Bun­des­tags­wahl 2017: Kei­ne Stim­me für Mega­tras­sen-Befür­wor­ter

Am 24.09.2017 wird der neue Bun­des­tag gewählt. Gera­de wir waren in den letz­ten 3,5 Jah­ren sehr poli­tisch unter­wegs und haben die Par­tei­en zu die­ser The­ma­tik ken­nen­ge­lernt. Wer hat uns unter­stützt in unse­rem Anlie­gen einer Dezen­tra­len Ener­gie­wen­de, bei Demos und in Mün­chen und Ber­lin? Und wer hat uns und Ver­bün­de­te wie den Bund Natur­schutz igno­riert?
Unse­re Emp­feh­lung kann nur ein­deu­tig lau­ten: Am 24.09. kei­ne Stim­me für Ver­fech­ter von euro­päi­schen Atom- und Koh­le­strom­tras­sen!

Wir möch­ten spe­zi­ell auf die Wahl­prüf­stei­ne des Solar­ener­gie­för­der­ver­eins e.V. SFV hin­wei­sen und dort ins­be­son­de­re auf die Ant­wor­ten auf Fra­ge 4 d) Wol­len Sie den wei­te­ren Aus­bau zusätz­li­cher Fern­über­tra­gungs­net­ze been­den? Ja / Nein / mit Ein­schrän­kun­gen:

CDU/CSU
Nein

SPD
Nein, die Aus­bau­pla­nun­gen beru­hen auf den Bedarfs­er­mitt­lun­gen aus dem Ener­gie­lei­tungs­aus­bau­ge­setz (EnLAG) und dem Bun­des­be­darfs­plan­ge­setz (BBPlG).

Bünd­nis 90 / Die Grü­nen
Nein. Wir GRÜNE set­zen uns für die voll­stän­di­ge Umstel­lung der Strom­ver­sor­gung auf erneu­er­ba­re Ener­gi­en ein. Um dies zu schaf­fen, muss die ver­al­te­te Netz­in­fra­struk­tur fit gemacht wer­den. Nur so ist garan­tiert, dass die teils stark schwan­ken­den erneu­er­ba­ren Strom­quel­len dezen­tral ins Netz ein­ge­speist wer­den kön­nen und dass Wind­strom aus dem Nor­den effi­zi­ent und weit­räu­mig in die Ver­brauchs­hoch­bur­gen in Süd- und West­deutsch­land über­tra­gen wird. Dazu braucht es auch neue Strom­tras­sen.

Die LINKE
Der Netz­ent­wick­lungs­plan muss anhand neu­er Ziel­kri­te­ri­en über­ar­bei­tet und an ambi­tio­nier­ten Kli­ma­schutz­zie­len aus­ge­rich­tet wer­den. Wenn der Koh­le­aus­stieg beschleu­nigt wird und eine dezen­tra­le Ener­gie­ver­sor­gung sowie ein Aus­bau der Spei­cher­sys­te­me vor­an gebracht wer­den, ist auch ein deut­lich gerin­ge­rer Netz­aus­bau erfor­der­lich als er jetzt – getrie­ben von den Pro­fit­in­ter­es­sen der Über­tra­gungs­netz- und Koh­le­kraft­werks­be­trei­ber – geplant ist.

FDP
Nein. Die Neu­struk­tu­rie­rung der Ener­gie­ver­sor­gung, wie auch immer sie sich in den kom­men­den Jahr­zehn­ten ent­wi­ckeln wird, erfor­dert die Anpas­sung des Strom­net­zes an Fle­xi­bi­li­täts­an­for­de­run­gen und die über­re­gio­na­le Über­tra­gung gro­ßer Strom­men­gen. Daher ist der Aus­bau des Über­tra­gungs­net­zes zwin­gend not­wen­dig, aller­dings wird sich zei­gen, in wel­chem Umfang das letzt­lich gesche­hen muss.

ÖDP
Der wei­te­re Aus­bau zusätz­li­cher Fern­über­tra­gungs­net­ze muss auf sei­ne Not­wen­dig­keit hin über­prüft wer­den. Ins­be­son­de­re ist er im Licht eines zügi­gen Aus­stiegs aus der Koh­le­ver­stro­mung neu zu bewer­ten.

Freie Wäh­ler
Mit Ein­schrän­kun­gen, Wir leh­nen den Bau der HGÜ-Lei­tun­gen ab. Für Dreh­strom­lei­tun­gen gilt: So viel wie nötig, so wenig wie irgend­wie mög­lich.

Die Pira­ten
Ja, wir for­dern einen sofor­ti­gen Stopp des Baus der Strom­tras­sen und eine Offen­le­gung der Daten die bele­gen war­um die­se Tras­sen angeb­lich benö­tigt wer­den. Nach unse­ren Kennt­nis­sen ist prak­tisch kei­ne davon für die Ener­gie­wen­de not­wen­dig und der Bau hat nur einen wei­te­ren Anstieg der Netz­ent­gel­te zur Fol­ge.

Hier noch die gesam­ten Wahl­prüf­stei­ne des SFVhttp://www.sfv.de/artikel/antworten_der_parteien_auf_die_energiepolitischen_wahlpruefsteine_zur_bundestags.htm

Ein Gedanke zu „Bun­des­tags­wahl 2017: Kei­ne Stim­me für Mega­tras­sen-Befür­wor­ter“

  1. Anhand der von den ein­zel­nen Par­tei­en gege­be­nen Ant­wor­ten soll­te man von vorn­her­ein CDU/CSU, SPD, Grü­ne und FDP nicht wäh­len. Auch wenn die FDP in der letz­ten Legis­la­tur­pe­ri­ode nicht im Bun­des­tag ver­tre­ten war, hät­te sie für die Tras­sen gestimmt. Ganz wie CDU/CSU, SPD und die Grü­nen. Nur die LINKE stimmt im Bun­des­tag dage­gen. Und in Bay­ern die Frei­en Wäh­ler als ein­zi­ge Grup­pie­rung. Die LINKE ist dort noch nicht ver­tre­ten.

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