ARD-Bei­trag zur Wind­kraft: Lob­by­is­mus und Des­in­for­ma­ti­on im Öffent­lich-Recht­li­chen

Von: Dör­te Hamann (bi-leinburg@stromautobahn.de)

Am Mon­tag, den 01.08.2016, lief in der ARD der Bei­trag “Der Kampf um die Wind­rä­der”[1]- nach Ansicht der Autoren eines der “emo­tio­nals­ten Streit­the­men der aktu­el­len Zeit: poli­tisch for­ciert, finan­zi­ell stark geför­dert, getra­gen von weit­rei­chen­den öko­no­mi­schen und öko­lo­gi­schen Erwar­tun­gen — und zugleich mit gro­ßen Ängs­ten besetzt”. Die­se Ängs­te wei­ter zu schü­ren war offen­sicht­lich auch die Absicht von Clau­dia But­ter und Achim Rein­hardt, die es ver­säum­ten, einen aus­ge­wo­ge­nen Bei­trag zu die­sem wich­ti­gen The­ma zu leis­ten. Statt­des­sen lebt der Bericht aus­schließ­lich von Stim­mungs­ma­che gegen die offen­sicht­lich als sinn­los betrach­te­te Beein­träch­ti­gung der Natur. Wel­che Vor­tei­le Wind­kraft gegen­über den schmut­zi­gen Ener­gi­en und den durch die­se ver­ur­sach­ten Umwelt­zer­stö­run­gen hat, und war­um es unaus­weich­lich ist, dass Wind­kraft dazu bei­trägt, die Nut­zung von Koh­le- und Atom­kraft zu erset­zen, davon han­delt der Film nicht.

Als Real­sa­ti­re muss man die Tat­sa­che bewer­ten, dass mit Micha­el Fuchs (CDU) aus­ge­rech­net ein bekann­ter und beken­nen­der Atom­kraft-Befür­wor­ter als Kron­zeu­ge gegen “Wind­kraft-Lob­by­is­mus” auf­tre­ten darf.

Bemer­kens­wert, aber nicht neu ist der Vor­wurf gegen­über dem Bund für Umwelt und Natur­schutz Deutsch­land (BUND), er wür­de „Wind­kraft-Lob­by­is­mus“ betrei­ben. Inter­es­sant ist die­se Kri­tik vor allem des­halb, weil sie sich mit den immer wie­der gestar­te­ten Ver­su­chen deckt, wie sie auch aus Krei­sen der Ver­nunft­kraft und des VLAB (Ver­ein für Land­schafts­pfle­ge & Arten­schutz in Bay­ern), bei dem unter ande­rem der bekann­te Wind­kraft­geg­ner Enoch zu Gut­ten­berg die hys­te­ri­schen Angrif­fe gegen die „Ver­spar­ge­lung der Land­schaft“ diri­giert, bekannt sind. Eine dif­fe­ren­zier­te Aus­ein­an­der­set­zung um die unaus­weich­li­che Not­wen­dig­keit der Ener­gie­wen­de vor Ort fin­det in die­sen Wind­kraft­geg­ner-Krei­sen nicht statt. Aber was man fin­det, wenn man ein wenig genau­er hin­schaut, sind Anschau­un­gen, die eine gro­ße Vor­lie­be für die zeit­lich unbe­grenz­te Nut­zung der Atom­kraft nicht ver­ber­gen kön­nen.

Der BUND reagiert mit einer Ein­schät­zung[2] auf die ein­sei­ti­ge und unzu­tref­fen­de Bericht­erstat­tung im Film­bei­trag. Wie der Bund Natur­schutz grund­sätz­lich zum The­ma Wind­ener­gie steht, dazu mehr auf der Web­site – deut­lich erkenn­bar ist, dass sich der Ver­band viel Arbeit damit macht, nach sach­ge­rech­ten Kom­pro­mis­sen zu suchen: “Wind­ener­gie – das Arbeits­pferd der Ener­gie­wen­de”[3].

In der Stel­lung­nah­me von Rüdi­ger Hau­de vom Solar­ener­gie-För­der­ver­ein wird die Kri­tik am ARD-Bericht tref­fend zusam­men­ge­fasst:

Sehr geehr­te Frau Schre­cken­ber­ger,
 
ich habe mir die im Betreff genann­te Repor­ta­ge ange­schaut und fra­ge mich, mit wel­cher Moti­va­ti­on ein sol­ches Lehr­stück per­fi­der Dem­ago­gie, das allen Grund­sät­zen jour­na­lis­ti­scher Auf­rich­tig­keit Hohn spricht, pro­du­ziert und zur “prime time” im Ers­ten plat­ziert wird. Für ent­spre­chen­de Aus­künf­te wäre ich Ihnen (bzw. den zustän­di­gen Stel­len, an wel­che Sie mei­ne Anfra­ge freund­li­cher­wei­se wei­ter­lei­ten) sehr ver­bun­den.
 
Anhand weni­ger Stich­wor­te möch­te ich andeu­ten, was mich zu mei­nem har­schen Urteil über die­sen Bei­trag bringt.
 
1) Es ist ein Kunst­stück, in einer 30-minü­ti­gen Doku­men­ta­ti­on über Wind­ener­gie-Kon­flik­te die Wor­te “Kli­ma” bzw. “Kli­ma­wan­del” nicht ein ein­zi­ges Mal auf­tau­chen zu las­sen. An eini­gen Stel­len lässt sich erah­nen, wie in Wort und Bild alles her­aus­ge­schnit­ten wur­de, was die­sen Bezug erkenn­bar hät­te machen kön­nen. Ins­be­son­de­re bei den Angrif­fen auf den BUND (bei dem die schwie­ri­ge Abwä­gung zwi­schen kurz­fris­ti­gem Arten­schutz und der fun­da­men­ta­len natur­schüt­ze­ri­schen Auf­ga­be des Kli­ma­schut­zes gewiss nicht auf die leich­te Schul­ter genom­men wird) erscheint mir die­se Vor­ge­hens­wei­se als zutiefst unan­stän­dig.
 
2) Als Kron­zeu­gen wider den Lob­by­is­mus der “Wind-Indus­trie” Poli­ti­ker wie Micha­el Fuchs (CDU) auf­tre­ten zu las­sen, der laut “Lob­by­pedia” jahr­lang die Trans­pa­renz­re­geln des Bun­des­tags brach, indem er Neben­tä­tig­kei­ten ver­schwieg, und den der SPD-Poli­ti­ker Tho­mas Opper­mann auf­grund sei­ner ener­gie­po­li­ti­schen Affi­ni­tä­ten als “Atom-Fuchs” titu­lie­ren konn­te, müss­te für Jour­na­lis­ten doch Anlass sein, ein­mal zu unter­su­chen, wie­viel Lob­by-Akti­vi­tä­ten in Ber­lin für und wie­viel gegen die Wind­ener­gie akti­viert wur­den. Dass der Tenor der Repor­ta­ge hier das Absur­de streift und jeden­falls Pro­pa­gan­da an die Stel­le von Jour­na­lis­mus gesetzt wur­de, hät­te eigent­lich im Sen­der auf­fal­len müs­sen.
 
3) Ist es neu­er­dings Stan­dard bei der Redak­ti­on von “report Mainz”, den Fall einer allein­er­zie­hen­den Mut­ter, die bei zwei Jobs mit 1000 Euro monat­lich über die Run­den kom­men muss, als ener­gie­po­li­ti­schen und nicht als sozi­al­po­li­ti­schen Skan­dal zu rubri­zie­ren? Ich könn­te die­se Auf­lis­tung lan­ge fort­set­zen. Kein Kli­schee der mili­tan­ten (die­ses Wort wäh­le ich mit Bedacht) Wind­kraft­geg­ner a la “Ver­nunft­kraft” wur­de aus­ge­las­sen. Kei­nes hät­te bei einer kri­ti­schen Ana­ly­se Bestand.
 
Ich bin, ehr­lich gesagt, rat­los dar­über, was mit die­ser Doku­men­ta­ti­on bezweckt wer­den soll, nach­dem doch der Bun­des­tag vor weni­gen Wochen die Ener­gie­wen­de in Deutsch­land bereits beer­digt hat — mit
vor­aus­sicht­lich schlim­men Kon­se­quen­zen für die Erd­er­wär­mung. Gilt das Tre­ten auf einen Geg­ner, der bereits am Boden liegt, jetzt als fein?
 
Für eine Auf­klä­rung über die Moti­ve, die zur Pro­duk­ti­on und zur Sen­dung die­ses Bei­trags geführt haben, wäre ich Ihnen daher sehr ver­bun­den.
 
Mit freund­li­chen Grü­ßen,
Ihr Rüdi­ger Hau­de
 
Die­se Nach­richt wur­de über das SWR.de Mail­for­mu­lar [4] gesen­det!
Datum: 02.08.2016, 11:10 Uhr
Emp­fän­ger: Pres­se­kon­takt: Sibyl­le Schre­cken­ber­ger
 
Zei­gen auch Sie Ihre Unzu­frie­den­heit mit die­ser ein­sei­ti­gen Infor­ma­ti­on.

Ein wei­te­rer kri­ti­scher Bei­trag auf der Web­site von “neue ener­gie” setzt sich mit inhalt­li­chen Feh­lern der ARD-Sen­dung aus­ein­an­der und bewer­tet den Bei­trag als Stim­mungs­ma­che, die vie­le Fra­gen stellt, aber wenig Ant­wor­ten lie­fert: “Auf­trag ver­fehlt” [5].

[1] http://programm.ard.de/TV/Programm/Sender/?sendung=2810618114244872

[2] http://www.bund.net/fileadmin/bundnet/pdfs/sonstiges/160803_bund_sonstiges_beitrag_ard_exclusiv_einschaetzung.pdf

[3] http://www.bund.net/themen_und_projekte/klima_energie/erneuerbare_energien/windenergie/

[4] http://www.swr.de/kontakt/-/id=3604/cf=42/949w5u/index.html

[5] https://www.neueenergie.net/auftrag-verfehlt

8 Gedanken zu „ARD-Bei­trag zur Wind­kraft: Lob­by­is­mus und Des­in­for­ma­ti­on im Öffent­lich-Recht­li­chen“

  1. Ein paar Hin­wei­se dar­auf, was in die­ser Sen­dung falsch dar­ge­stellt wur­de, wür­de ich bei der Kri­tik doch erwar­ten. Nur die Per­so­nen, die befragt wur­den auf­grund ihrer Stel­lung oder Funk­ti­on als unglaub­wür­dig dar­zu­stel­len, ist ein biss­chen bil­lig.
    Was war denn in die­sem Bericht falsch?
    — dass vie­le Wind­an­la­gen mit Ver­lus­ten betrie­ben wer­den? Es gibt bereits Insol­ven­zen und der Fall “Pro­kon” ist sicher auch noch gut im Gedächt­nis!
    — dass eini­ge Leu­te sich eine gol­de­ne Nase an der Wind­kraft ver­die­nen? 10.000 Euro oder mehr Pacht pro Jahr für ein Grund­stück, des­sen land­wirt­schaft­li­cher Ertrag bei wei­tem gerin­ger wäre ist schon auf­fäl­lig, noch dazu, wenn die Ent­schei­der in den Gemein­de­ver­wal­tun­gen die Nutz­nie­ßer sind.
    — Dass die Anwoh­ner extrem belas­tet sind durch Dau­er­lärm und Rot­licht­ge­blit­ze kann man gera­de in unse­rer Regi­on in Gesprä­chen mit Betrof­fe­nen immer wie­der hören
    — Dass Wind­an­la­gen ohne Spei­cher­mög­lich­keit nie grund­last­fä­hig sein wer­den, ist eine bekann­te Tat­sa­che
    — Dass Wind­an­la­gen in Süd­deutsch­land ohne Sub­ven­tio­nen nie auch nur ansatz­wei­se über­le­bens­fä­hig wären, ist auch bekannt.
    — Dass die hohen Strom­prei­se die Bedürf­ti­gen weit­aus här­ter tref­fen als die wohl­ha­ben­den, ist auch klar.
    — Die Ver­mi­schung von Funk­tio­nä­ren in BUND und der Wind-Indus­trie ist auch voll­kom­men offen­sicht­lich und belegt.

    Also wel­ches Argu­ment gibt es gegen die Aus­sa­gen die­ser Sen­dung?

    Mein Fazit aus die­sem Arti­kel: Wenn die Argu­men­te aus­ge­hen, dann müs­sen die Per­so­nen ange­grif­fen wer­den — das ist lei­der die typi­sche Masche von Dem­ago­gen!

  2. Hal­lo Herr Bla­sen,

    schön, dass Sie uns wie­der ein mal beeh­ren. Das Sie den Bei­trag gut fin­den, spricht Bän­de. Ich schla­ge vor, dass Sie sich auf Face­book die Kom­men­ta­re unter dem Pro­fil von Achim Rein­hardt, dem Redak­teur anse­hen, dann muss man nicht alles wie­der­ho­len. Außer­dem ist es müßig, mit Leu­ten, die so rein gar nichts ver­ste­hen oder pro­vo­zie­ren, wie Sie es ger­ne tun, Zeit zu ver­schwen­den.

    1. Auch jetzt: kei­ne Argu­men­te, son­dern nur der Hin­weis auf “böse” Per­so­nen — das über­zeugt mich nicht.
      Glau­ben Sie mir: Ich will nicht pro­vo­zie­ren und ich den­ke, ich bin ganz gut dar­über infor­miert, wie die Ener­gie­wen­de abläuft, was funk­tio­niert und was nicht und vor allem, wer davon pro­fi­tiert.
      Lei­der gibt es zu vie­le Men­schen bei uns, die unin­for­miert glau­ben, mit ein paar Wind­rä­dern bei uns könn­te man das Welt­kli­ma ret­ten und die sich dar­über freu­en, wenn Per­so­nen vor­ge­zeigt wer­den, auf die man schimp­fen kann. Ich muss mit Achim Rein­hardt nicht einig sein — wo er Recht hat, hat er Recht.
      Aber wie gesagt, schimp­fen ist ein­fa­cher als Argu­men­te aus­tau­schen. Nicht mehr und nicht weni­ger kri­ti­sie­re ich!
      Eine Dis­kus­si­ons­kul­tur sieht anders aus.

      1. Wo hat er denn Recht, der Herr Rein­hardt? Es freut mich natür­lich, dass er Ihr Niveau getrof­fen hat, Recht hat er des­we­gen nicht, das ist das bes­te Bei­spiel. Aber ich will Sie nicht auf­hal­ten, dann dis­ku­tie­ren Sie mal, wenn Sie so gut ” … dar­über infor­miert sind, was bei der Ener­gie­wen­de abläuft, was funk­tio­niert und was nicht und vor allem, wer davon pro­fi­tiert.” Sie haben alle Frei­hei­ten, nur soll­ten Sie Ihre Aus­sa­gen mit Links bele­gen kön­nen. Wo neh­men Sie eigent­lich die “bösen” Per­so­nen oben her? Wer hat das gesagt? Da geht es schon los. Unwahr­hei­ten, nicht beleg­bar. Das ist Ihr Niveau, das uns auch hier schon sehr bekannt ist, auch wenn Sie eine Wei­le absti­nent waren.

        1. Na ja — er hat Recht, wenn er behaup­tet, dass BUND und Windin­dus­trie per­so­nell ver­floch­ten sind. Enno von Guten­berg hat das offen gelegt, der BUND hat­te dage­gen geklagt, die Kla­ge aber zurück­ge­zo­gen, nach­dem offen­sicht­lich wur­de, dass er gran­di­os schei­tern wür­de. (sie­he http://www.umweltruf.de/2016_Programm/news/111/news3.php3?nummer=3515)
          Er hat Recht, wenn er behaup­tet, dass die Pro­fi­teu­re oft­mals über eige­nen Pro­fit ent­schei­den (sie­he Bür­ger­meis­ter, der das Grund­stück für 10.000 Euro pro Jahr ver­pach­tet.…). In unse­rer Gegend wur­de Ver­päch­tern mit Restrik­tio­nen gedroht, wenn sie nicht ver­pach­ten.…
          Er hat Recht, wenn er behaup­tet, dass ver­spro­che­ne Gewin­ne für die Inves­to­ren und Gemein­den nicht rea­li­siert wer­den (O-Ton des Bür­ger­meis­ters von Alt­dorf in einer Dis­kus­si­on: “Gewer­be­steu­er durch Wind­kraft habe ich bis­her kei­ne ein­ge­nom­men”. — Die Fir­ma, die den Inves­to­ren Geld aus­ge­schüt­tet hat (Pro­kon) hat das durch neue Inves­to­ren­gel­der finan­ziert (Schnee­ball­sys­tem) und ist Plei­te gegan­gen. Die Inves­to­ren haben zwar eini­ge Jah­re lang Geld kas­siert, aber letzt­end­lich doch die Hälf­te ihres Gel­des ver­lo­ren).
          Er hat Recht, wenn er kri­ti­siert, dass Demos für die Wind­ener­gie durch die Windin­dus­trie finan­ziert wer­den (bezahl­te Frei­stel­lung und kos­ten­lo­se Beför­de­rung der Ange­stell­ten, damit sie an der Demo teil­neh­men)
          und… und… und…
          Man ver­ste­he mich bit­te nicht falsch. Ich bin auch gegen die Mons­ter­tras­sen, weil sie in kei­ner Wei­se der Ener­gie­wen­de die­nen. Sie wer­den gebraucht, um Strom aus aus­län­di­schen Atom­kraft­wer­ken und deut­schen Braun­koh­le­kraft­wer­ken zu trans­por­tie­ren.
          Wind­kraft in Süd­deutsch­land wird aber erst dann sinn­voll, wenn es Spei­cher­mög­lich­kei­ten gibt, weil dann der Preis­ver­fall auf­grund des Über­an­ge­bots auf­ge­fan­gen wer­den kann. Wei­ter­hin müs­sen die Sub­ven­tio­nen durch die EEG-Zula­ge ersatz­los weg­fal­len. Der­zeit ver­die­nen Die Ver­käu­fer, die Pro­jekt­fir­men und die Ver­wal­tungs-GmbHs — aber nicht die Inves­to­ren — auch nicht bei “Bür­ger-Wind­rä­dern”. Die WKAs in Bay­ern haben eine durch­schnitt­li­che Aus­las­tung von ca. 10% und die Inves­to­ren erhal­ten kei­ne Ver­zin­sung — das ist Geld­ver­bren­nung pur. Das für EEG-Ver­gü­tun­gen aus­ge­ge­be­ne Geld soll­te viel eher für Spei­cher­tech­no­lo­gi­en und Ener­gie­spar­maß­nah­men aus­ge­ge­ben wer­den! Der­zeit pro­fi­tiert nur die Windin­dus­trie!
          Selbst wenn wir die Anzahl der WKA ver­zehn­fa­chen, hat das nur einen mar­gi­na­len Ein­fluss auf den CO²-Aus­stoß (unter 1%)
          Wir brau­chen ande­re Lösun­gen um unse­re Kli­ma­zie­le zu errei­chen. Ener­gie­ein­spa­rung wäre ein wich­ti­ger Anfang. Aber da steht halt kei­ne mäch­ti­ge Lob­by und lei­der auch kein Bund Natur­schutz dahin­ter!

  3. Gera­de der VLAB mit sei­nem Ehren­prä­si­den­ten zu Gut­ten­berg könn­te aktu­ell bewei­sen, wie ernst es ihm mit dem Wald­schutz ist. Das Pro­jekt “Stei­ger­wald” , da hat die Baye­ri­sche Staats­re­gie­rung Nord­bay­erns größ­tes Wald­schutz­ge­biet auf­ge­ho­ben, das ein Refu­gi­um für Fle­der­mäu­se und sel­te­ne Spech­te ist. Gera­de die Gefähr­dung der Fle­der­mäu­se beklagt der VLAB immer wie­der im Zusam­men­hang mit Wind­rä­dern. Pro­jekt Gewer­be­ge­biet im Wei­de­ner Wald in der Ober­pfalz: Ein Nah­erho­lungs­wald fast im Rang eines Bann­wal­des, der pro­fi­ta­bel bewirt­schaf­tet wird und zahl­rei­chen geschütz­ten Tier­ar­ten Lebens­raum bie­tet. Der soll einem Gewer­be­ge­biet wei­chen und dazu sol­len ande­re Wald­ge­bie­te in Bay­ern getauscht wer­den.
    Phil­ipp Frei­herr zu Gut­ten­berg und sein Nutz­wald:
    Zu Gut­ten­berg lehnt die EU Richt­li­nie Natu­ra 2000 ab und tritt immer wie­der für die kom­plet­te Nut­zung des Hol­zes ein, er will kein Tot­holz in sei­nen Wäl­dern.
    Gera­de Letz­te­res müss­te den Vater des Phil­ipp zu Gut­ten­berg, Enoch zu Gut­ten­berg auf­schre­cken.
    Was tut der VLAB in die­sen Fäl­len?
    Der BUND klagt in Sachen Stei­ger­wald und der NABU hat zu Gut­ten­berg den Dino­sau­ri­er des Jah­res ver­lie­hen. Vom VLAB sind bis heu­te kei­ne Akti­vi­tä­ten bekannt. Dadurch könn­te der Ein­druck ent­ste­hen, dass der VLAB in ers­ter Linie der Ver­hin­de­rung von Wind­kraft­an­la­gen dient, unter dem Deck­män­tel­chen des Land­schafts­schut­zes. Wel­che Kon­se­quen­zen könn­te das wohl für den Sta­tus als aner­kann­ter Natur­schutz­ver­ein haben?

  4. Sehr geehr­te Frau Schre­cken­ber­ger, sehr geehr­te Damen und Her­ren,
    soeben habe ich mir in der Media­thek “Der Kampf um Wind­rä­der” ange­se­hen, um mir sel­ber eine Mei­nung dar­über zu bil­den. Es ist ent­täu­schend, wie ein­sei­tig dort Pole­mik betrie­ben wird. Ich habe volls­tes Ver­ständ­nis wegen manch unmaß­vol­lem Aus­bau von Wind­parks oder den Ver­flech­tun­gen von Bür­ger­meis­tern und Co, die sich an der Pacht eine gol­de­ne Nase ver­die­nen möch­ten. Sol­che schwar­zen Scha­fe gibt es aber in jeder Bran­che. Es ist an der Poli­tik gele­gen, Geset­ze zu beschlie­ßen, um sol­chen Din­gen den Boden abzu­gra­ben. Die Schuld, wie in Ihrem Bei­trag aber auf den BUND zu schie­ben oder die Ener­gie­wen­de als Übel­tä­ter hin­zu­stel­len, hat über­haupt nichts mit der Rea­li­tät zu tun. Wie­viel haben Sie von der Koh­le-und Atom­lob­by für die­se Sen­dung erhal­ten? Sicher kommt jetzt wie­der, daß dem sicher nicht so war. Wenn nicht, dann haben Sie ganz schlech­te jour­na­lis­ti­sche Arbeit geleis­tet. Denn was macht das EEG denn so teu­er? 2009 wur­de von Sig­mar Gabri­el die Aus­gleichs­me­cha­nis­mus­ver­ord­nung beschlos­sen-seit dem kann man in Zah­len nach­re­cher­chie­ren, wie das zum Anstieg der Kos­ten geführt hat. EE wer­den abge­re­gelt und Koh­le­kraft­wer­ke pro­du­zie­ren mun­ter wei­ter. Unter­su­chun­gen haben erge­ben, daß die­se auch abge­re­gelt wer­den müß­ten, aber nicht wer­den. Wo bleibt der wich­ti­ge redak­tio­nel­le Hin­weis, daß immer mehr Indus­trie­be­trie­be, die nicht im aus­län­di­schen Wett­be­werb ste­hen, von der EEG befreit wer­den? Da wir ein Über­an­ge­bot von Strom haben (sie­he Export­quo­te) sinkt der Strom­preis an der Bör­se. Das EEG gleicht die Dif­fe­renz zwi­schen Strom­preis und Ein­spei­ße­ver­gü­tung aus. Zah­len dür­fen all die­se Maß­nah­men vor allem Bür­ger und klei­ne Unter­neh­men. Statt­des­sen zei­gen Sie eine arme Frau mit 2 Kin­dern, die 2 Jobs hat und der bald der Strom abge­stellt wer­den soll-bedau­erns­wert. Als Sie den Atom-Fuchs gezeigt haben, konn­te ich nur lachen-das fand ich wirk­lich pein­lich, denn sei­ne Ver­bin­dun­gen zur Atom­lob­by und sei­ne Unter­schla­gun­gen sind über­all nach­zu­le­sen. Auch leid tun mir die vie­len Rot­mi­la­ne, die ihren Kopf hin­hal­ten müs­sen. Die­ses Argu­ment habe ich nun zu oft gehört, ich den­ke inzwi­schen gibt es laut Aus­sa­gen von Wind­kraft­geg­nern sovie­le Rot­mi­la­ne, daß sie gar nicht mehr vom Aus­ster­ben bedroht sein kön­nen. Wuß­ten Sie, daß durch den Auto­ver­kehr jähr­lich viel mehr Vögel ster­ben, als durch Wind­rä­der? Sind die Wind­kraft­geg­ner alles Fahr­rad­fah­rer oder Fuß­gän­ger? Und noch etwas: Wie soll es denn in Zukunft mit unse­rer Ener­gie­ver­sor­gung wei­ter­ge­hen? Pro­du­zie­ren wir welt­weit wei­ter­hin Atom­müll, den kei­ner haben will und des­sen Ent­sor­gung wie­der auf den Steu­er­zah­ler abge­wälzt wer­den soll? Sol­len Koh­le­kraft­wer­ke wei­ter­hin mit Koh­le aus Colum­bi­en betrie­ben wer­den, CO2 und Queck­sil­ber in die Luft schleu­dern und gan­ze Land­stri­che ver­wüs­ten, wo die Men­schen ein­fach ent­eig­net wer­den? Was ist Ihr Mas­ter­plan? Solch ein Plan wird nicht dar­ge­stellt. Es wird nur nega­tiv Pro­pa­gan­da gegen Erneu­er­ba­re Ener­gi­en betrie­ben. Wuß­ten Sie, daß die EE mehr Arbeits­plät­ze bie­ten, als die Fos­si­len Ener­gie­er­zeu­ger. Nein, das wuß­ten sie sicher nicht, denn sonst hät­ten Sie die Demons­tran­ten nicht so dumm daste­hen las­sen. Viel­leicht haben auch Sie Kin­der oder Enkel­kin­der, die Sie irgend­wann ein­mal fra­gen, war­um habt Ihr damals nichts gegen den Kli­ma­wan­del getan. Es wür­de mich sehr inter­es­sie­ren, was Sie dar­auf ant­wor­ten wür­den.
    Über eine kur­ze Stel­lung­nah­me Ihrer­seits wür­de ich mich sehr freu­en.

    Mit freund­li­chen Grü­ßen
    Ani­ta Die­min­ger
    BI Mega­tras­se-VG-Nor­den­dorf
    Akti­ons­bünd­nis gegen Süd-Ost-Tras­se

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