Ener­gie­dia­log — und jetzt?

Text u.a. von: Inge Hof­gärt­ner <ingehofgaertner@freenet.de>

2-x, das ist die Kern­aus­sa­ge beim Ener­gie­dia­log zum The­ma neue Strom­tras­sen.

Die resul­tie­ren­de Glei­chung aus dem Ener­gie­dia­log müss­te statt der alles offen hal­ten­den 2-x ein­deu­tig lau­ten: 4+1=5. Das sind genau die 5GW Leis­tung, um wel­che es nach der Abschal­tung der baye­ri­schen Atom­kraft­wer­ke geht. Knapp 4GW wird die im Bau befind­li­che Thü­rin­ger Strom­brü­cke lie­fern, gut 1GW das Irschin­ger Gas­kraft­werk.

Was heißt die­se 2-x? Mir, der das Ende des Ener­gie­dia­logs mit Span­nung erwar­tet hat sagt das genau­so viel wie vor­her. Eine kla­re Aus­sa­ge der Baye­ri­schen Staats­re­gie­rung hät­te ich mir gewünscht. Wäh­rend Horst See­ho­fer vor eini­gen Wochen noch gesagt hat, wir benö­ti­gen gar kei­ne Tras­se, sah es mit die­ser Aus­sa­ge nach 2–2 aus. So ein­fach wird es nicht. die Angst vie­ler ist ein 2–0.

Seit Novem­ber lief der Ener­gie­dia­log, man hört schon von Stim­men, die von Ver­schwen­dung von Steu­er­gel­dern spre­chen. Soweit wür­de ich nicht gehen, aber für die Steu­er­gel­der, die defi­ni­tiv auf­ge­bracht wur­den, hät­te ich mir ein kla­re­res State­ment gewünscht.

Kurz vor Ende des E-Dia­logs gab es noch eine klei­ne Mei­nungs­ver­schie­den­heit zwi­schen See­ho­fer und Aigner. Steckt viel­leicht der Chef Horst See­ho­fer hin­ter Ilse Aigners nichts­sa­gen­den Aus­sa­gen? Wälzt sie alle Ent­schei­dungs­ge­walt nach Ber­lin ab, weil ihr die Hän­de gebun­den sind? Tön­te sie doch noch vor kur­zem, sie trä­fe die Ent­schei­dun­gen, weil sie die Minis­te­rin ist.

Eine Grup­pe von Dele­gier­ten aus Bay­ern (kei­ne genaue­ren Infos) wird sich am ende der Woche auf den Weg nach Ber­lin, zu Bun­des­wirt­schafts­mi­nis­ter Sig­mar Gabri­el machen. Unter den Dele­gier­ten soll auch Horst See­ho­fer sein. Dort hof­fent­lich die Glei­chung 2–2 gefor­dert.

2–2Warum, die Strom­pas­sa­ge Süd-Ost ist nicht für die Ver­sor­gungs­si­cher­heit rele­vant ist wur­de schon oft dis­ku­tiert. aber auch der SUED.LINK beein­flusst die Süd-Ost Pas­sa­ge. Dar­über bald mehr.

Fotos: © MH — fotolia.de

Ein Gedanke zu „Ener­gie­dia­log — und jetzt?“

  1. Ich bin der Mei­nung, dass der Ener­gie­dia­log schon zu der Zeit, als man den Aus­stieg aus der Atom­ener­gie beschlos­sen hat, hät­te statt­fin­den müs­sen. Wenn man die Pres­se­mit­tei­lung des Minis­te­ri­ums liest, sind schon gute Vor­schlä­ge erar­bei­tet wor­den, aber für die Umset­zung ist die letz­ten Jah­re viel Zeit ver­lo­ren gegan­gen. Wenn man eine ech­te Ener­gie­wen­de will, muss man Bür­gern und Wirt­schaft ent­spre­chen­de Anrei­ze zur Umset­zung geben. Was auch immer nicht deut­lich wird, ist die Men­ge an Ener­gie, die fehlt. Es ist auch nicht ein­deu­tig zu erken­nen, ob bei die­ser “Fehl­men­ge” die Thü­rin­ger Strom­brü­cke ein­ge­rech­net ist, oder nicht. Was ich bei den Ergeb­nis­sen aber kom­plett ver­mis­se ist die Power-to-Gas-Metho­de, die bereits ein­setz­bar ist.

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