Der Koh­le­mi­nis­ter

Von: Rein­hard Sche­chin­ger ( reinhard.schechinger@t-online.de)

Die HGÜ-Süd-Ost Tras­se dient dem Abtrans­port des Braun­koh­le­stroms aus dem Osten, wel­cher bun­des­weit durch die stei­gen­de Ein­spei­sung von Strom aus Erneu­er­ba­ren Ener­gi­en, EE, immer über­flüs­si­ger wird.

Mit der Tras­se wird ver­sucht, das dar­ben­de Geschäfts­mo­dell von weni­gen Stro­mo­li­go­po­lis­ten zu ret­ten und deren Nie­der­gang poli­tisch auf spä­te­re Wahl­pe­ri­oden zu ver­schie­ben.

Das ist das St. Flo­ri­ans- Prin­zip der Ener­gie- Lob­by- Poli­tik in der Rein­form:

Sol­len doch die „ande­ren“ den Koh­le­kum­pels erzäh­len, dass deren Arbeits­plät­ze zu einer über­hol­ten Indus­trie gehö­ren! Und sol­len doch unse­re Kin­der und Enkel die Zeche für die ato­ma­ren End­la­ger, AKW-Rui­nen und den CO2- beding­ten Kli­ma­wan­del bezah­len!

Lan­ge Zeit wur­de die Bedeu­tung des Koh­le­stroms bei der Pla­nung des NEP ver­schwie­gen und selbst das deut­sche Par­la­ment hin­ter­gan­gen:

Im Fall der Pla­nung einer Gleich­strom­pas­sa­ge Süd-Ost von Bad Lauch­städt nach Mei­t­in­gen besteht der Ver­dacht, dass im Vor­feld der Bera­tun­gen zum Gesetz über den Bun­des­be­darfs­plan die tech­ni­sche Not­wen­dig­keit und die wirt­schaft­li­chen Hin­ter­grün­de bewusst ein­sei­tig dar­ge­stellt wor­den sind, um eine Auf­nah­me des Pro­jekts in den Bun­des­be­darfs­plan zu errei­chen.“ (MdB Dr. Rein­hard Brandl, CSU in: http://www.reinhard-brandl.de/suche/?q=stellungnahme abge­ru­fen am 28.01.2015).

An der Spit­ze der Koh­le­strom­lob­by sehe ich unse­ren Ener­gie- und Wirt­schafts­mi­nis­ter Sig­mar Gabri­el, SPD!

In einem vor­lie­gen­den Brief, sie­he

http://www.handelsblatt.com/wirtschaft-handel-und-finanzen-gabriel-steht-zum- ausbau-des-braunkohle-tagebaus/11117730.html, abge­ru­fen am 28.01.2015,

an den neu­en schwe­di­schen Regie­rungs­chef, Ste­fan Löf­ven, stellt er fest, wie wich­tig es für ihn per­sön­lich wäre, „important to me per­so­nal­ly that Vat­ten­fall Euro­pe Power&Generation invests in ‚Wel­zow-Süd II‘ and ‚Noch­ten II‘ and con­ti­nues with its explo­ra­ti­on activi­ties.“

Er meint den Koh­le­ab­bau und die Umsied­lung und Ver­trei­bung der Bevöl­ke­rung und

- die Koh­le­ver­stro­mung im Osten! Er ist sich nicht zu scha­de und erdreis­tet sich, dem aus­län­di­schen Regie­rungs­chef, der in sei­ner Regie­rungs­er­klä­rung dem Staats­kon­zern Vat­ten­fall die Abkehr von der Koh­le ver­ord­net hat, in den Arm zu fal­len und für die Koh­le­ver­stro­mung bis 2050 in Deutsch­land zu plä­die­ren. Unfass­bar!!

An den bei­den genann­ten Poli­ti­ker­bei­spie­len kann man sehr gut die Ent­wick­lung zwei­er Poli­ti­ker ver­fol­gen:

Der eine vom betro­ge­nen Ener­gie-Sau­lus zum kämp­fe­ri­schen Tras­sen­geg­ner- Pau­lus, der ande­re vom Umwelt- zum Koh­le­mi­nis­ter!

Voll­kom­men rich­tig, Michae­la Grün­der: „Wir Wäh­ler haben ein gutes Gedächt­nis!“ Fort­set­zung folgt: „Die (Gesin­nungs-) Genos­sen des Koh­le­mi­nis­ters“

5 Gedanken zu „Der Koh­le­mi­nis­ter“

  1. Da zeigt Sig­mar Gabri­el sein wah­res Gesicht, unfass­bar, so sei­nen Amts­eid zu ver­let­zen. Er hat geschwo­ren, Scha­den vom deut­schen Volk abzu­wen­den, statt des­sen betreibt er aktiv die Zer­stö­rung gan­zer Land­stri­che in Bran­den­burg, Sach­sen-Anhalt und Bay­ern, indem er Koh­le­ab­bau erzwin­gen will um damit das „Fut­ter“ für die die Süd Ost-Tras­se zu beschaf­fen. Und er wirft sei­ne per­sön­li­chen Inter­es­sen in die Waag­scha­le, null Ver­ant­wor­tungs­be­wusst­sein.
    Und Frau Koh­nen jam­mert in einem fort und ärgert sich sehr, dass ihr armer Sig­mar vom bösen Horst See­ho­fer den soge­nann­ten Schwar­zen Peter zuge­scho­ben bekommt. Den hat sich Sig­mar doch längst selbst geholt, indem er unfle­xi­bel immer wie­der die Not­wen­dig­keit der Tras­sen pro­kla­mier­te. Jetzt wis­sen wir war­um, sei­ner per­sön­li­chen , poli­ti­schen Ambi­tio­nen wegen. Nata­scha Koh­nen scheint auch sau­er zu sein, weil sie nun nicht mehr in der Ver­gan­gen­heit her­um­sto­chern und Horst See­ho­fer die allei­ni­ge Ver­ant­wor­tung für den Tras­sen­bau zuschie­ben kann. Trau­rig, aber wahr, jetzt liegt nun mal der Ball bei Gabri­el, denn er ist der zustän­di­ge Bun­des­mi­nis­ter. Bewah­re uns Gott davor, dass er jemals wie­der poli­ti­sche Ver­ant­wor­tung tra­gen darf und Politiker/Innen wie Nata­scha Koh­nen in Bay­ern ein­mal etwas zu sagen haben. Anmer­kung: Nata­scha Koh­nen ist der­zeit SPD Gene­ral­se­kre­tä­rin in Bay­ern.

    1. @Andreas Bür­mann
      nein, nur noch mehr offen­ge­leg­te Pein­lich­kei­ten. Herr Free­se scheint aber noch nicht mal ein Unrechts­be­wusst­sein zu haben. Ja, ja, die Koh­le­seil­schaf­ten des Sig­mar Gabri­el

      1. Die Ver­flech­tun­gen zwi­schen Poli­tik und Wirt­schaft sind so eng, das kann man gar nicht glau­ben. Von Unrechts­be­wusst­sein kei­ne Spur! Schlimm fin­de ich, dass man sol­che Zusam­men­hän­ge sehr sel­ten aus der täg­li­chen Pres­se erfährt, son­dern wirk­lich recher­chie­ren muss, um das über­haupt mit­zu­be­kom­men.
        Die Tren­nung von Poli­tik und Wirt­schaft gehört gesetz­lich gere­gelt, damit die Poli­ti­ker wie­der unab­hän­gi­ger sind.
        Die ÖDP ist die ein­zi­ge Par­tei, die kei­ne Fir­men­spen­den annimmt. Im Pro­gramm steht: “Par­tei­spen­den von Fir­men und Groß­or­ga­ni­sa­tio­nen an poli­ti­sche Par­tei­en und Wäh­ler­ver­ei­ni­gun­gen sind zu ver­bie­ten, um die Käuf­lich­keit von Par­tei­en zu ver­hin­dern.” Auch die Ämter, die unse­re Poli­ti­ker in Fir­men haben, z. B. Bera­ter­ver­trä­ge oder einen Sitz im Auf­sichts­rat usw. müss­ten die Wäh­ler mei­ner Mei­nung nach auto­ma­tisch erfah­ren, denn nur so weiß man wirk­lich wen oder was man wählt. Gera­de in Bay­ern sieht man aber, dass vie­le Wäh­ler ein schlech­tes Gedächt­nis haben oder man­gel­haft infor­miert sind, anders kann ich mir das nicht erklä­ren…

  2. @Angela Frank
    Wes­halb wir aus den Medi­en kaum etwas über die Ver­flech­tun­gen zwi­schen Wirt­schaft und Poli­tik erfah­ren, wird mir bei der Lek­tü­re des Buches “Gekauf­te Jour­na­lis­ten” von Udo Ulfkot­te – Er war selbst 17 Jah­re Jour­na­list für die FAZ. – immer kla­rer! Die “Alpha-Jouna­lis­ten” sind ganz genau­so mit Wirt­schaft und Poli­tik ver­floch­ten! Eine freie und unab­hän­gi­ge Bericht­erstat­tung scheint es nicht mehr zu geben.…
    http://www.gekaufte-journalisten.de

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