Colou­res-pic — Fotolia.com

21 Gedanken zu „War­um ver­läuft die Tras­se nicht vor der Haus­tür der Befür­wor­ter?“

  1. Ich gebe Ihnen völ­lig Recht, es gibt vie­le, die uns als Wut­bür­ger dar­stel­len und selbst ins­ge­heim froh sind, nicht betrof­fen zu sein. Sie tra­gen aber auch die Kos­ten für den unsin­ni­gen Netz­aus­bau. Dass die HGÜ Süd-Ost nicht not­wen­dig ist, hat uns am Diens­tag Prof. Dr. Hirsch­hau­sen wie­der unmiss­ver­ständ­lich bestä­tigt. Eben­so ist die Mei­nung, der Strom wird damit bil­li­ger ein Irr­glau­be.
    Ich hof­fe, dass sich nun auch nicht unmit­tel­bar Betrof­fe­ne uns anschlie­ßen und unter­stüt­zen!

  2. Ich geh zwar davon aus, dass ein Schwenk über Mün­chen nicht vor­ge­se­hen ist, aber mich wür­de weder die HGÜ, noch zusätz­li­che Wind­rä­der stö­ren. Im Gegen­teil, ich wäre stolz dar­auf, Teil des Fort­schritts in Deutsch­land zu sein.

    1. Sehr gut, Frei­wil­li­ge vor. Ich wer­de beim nächs­ten Ter­min in Mün­chen den Vor­schlag vor­brin­gen.

      @ Spa­ni­er: wür­den Sie bit­te Ihr HGÜ Anlie­gen noch an Ampri­on und Frau Aigner in Kopie sen­den.
      Das wür­de Ihre Ernst­haf­tig­keit unter­mau­ern, ansons­ten wirkt es sehr dampf­plau­der­haft.

      1. Da wer­de ich wohl auf tau­be Ohren sto­ßen, schließ­lich müss­te die Tras­se in die­sem Fall durch ein Natur­schutz­ge­biet, und dage­gen gibt es weit stär­ke­re Inter­es­sen­grup­pen.

    2. Sehr ver­ehr­te® Frau/Herr Spa­ni­er,

      schön, dass Sie sich für die Ener­gie­wen­de ein­set­zen. For­dern Sie bit­te vom Mün­che­ner Stadt­rat oder von der ober­baye­ri­schen Regie­rung wei­te­re Win­der­rä­der. Sowie in den vor­de­ren Alpen wei­te­re Pump-Spei­cher­kraft­wer­ke. Auch könn­te Mün­chen mehr in Sachen Pho­to­vol­ta­ik machen.

      Vie­len Dank für Ihre Unter­stüt­zung.

    3. -Tras­sen­dör­fer-
      “Markt und Stra­ßen stehn ver­las­sen
      Haus um Haus stirbt lang­sam aus
      sin­nend geh’ ich durch die Gas­sen
      alles sieht nach Strom­tras­sen aus.”
      in Anleh­nung an ein Gedicht von Joseph Frei­herr v. Eichen­dorff

      @Spanier: Den­ken Sie mal nach, die Advents­zeit soll sich ja angeb­lich gut dafür eig­nen.

  3. Lie­ber Tho­mas Grün­der,
    ein gro­ßes Dan­ke­schön für den kon­struk­ti­ven, logi­schen und durch­aus über­den­kens­wer­ten Vor­schlag. Luthers Aus­sprü­che waren schon immer gut geeig­net, einen Sach­ver­halt dras­tisch, aber klar dar­zu­stel­len.
    Auch dem Ver­fas­ser­team des Argu­men­ta­ti­ons­pa­piers vie­len herz­li­chen Dank, ihr habt einen fun­dier­ten, super Bei­trag gelie­fert.

  4. Zuerst der pole­mi­sche Teil: Gute Idee, die Tras­se zu den Befür­wor­tern zu ver­le­gen. Die geplan­te Tras­se läuft bei mir in Sicht­wei­te vor­bei, es wür­de sich also nichts ändern. Viel­leicht soll­ten sich im Gegen­zug die Tras­sen­geg­ner dazu bereit erklä­ren, die Mehr­kos­ten und nega­ti­ven Effek­te, die bei einer erfolg­rei­chen Ver­hin­de­rung die­ser Tras­se ent­ste­hen kom­plett zu über­neh­men und aus­zu­glei­chen.

    Das Argu­men­ta­ti­ons­pa­pier ist nett zu lesen, bleibt aber wesent­li­che Quel­len schul­dig. Viel­leicht möch­ten die Autoren da noch­mal nach­bes­sern, vor allem zu fol­gen­den Punk­ten:

    3. Gesund­heits­ge­fährung — Woher kom­men die­se Aus­sa­gen alle? Gibt es dazu einen Link im Inter­net um das nach­zu­prü­fen?

    4. Ent­schä­di­gung für über­spann­tes Gemein­de­ge­biet:
    Woher kommt der Fak­tor 250000? Kurz über­schla­gen bedeu­tet das, dass bei 40000 Euro Ent­schä­di­gung pro km Lei­tung wür­den als 10 Mil­li­ar­den Euro Scha­den pro km Lei­tung ent­ste­hen?

    Und zuletzt: In dem Doku­ment behaup­ten Sie, die Inter­es­sen von 300000 Men­schen zu ver­tre­ten. Wie kom­men Sie zu die­ser Zahl? Ist das die Anzahl der Unter­schrif­ten, die sie gesam­melt haben?

    Bin gespannt, ob mir jemand sach­kun­di­ge Ant­wort auf mei­ne Fra­gen gibt, befürch­te aber eher nicht.

  5. Etwas Kri­tik zu die­sem Papier (ins­be­son­de­re Kapi­tel 3):
    Punkt 1: Es wäre viel­leicht sinn­voll dazu zu sagen, dass die hohen Feld­stär­ken nicht in zugäng­li­chen Berei­chen auf­tre­ten son­dern nur in unmit­tel­ba­rer Nähe zum Lei­ter­seil.
    Punkt 2: “Nicht­ab­schirm­ba­re magne­ti­sche Fel­der kön­nen u.a. neu­ro­phy­sio­lo­gi­sche Reak­tio­nen her­vor­ru­fen und kogni­ti­ve Funk­tio­nen von Mensch und Tier beein­flus­sen.”
    Da wis­sen Sie schein­bar mehr als die Wis­sen­schaft. Ein der­ar­ti­ger Effekt wur­de noch nie beob­ach­tet .
    Punkt 3: Ein kur­zer Ver­gleich mit den elek­tri­schen Feld­stär­ken einer ech­ten Rönt­gen­röh­re zeigt, dass sowohl Ener­gie, als auch Inten­si­tät um etli­che (!) Grö­ßen­ord­nun­gen nied­ri­ger sind. Selbst ein quan­ti­ta­ti­ver Ver­gleich mit kos­mi­scher Strah­lung dürf­te lächer­lich wir­ken.
    Zum Rest:
    — “B” beschreibt die Fluss­dich­te, Induk­ti­on ist etwas völ­lig ande­res (Phy­sik 8. Klas­se).
    — Der für die Schweiz ange­ge­be­ne Grenz­wert gilt nicht für sta­ti­sche Fel­der, son­dern für sol­che mit Netz­fre­quenz. Die Schweiz hat dazu die Empfhe­lung der ICNIRP mit 40 mT über­nom­men (40.000x höher).
    — Des wei­tern lie­ßen sich etli­che Zita­te aus genann­ter Emp­feh­lung der SSK neh­men, die Ihrer Argu­men­ta­ti­on genau wider­spre­chen (ins­be­son­de­re quan­ti­ta­tiv).

    Für Inter­es­sier­te: http://www.nordbayern.de/region/bayreuther-experte-angst-vor-stromtrasse-ist-unbegrundet-1.3475670

    1. @Spanier:
      Ich unter­stel­le mal, das es sich hier

      http://www.vde.com/de/Veranstaltungen/VDE/ETG2-E013/2013/documents/etg_kongress_2013_progr%20_web.pdf

      um den glei­chen Her­ren han­delt.
      Also ich wür­de sol­che Aus­sa­gen auch täti­gen.

      Für alle ande­ren: Suchen Sie nach “NIMBY” das ist das eigent­li­che Ziel der Ver­an­stal­tung, suchen Sie nach “Bak­ran”.
      Beach­ten Sie auch, über was Herr B. sei­ne Vor­trä­ge hält und wer die Spon­so­ren der Ver­an­stal­tung sind. Berück­sich­ti­gen Sie auch, wel­che Paten­te Herr B. inne­hält und was er schon so alles erfun­den und ent­wi­ckelt hat.

      Mei­ne Mei­nung dazu: “Man schlägt nicht die Hand, die einen füt­tert oder füt­tern soll”. Wie geschrie­ben, ist mei­ne Mei­nung. Und Ihre?

  6. Übri­gens hat Prof. Bak­ran (Prof. für Mecha­tro­nik NICHT für Medi­zin) in einem Zei­tungs­in­ter­view in der Fran­ken­post zuge­ge­ben, dass auch er das Recht in Anspruch näh­me, wür­de die HGÜ an sei­nem Haus vor­bei­füh­ren, sich dage­gen zu weh­ren. Ich den­ke, hier­zu ist nichts mehr hin­zu­zu­fü­gen.

  7. Die letz­ten Kom­men­ta­re sind sym­pto­ma­tisch für die Ein­stel­lung der BI: Bleib mir weg mit Fak­ten, ich hab mei­ne Mei­nung.

    Herr Bak­ran hat ein Zei­tungs­in­ter­view gege­ben, der User Spa­ni­er hat dar­auf ver­linkt. Frau Stahl stellt dar­auf­hin fest, dass es sich beim User Spa­ni­er und Herrn Bak­ran um eine Per­son han­deln soll. Weil ihnen sei­ne Mei­nung nicht passt, ver­su­chen Frau Fischer und Herr Bias in Herrn Bak­rans Lebens­lauf zu wüh­len um ihn zu dis­kre­di­tie­ren. So wird es mit allen Exper­ten gehen, die Gefah­ren für die Gesund­heit ver­nei­nen oder sich für den Bau der HGÜ aus­spre­chen.

    Dafür wird ande­ren als Exper­ten ein allei­ni­ger Wahr­heits­an­spruch zuge­schrie­ben, weil sie eine der BI geneh­me Mei­nung ver­tre­ten. Wer kann garan­tie­ren, dass die­se Per­so­nen recht haben? Man soll­te dar­über lachen, wenn es nicht so trau­rig wäre, wie Sie die Ener­gie­wen­de und Ver­sor­gungs­si­cher­heit aufs Spiel set­zen (Den­ken Sie wirk­lich, die AKW wer­den 2022 abge­schal­tet wenn eine rei­bungs­lo­se Ener­gie­ver­sor­gung nicht zu 100% gewähr­leis­tet ist? Ich nicht, SIE spie­len für die Atom­lob­by ohne es zu wis­sen!)

    Beson­ders oft ist mir auf­ge­fal­len, dass Argu­men­te nach eige­nen Belie­ben gebeugt und ver­dreht wer­den. So wird die Beweis­last für eine Gesund­heits­ge­fährung kur­zer­hand umge­kehrt, Äpfel mit Bir­nen ver­gli­chen und gelo­gen. Ein Bei­spiel? Die aus­ge­reif­te HGÜ Tech­nik wird als uner­probt und expe­ri­men­tell ver­teu­felt, wäh­rend Power To Gas und LOHC, Tech­ni­ken also, die bis jetzt das Expe­ri­men­tal­sta­di­um nicht ver­las­sen haben, als hand­fes­te Alter­na­ti­ve für die Zukunft gehan­delt wer­den.

    Auf mei­ne Fra­ge vom 15.12.2014 um 9:44 habe ich bis jetzt noch kei­ne Ant­wort erhal­ten. Weil es wohl kei­ne gibt und alles frei erfun­den ist?

    Sie kön­nen sich die Ant­wort aller­dings auch spa­ren, da ich nicht mehr wei­ter auf Ihre mei­ner Mei­nung nach Mär­chen­sei­te schau­en. Wobei ich eher glau­be, dass Sie den Kom­men­tar sowie­so ent­fer­nen. Unlieb­sa­me Mei­nun­gen zu zen­sie­ren scheint ja so man­chen Befür­wor­ter hier zu haben.

    Mit Freund­li­chen Grü­ßen,
    Nor­bert Nehm.

    1. Sehr geehr­ter Herr Nehm,
      nichts liegt mir fer­ner als irgend­je­man­den zu dis­kre­di­tie­ren, weder Sie noch Herrn Prof. Bak­ran, auch wenn Sie bei­de ande­rer Mei­nung sind als ich. Den­noch müs­sen Sie mir es zuge­ste­hen, dass ich nach einer öffent­li­chen Podi­ums­dis­kus­si­on (ich glau­be im Febru­ar die­sen Jah­res), die auch im Radio über­tra­gen wur­de, den Ein­druck gewon­nen habe, dass es sich bei Herrn Bak­ran um einen Gesund­heits­ex­per­ten han­deln wür­de. Ich habe des­halb auf der ganz offi­zi­el­len Sei­te von Herrn Bak­ran nach­ge­se­hen, ob es viel­leicht doch Stu­di­en zu HGÜ-Lei­tun­gen hin­sicht­lich von Gesund­heits­ge­fah­ren gibt. Lei­der konn­te ich der­ar­ti­ge Stu­di­en nicht fin­den, son­dern nur tech­ni­sche Publi­ka­tio­nen über HGÜ-Lei­tun­gen und muss­te fest­stel­len, dass Herr Bak­ran Pro­fes­sor für Mech­an­tro­nik und nicht für Medi­zin ist .
      Hoch­ach­tungs­voll

  8. Sehr geehr­ter Herr Nehm,

    Sie haben dem­nach kei­ne Vor­ur­tei­le, aber Sie wis­sen, dass alle BI´ler die­se haben, was selbst ein Vor­ur­teil ist.

    Dage­gen weh­re ich mich ent­schie­den! Ich habe mich bis­her unvor­ein­ge­nom­men in sämt­li­che Dis­kus­sio­nen ein­ge­las­sen, viel mehr recher­chiert, als mei­ne kar­ge Frei­zeit zuläßt und bin als Abge­sand­ter beim Ener­gie­dia­log.

    Sie reden von Beweis­last bei Gesund­heits­ge­fähr­dun­gen. Es ist also Ihre Mei­nung, daß Bür­ger ange­sichts jeg­li­cher poten­ti­el­ler Gefähr­dung die Gefähr­lich­keit bewei­sen müs­sen, nicht der “Her­stel­ler” die Unge­fähr­lich­keit? Es ist in der Wis­sen­schaft tat­säch­lich noch nicht alles klar, so forscht unter ande­rem die Uni Regens­burg zu The­ma Raum­la­dungs­wol­ken, Aus­wir­kun­gen unbe­kannt.

    Zum The­ma Power-to- gas habe ich nun eini­ge Exper­ti­sen gese­hen und gehört, wel­che die Aus­sa­ge machen: Tech­nisch längst mög­lich, nur zu teu­er. Hier kommt die (feh­len­de) poli­ti­sche Gestal­tung zum Tra­gen, denn das Geld für ver­deck­te Sub­ven­tio­nen in Braun­koh­le ist da, die unver­ho­le­ne Sub­ven­tio­nie­rung für Tras­sen­bau eben­so, war­um nicht die­se Mit­tel in dezen­tra­le Struk­tu­ren ste­cken?

    Sie sagen: Wir wür­den den Atom­aus­stieg gefähr­den. Den gibt es eigent­lich sowie­so nicht. Was soll es denn für ein Atom­aus­stieg sein, wenn man in Deutsch­land abschal­tet und dann den Atom­strom aus dem Aus­land bezieht? Am bes­ten noch, um ihn dann lukra­tiv zu expor­tie­ren? (Net­to-Export­über­schuss 2013 ca. 1,9 Mrd. €, also bei­lei­be nicht nur ver­schenk­ter Wind­strom, wie so ger­ne behaup­tet wird). Zur Klar­stel­lung: Ich bin für einen wirk­li­chen Atom­aus­stieg, das letz­te, was ich beab­sich­ti­gen wür­de, wäre ein Aus­stieg aus dem Ausstieg.02.

    Zu Herrn Spa­ni­er: Die bis­her gül­ti­ge Vor­zug­stras­se läuft durch fünf (!) Natur­parks in Bay­ern. Von wegen, für die Natur gäbe es stär­ke­re Inter­es­sen­grup­pen.

    Bit­te ver­ges­sen Sie eines nicht: Die Wert­schöp­fung im länd­li­chen Raum wird durch eine sol­che Tras­se erheb­lich beein­träch­tigt. Ins­be­son­de­re in einem Gebiet wie dem Natur­park Frän­ki­sche Schweiz/Veldensteiner Forst, mei­ner Hei­mat, brau­chen wir die intak­te Land­schaft als Grund­la­ge für etli­che Wirt­schafts­zwei­ge. Die mit die­ser Tras­se ver­bun­de­ne Wert­schöp­fung geht kom­plett an uns vor­bei. Ande­ren geht es genau­so.

    Ich habe kei­nen Grund, Sie anzu­grei­fen. Wir dis­ku­tie­ren und ich hof­fe, Sie sind eben­so wie ich zu Empa­thie fähig.

    Per­sön­lich wür­de mich inter­es­sie­ren, was Sie zur Teil­nah­me an der Dis­kus­si­on bewegt. Dabei wäre es selbst­ver­ständ­lich fair, sich nicht hin­ter irgend­wel­chen Pseud­ony­men zu ver­ste­cken und kryp­ti­sche Andeu­tun­gen zu machen.

    Herr Spa­ni­er, sagen Sie doch ein­fach, wer Sie sind, und reden wir wei­ter. Ich bin sicher, Sie brau­chen kei­ne Angst um Leib und Leben zu haben. Die­se ent­springt wahr­schein­lich eher Ihrer schlech­ten Mei­nung über uns.

    Vie­le Grü­ße — U. Strauß

  9. Ich möch­te abschlie­ßend noch mal etwas zu den mög­li­chen gesund­heit­li­chen Risi­ken einer Gleich­strom­pas­sa­ge am Bei­spiel Asbest fest­ma­chen.
    Seit 1936 ist Asbes­to­se eine aner­kann­te Berufs­krank­heit in Deutsch­land. Die­se Krank­heit kann erst Jah­re nach dem Kon­takt mit Asbest aus­bre­chen. In den Nach­kriegs­jah­ren gab es einen Asbest­boom in Deutsch­land, da die­ser Werk­stoff als idea­le Iso­lie­rung galt. Erst in den neun­zi­ger Jah­ren des ver­gan­ge­nen Jahr­hun­derts wur­de Asbest kom­plett ver­bo­ten. Ein Grund, der damals gegen ein frü­he­res Ver­bot genannt wur­den, kommt mir heu­te im Zusam­men­hang mit einer Argu­men­ta­ti­on pro Gleich­strom­tras­sen selt­sam ver­traut vor: der Weg­fall von Arbeits­plät­zen und kein Nach­weis von gesund­heit­li­chen Beein­träch­ti­gun­gen.
    Damals hat man angeb­lich den kau­sa­len Zusam­men­hang nicht sehen kön­nen, bis heu­te müs­sen Asbest­pa­ti­en­ten nach­wei­sen, dass sie die Krank­heit auf­grund ihrer beruf­li­chen Tätig­keit haben, um eine Ren­te der gesetz­li­chen Unfall­ver­si­che­rung zu erhal­ten (http://www.asbesterkrankungen.de/betroffen/betroffen.html). Und da kom­men Leu­te daher, die sagen, es sind kei­ne gesund­heit­li­chen Beein­träch­ti­gun­gen zu erwar­ten im Zusam­men­hang mit Gleich­strom in Höchst­span­nung von 500 KV., alles nur dem Noce­bo-Effekt zuzu­schrei­ben. Mit Ver­laub, mir bleibt da ein­fach die Spu­cke weg.

    1. @ Uli Strauß:
      Ers­tens sind die Aus­wir­kun­gen von “Raum­la­dungs­wol­ken” (Ionen in der Luft) durch­aus bekannt:
      Sie besit­zen kei­ne direk­te Wir­kung (wur­de bereits in den 70ern bestä­tigt, wie man in der SSK-Emp­feh­lung nach­le­sen kann), und die jüngst vor­ge­schla­ge­ne indi­rek­te Wir­kung über die Ver­stär­kung der Wir­kung von Schad­stof­fen ist eben­falls ein Holz­weg: http://webarchive.nationalarchives.gov.uk/20140714084352/http://www.hpa.org.uk/webc/HPAwebFile/HPAweb_C/1194947415038 http://iopscience.iop.org/0952–4746/34/4/873/article
      Zwei­tens scheint Ihnen der Unter­schied zwi­schen einem Natur­park und einem Natur­schutz­ge­biet nicht bewusst zu sein. Nichts­des­to­trotz ist ins­be­son­de­re in die­sen Gebie­ten das Set­zen eini­ger Beton­fun­da­men­te gegen­über dem Ver­le­gen einer unter­ir­di­schen Stark­strom­lei­tung in mei­nen Augen der öko­lo­gisch effi­zi­en­te­re Weg.

      @ Maria Estl:
      Und sol­che Kom­men­ta­re sind der Grund, war­um Ihnen und Ihren Mit­strei­tern man­geln­de Kom­pe­tenz und das Ver­glei­chen von Äpfeln mit Bir­nen vor­ge­wor­fen wird.
      500kV übri­gens (mit Ver­laub, das “k” ist klein), sind für Sie nur dann schäd­lich, wenn sie an Ihrem Kör­per anlie­gen, aber Luft als guter Iso­la­tor schützt Sie davor zu genü­ge.

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