Eine neue Lösung? Was­ser­kraft aus Öster­reich

© by-studio - Fotolia.comWoher kommt der Strom, wenn 2022 die Atom­kraft­wer­ke abge­schal­tet wer­den? Ein neu­er Part­ner hat sich nun ins Spiel gebracht. Öster­reich. Der Baye­ri­schen Staats­re­gie­rung wur­de nach Medi­en­be­rich­ten ein Ange­bot unter­brei­tet, dass die Ener­gie­ver­sor­gung für Bay­ern sichern könn­te.

Der öster­rei­chi­sche Ener­gie­ver­sor­ger Ver­bund kann 5200 Mega­watt (MW) zur Ver­fü­gung stel­len, sag­te der Vor­stands­chef des Unter­neh­mens, Wolf­gang Anzen­gru­ber. Die­se 5200 Mega­watt ent­spre­chen ziem­lich genau der Leis­tung, die die vier noch in Betrieb befind­li­chen baye­ri­schen Atom­kraft­wer­ke an Ener­gie erzeu­gen.

Bezeich­nung Net­to­leis­tung
in MW
Isar/Ohu 2 1410
Gra­fen­rhein­feld 1275
Gund­rem­min­gen C 1288
Gund­rem­min­gen B 1284
Gesamt 5257

Selbst für den Trans­port des Stro­mes hat Anzen­gru­ber eine Lösung.  “Die Lei­tun­gen sind bereits vor­han­den, man müss­te kei­ne neu­en bau­en”, sag­te der Vor­stands­vor­sit­zen­de.

Mit die­ser Lösung wäre die Ver­sor­gungss­si­cher­heit gewähr­leis­tet und und es müs­sen kei­ne neu­en Strom­tras­sen gebaut wer­den.  “Was die Kraft­werks­ka­pa­zi­tä­ten anbe­langt, so kön­nen wir sie mit genau­en Kenn­zif­fern hin­ter­le­gen”, sag­te Anzen­gru­ber. “Also mit vor­han­de­nen Anla­gen, ob das nun Pump­spei­cher, Gas­tur­bi­nen oder ande­re sind.” Die Anla­gen könn­ten exklu­siv für Bay­ern zur Ver­fü­gung gestellt wer­den, sie könn­ten lau­fen, wann immer sie benö­tigt wer­den.

Sicher hat das Unter­neh­men Ver­bund auch hier das Inter­es­se Geld zu ver­die­nen, Ver­bund ist aber auch eines der größ­ten Was­ser­kraft­un­ter­neh­men in Euro­pa. 90 % des Stro­mes erzeugt Ver­bund aus Was­ser­kraft, also eine sau­be­re Ener­gie­quel­le.

Bleibt noch die Fra­ge, wohin ver­kauft der Nor­den dann sei­nen über­schüs­si­gen Wind­strom!

Ist das die Lösung auf die alle gewar­tet haben oder ist hier der Wunsch der Vater des Gedan­ken? Gebt Eure Mei­nung in den Kom­men­ta­ren ab.

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12 Gedanken zu „Eine neue Lösung? Was­ser­kraft aus Öster­reich“

  1. Die­ses Ange­bot klingt zumin­dest mal sehr gut und könn­te durch­aus eine Lösung sein.
    Die Tat­sa­che, dass das Unter­neh­men auch Geld ver­die­nen will oder muss ist ja nicht auto­ma­tisch zu ver­ur­tei­len. Wie gut oder schlecht sich Bay­ern dabei stellt, kommt ganz auf die Ver­trä­ge an, die dann ggfs. abge­schlos­sen wer­den, da muss man natür­lich auf­pas­sen.
    Bei “unse­rer” Mons­ter­tras­se, dem Kor­ri­dor Süd Ost sind der Nor­den und die Mit­te Bay­erns auf jeden Fall über den Tisch gezo­gen wor­den, uns mutet man eine uner­prob­te, risi­ko­be­haf­te­te und naturun­ver­träg­li­che HGÜ- Tech­nik zu, die zudem noch den Beweis schul­dig ist, zu 100% zu funk­tio­nie­ren. Der Wech­sel­strom aus den Wind­parks muss ja erst in Gleich­strom umge­wan­delt wer­den, um durch die HGÜ trans­por­tiert wer­den zu kön­nen. Und erst wür­de sowie­so mal Koh­le­strom flie­ßen, bis es kei­ne Braun­koh­le mehr gibt.
    So könn­ten wir unse­ren Strom dezen­tral erzeu­gen, vor Ort und die im Süden aus Öster­reich ver­sorgt wer­den. Der in Nord­deutsch­land bis­lang erzeug­te Strom muss uns nicht unbe­dingt küm­mern, die kön­nen ihn ja für die Bre­mer Stadt­mu­si­kan­ten (a la Lex Hart­man ) ver­wen­den.
    Die­se Gedan­ken sind erst mal ganz ins Unrei­ne und spon­tan geäu­ßert.

    1. Das mit dem Geld ver­die­nen wart kei­ne Kri­tik an Ver­bund. Es ist völ­lig legi­tim, das jemand Geld ver­die­nen will. Das schö­ne hier­bei ist, dass Ver­bund schon sehr viel auf rege­ne­ra­ti­ve Ener­gi­en setzt und dabei auch noch die vor­han­de­ne (!) Infra­struk­tur nutzt.

  2. Lie­be Mit­strei­ter,
    die “baye­ri­schen” Was­ser­kraft­wer­ke gehö­ren seit ca. zwei Jah­ren sowie­so schon den Öster­rei­chern! (War nur eine Kurz­mel­dung von ca. 5 cm Brei­te und ca. 10 Zei­len in der Zei­tung wert … ). Mit Was­ser­kraft ken­nen die sich aus. In wel­che Rich­tung der Strom von ihnen geschickt wird, spielt auch kei­ne Rol­le.

  3. Ich fin­de die Lösung gut, wenn erneu­er­ba­re Ener­gi­en über bereits bestehen­de Lei­tun­gen die Strom­ver­sor­gung für Bay­ern sichern. Wir hät­ten dann Zeit, unse­re dezen­tra­le Ener­gie­ver­sor­gung wei­ter aus zu bau­en. Wenn die­ser Ver­sor­ger Geld ver­dient, ist das o. k. Die Netz­be­trei­ber wür­den es ja auch tun — aller­dings zum Groß­teil mit Koh­le­strom. Bei den der­zei­ti­gen Berich­ten zum The­ma Kli­ma­er­wär­mung sind wir es unse­ren Kin­dern schul­dig, von der Koh­le­strom­erzeu­gung weg zu kom­men.

  4. Die Ver­bund AG ver­kauft grü­ne Ener­gie aus Pump­spei­cher­kraft­wer­ken nach Deutsch­land (evtl. sogar mit EEG Ein­spei­se­ver­gü­tung?) und gleicht die Fehl­men­ge in Öster­reich durch den Import von Koh­le & Atom­strom aus. Unser Kapi­tal fließt nach Öster­reich.
    Wäh­rend­des­sen weiß man im Nor­den zu Spit­zen­zei­ten nicht wohin mit dem gan­zen Strom, die WK Anla­gen wer­den abge­schal­tet. Der Mit­tel­stand und die Pri­vat­leu­te, die in sol­che Anla­gen inves­tiert haben ver­lie­ren Ein­nah­men und ihr inves­tier­tes Geld.

    Denkt von denen, die die­se Idee beju­beln eigent­lich einer mit?

    1. Ja Hal­lo “Tut nichts zur Sache”; habe schon lan­ge nichts von Ihnen gele­sen. Hof­fent­lich waren Sie im Urlaub und nicht krank. Ehr­lich.
      Ihrem Kom­men­tar darf ich aner­ken­nend zustim­men. Dan­ke für den Impuls.

  5. Lie­ber Herr Bias,

    dan­ke der Nach­fra­ge, ich hat­te ein­fach nur kei­ne Zeit um mich hier als Befür­wor­ter einer HGÜ Lei­tung und in man­chen Augen auch als Seit­ent­roll zu betä­ti­gen.

    Was mir erst im Nach­gang auf­fällt: Den Bericht und vie­le Kom­men­ta­re hier (und auch im ande­ren Ein­trag) ver­ste­he ich als Hoff­nung, dass durch die Was­ser­kraft aus Öster­reich die Ver­sor­gungs­si­cher­heit in Bay­ern auch nach Abschal­tung der AKW gewähr­leis­tet wird und daher die­se Wind­strom­lei­tung nicht mehr benö­tigt wird.

    Impli­ziert das aber nicht auch, dass vie­le Teil­neh­mer hier Angst um die Ver­sor­gungs­si­cher­heit haben, die doch auch ohne HGÜ gewähr­leis­tet sein soll­te?

  6. Bleibt noch die Fra­ge, wohin ver­kauft der Nor­den dann sei­nen über­schüs­si­gen Wind­strom!”

    Ist es nicht so, dass 3 von rest­li­chen 6 AKW´s die bis 2022 vom Netz gehen, in Nord­deutsch­land ste­hen? Somit macht es wenig Sinn über einen Strom­trans­port in den Süden nach­zu­den­ken.

    Auch dann wenn Strom­tras­sen durch­ge­setzt wer­den soll­ten, brau­chen wir Strom­spei­cher. Daher soll­te man sich zuerst mit die­sen befas­sen (neben der Spei­che­rung in Bat­te­ri­en gibt es vie­le Alter­na­ti­ven die bereits ein­setz­bar sind oder in naher Zukunft zur Ver­fü­gung ste­hen wer­den (Power-to-Gas, Power-to-Liquid, Druck­luft­spei­cher, …). Aus­ser­dem muss das enor­me Ener­gie­ein­spar­po­ten­ti­al ernst­haft ange­gan­gen wer­den. Die Feh­len­de Ener­gie bzw. Strom kann dann bevor­zugt aus dezen­tra­len (erneu­er­ba­ren) Quel­len bereit­ge­stellt wer­den. Wenn abseh­bar ist, dass dies nicht aus­reicht kann man auf das Ange­bot der Öster­rei­cher ein­ge­hen; aber gleich­zei­tig soll­te man dar­auf drän­gen bzw. sich ver­ge­wis­sern, dass auch dort aus der Koh­le­ver­stro­mung aus­ge­stie­gen wird. HGÜ, Fracking, Koh­le, Atom usw. haben eines gemein­sam: die Finanz­wirt­schaft gibt hier den Ton an.

    Eine Bit­te an alle Akti­vis­ten: nicht nur auf ein The­ma beschrän­ken (Strom­tras­se, Natur­schutz, Tier­schutz…) beschrän­ken, sonst sind die Bemü­hun­gen umsonst (s. Frei­han­dels­ab­kom­men TTIP, TISA, CETA; Finanz­trans­ak­ti­ons­steu­er; Ent­wick­lungs-/Flücht­lings­hil­fe; Res­sour­cen­ver­brauch…). Ein Hoff­nungs­schim­mer: immer mehr erken­nen die Pro­ble­ma­tik, auch wenn es noch viel zu weni­ge sind.

  7. Lie­ber Herr Schmid,
    ich wet­te mit Ihnen, dass — egal wel­ches EE Pro­jekt (Spei­cher, Anla­ge…) geplant wer­den soll — eine BI dage­gen gegrün­det wird.

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