Die neuen Trassen sind da

Das war es also, das große Geheimnis der neuen Trassenkorridore ist gelüftet und was wissen wir jetzt? Leider nicht sehr viel mehr als vorher.

Der Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) Tennet, der die Trassenplanung  des SuedOstLink von Amprion übernommen hat, hat die Grobkorridore für besagte Hochspannungsgleichstromtrasse (HGÜ) vorgestellt. Es war ja bereits bekannt, dass die Trassenführung  in Oberfranken von der bisherigen Route abzweigt und nun durch den Osten der Oberpfalz verläuft. Markante Wegpunkte sind nun Hof, Marktredwitz, Weiden, Schwandorf und Regensburg.

Sicherlich wird der ein oder andere, der jetzt nicht mehr direkt betroffen ist aufatmen, es bleibt aber abzuwarten, ob durch hinzukommende Ersatztrassen nicht mehr Bürger vom Trassenbau betroffen sind als vorher. Mehr Gegenwind dürften nun aus den neuen betroffenen Gebieten auf ÜNB und Politik zukommen, denn mit bekanntgabe der neuen Pläne realisieren jetzt weitere Bürger, dass sie direkt betroffen sind.

Es ist sehr zu bedauern, dass es die Politik nicht geschafft hat, entgegen früheren Versprechungen den Ausbau von Atom- und Kohlestromtrassen zu verhindern.

Immerhin, die neue Trasse wird als Erdverkabelung geplant. So wird versucht mehr Akzeptanz für die Trassen zu schaffen, ganz nach dem Motto.

Aus den Augen, aus dem Sinn.

Die aktuellen Karten von Tennet gibt es hier als Download: http://www.tennet.eu/de/unser-netz/onshore-projekte-deutschland/suedostlink/trassen-verlauf/

 

Bilder: © JoachimLechner / Fotolia.com

2 Gedanken zu „Die neuen Trassen sind da“

  1. Das ist doch alles nichts Neues. Diese Route war die ganze Zeit als Favoritentrasse im Gespräch, man hat zwar noch auf ein Wunder gehofft aber das geschah nicht.
    Für mich sieht das so aus als hätte man die Menschen nach Klassen eingestuft. Dünne Besiedlung ist gleich wenig Wähler ist gleich unterste Klasse oder so ähnlich.
    Wenn man sich nun die Sache von außen ansieht, dann hat es München schon schön. Keine Windräder, (heute war wieder wunderschöner Wind), keine Stromtrassen und trotzdem wunderbar versorgt. Der Chef der SWM Dr. Bieberbach prahlt mit seinem Ökostrom den er an der Nordsee mittels Windparks erzeugt, und den die HGÜs nach Oberbayern bringen sollen, und wenn er da nicht gebraucht wird geht’s damit ab nach Österreich oder Italien oder wenn es keinen Wind gibt, dann werden wahrscheinlich neue AKWs in Polen den Strom liefern der die Grundlast absichert, für München ist alles in Butter.
    Wenn die Oberfranken mehr Windstrom ausbauen als sie brauchen so müssen da neben den HGÜs künftig noch zusätzliche Trassen gebaut werden die den Überschuss dann dorthin bringen wo es keine Windräder gibt. Sie dürfen da aber niemand einen Vorwurf machen, denn keiner wurde gezwungen. Dem einen ist seine Landschaft eben heilig, dem andern der Geldtopf.
    Das ganze Politikergezerre war nur ein Ablenkmanöver, nicht dass die Betroffenen noch darauf kommen hier zu klagen. Was die Sache unnötig hinauszögern würde.
    Denn immerhin geht es bei dem Netzausbau über Deutschland um den erweiterten europäischen Binnenmarkt. So wie ich das verstanden habe, sind da auch schon Gelder geflossen. An den Plan wird schon seit 1998 geschnitzt. Die Energiewende kam da als Deckmäntelchen wunderbar zur Hilfe.
    Was die AKWs in Deutschland betrifft, die hatten alle die Laufzeit von 40 Jahren am Buckel, früher oder später hätte da neu gebaut werden müssen. Nun baut man eben im Ausland die AKWs und zusätzlich die Trassen, mit denen man den Atomstrom wieder ins Land holt.
    Ja, ja die Energiekonzerne planen auf lange Sicht, das können schon mal 20 Jahre sein.
    Eine zusätzliche Gefahr in der Sache sehe ich darin, dass der Strom in Deutschland immer teurer wird und im Ausland immer billiger, das kann dazu führen, dass die Industrie ihre Produktion dahin verlegt wo der Strom nur die Hälfte kostet.

  2. Wir dürfen sie weiterhin „Monstertrassen“ nennen: Sie zerstören die Energiewende und leiten Atom- und Kohlestrom quer durch Europa. Und sie werden monstermäßig viel kosten – wie viel, dazu gibt es Statements von so unterschiedlichen Höhen, dass man getrost sagen kann: die haben schlicht keine Ahnung. Das wird wie Stuttgart 21 oder BER.

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