Aus für Süd-Ost-Passage….oder doch nicht…. oder ganz anders… oder zusätzlich?

Seit nunmehr 03.06.2014 gehen die verschiedensten Pressemeldungen zu den neugeplanten Stromtrassen über Deutschland, Bayern und den Radar von uns Trassengegnern. Manchmal erkennt man als Leser der Zeitungsberichte nicht so richtig, um welche der drei geplanten Neubauprojekte es bei der jeweiligen Pressemitteilung gerade geht, denn die Zeitungs-und Nachrichtenmacher scheinen die Projekte  nicht immer auseinander halten zu können. So lautet der Text „Süd-Ost Passage“, die abgedruckte Grafik zeigt jedoch den „Süd Link“ oder es heißt direkt „Monstertrasse“ und der Leser kann dann raten, welche wohl gemeint ist.

Außerdem muss man schon sehr genau hinschauen, um Spekulation und Fiktion von Tatsachen zu unterscheiden. Manch ein „Aufmacher“ sagt etwas komplett anderes als der nachfolgende Text. Angefangen haben die Meldungen und Spekulationen wohl am 03.06.2014

03.06.2014 „Süddeutschen Zeitung“ (1)

„Seehofers Kabelsalat“  „…gut möglich, dass die geplante Süd-Ost-Trasse in Richtung Norden (ab Lauchstädt in Sachsen-Anhalt, Anm. d. Redaktion)  verlängert wird und im Süden (statt in Meitingen bei Augsburg Anm. d. Redaktion) beim AKW Isar bei Landshut endet.

 04.06.2014 „Focus online“   (2)

Jetzt muss ganz Bayern zittern – Neue Routen für Monster-Stromtrasse“ Massiver Widerstand erhob sich gegen die Stromtrassen-Pläne – vor allem in Bayern. Nun scheint eine alternative Lösung in Sicht. Statt nach Augsburg könnte die umstrittene Leitung nach Landshut führen – und ganz woanders starten.“ 

Focus bezog sich größtenteils auf die Meldung der „SZ“ vom Vortag.

04.06.2014 „nordbayern.de“ (3)

„Neue Route? Verwirrung um die Stromtrasse“

Seehofer widerspricht darin dem Bericht der „Süddeutschen“.

13.06.2014 „Nordbayerischen Kurier“  

 „Staatsregierung sagt Ja zum Netzausbau“(4)

MÜNCHEN. Verwirrung in der Debatte um die Gleichstrompassage Süd-Ost: Im Streit um die geplante Leitung verlange Bayern, dass darüber nur Strom aus erneuerbaren Energien in den Freistaat transportiert wird, nicht aus Braunkohle. So äußerte sich Christine Haderthauer, Chefin der bayerischen Staatskanzlei, gegenüber der Deutschen Presseagentur (dpa). Die Staatskanzlei stellt klar, der bayerische Standpunkt ist weiter ein klares NEIN zur Trasse

13.06.2014 „Augsburger Allgemeine“ (5)

Haderthauer: Bayern akzeptiert nur eine Stromtrasse für Windenergie  Braucht es die neue Süd-Ost-Trasse? Ihre Notwendigkeit soll intensiv überprüft werden. Der Freistaat erklärt zur Bedingung, dass kein Strom aus Kohle darüber transportiert wird.

Die Wochen vergingen mit ähnlich lautenden Nachrichten zu den geplanten Trassen. Sie alle aufzuzählen würde den Rahmen sprengen.

Einen Höhepunkt bildete jedoch ein weiterer Focus- online Bericht und ein Bericht von BR1, die just am Tag des WM-Finales ins Netz gestellt wurden

13.07.2014 Focus:

Stromtrasse durch Bayern  –  Union und SPD ändern Pläne (6)

Die Stromtrasse von Sachsen-Anhalt nach Bayern wird nicht wie geplant gebaut. Dies haben nach FOCUS-Informationen die Spitzen von Union und SPD beschlossen. Ein neuer Anfangspunkt steht bereits fest.

13.07.2014 BR 1 Einzelmeldung in den Nachrichten (nur vorübergehend archivierbar)

·         Stromtrasse von Sachsen-Anhalt nach Bayern wird geändert

München: Der Verlauf der geplanten Höchstspannungsleitung von Sachsen-Anhalt nach Meitingen bei Augsburg wird geändert. Die Trasse werde so nicht kommen, bestätigte eine Sprecherin von Wirtschaftsministerin Aigner dem Bayerischen Rundfunk. Über den genauen Verlauf und die neuen Anfangs- und Endpunkte liefen derzeit noch die Gespräche, unter anderem mit der Bundesnetzagentur, so die Sprecherin weiter. Bis September würden diese wohl beendet. Zuvor hatte das Nachrichtenmagazin „Focus“ gemeldet, die so genannte Gleichstrompassage Süd-Ost solle künftig schon in Mecklenburg-Vorpommern beginnen. Als neuer Endpunkt war zuletzt unter anderem die Region Landshut im Gespräch. Die Bürgerinitiative „Megatrasse Lech“ hält nichts von den  neuen Planungen. Der Kampf gehe weiter, hieß es bei den Organisatoren im Landkreis Donau-Ries. Man wolle die Gleichstromleitung nicht woanders haben, sondern überhaupt nicht.

Aber auch dieser Bericht blieb nicht lange aktuell, denn nicht alle saßen vor dem Fernseher und bekamen so diese Meldungen mit, was neue Dementis und Gegendementis auslöste.

Zuletzt wollte Seehofer Ruhe in die Debatte bringen und schloss auf Welt.de (7) eine Volksbefragung zum Thema nicht mehr aus. Zu weiteren angeblichen Entscheidungen und Beschlüssen wolle er sich öffentlich nicht mehr äußern.

16.07.2014 Mainpost (8)

Energieministerin Ilse Aigner bekräftigte  nach der Mainpost die Aussage Seehofers, sich zu weiteren angeblichen Entscheidungen und Beschlüssen nicht mehr öffentlich zu äußern. Die Opposition  im Bayerischen Landtag habe darauf empört reagiert und Offenlegung  der Pläne zu möglichen neuen Stromtrasse quer durch Bayern gefordert, so das Blatt.

Auch der Bayerische Rundfunk mischte auf seiner Internetseite wieder kräftig mit und brachte eine nicht mehr ganz neue Leitung ins Gespräch, die sogenannte „Ertüchtigung“  einer alten 380 KV Trasse.

17.07.2014 BR1 (9)

TenneT-Pläne  Hochspannung neben Wohngebiet  

Der Stromnetzbetreiber TenneT will die bestehende 380-Kilovolt-Leitung von Redwitz (Lkr. Lichtenfels) nach Schwandorf komplett durch einen leistungsfähigeren Neubau ersetzen. Das Unternehmen erwartet Kritik aus der Bevölkerung.

F a z i t:

  • Die Bevölkerung mitsamt den Trassengegnern darf  nun lustig weiterspekulieren:
  • Wird die Gleichstrompassage Süd-Ost nun endgültig gebaut?
  • Wird sie nur für Windstrom gebaut?
  • Wo sind die Windparks, die angeblich angeschlossen werden?
  • Werden Neubau der Gleichstrompassage Süd-Ost und Neubau der „neuen“ alten Trasse zusammen durchgezogen entlang der A93?
  • Wieviel Kilovolt wird die bisherige 380-KV-Trasse zukünftig haben?
  • Wo genau soll sie verlaufen?
  • Die Leitungsführung nach Landshut war doch schon einmal in den Schlagzeilen.
  • Wird die alte 380 KV-Leitung tatsächlich abgebaut? Gibt es dafür schon einen konkreten Zeitrahmen?
  • Haben der Bayerische Rundfunk und die Mainpost etwa die alten Schlagzeilen aufgegriffen, zusammengerührt und präsentieren sie jetzt als Neuigkeiten?
  • Warum wettern die Grünen im Landtag, die ja ohnehin an der Trasse festzuhalten scheinen, gegen Seehofer, der die Trassengegner zu unterstützen scheint? Die Basis der Grünen vor Ort lehnt die Gleichstrompassage Süd-Ost rundweg ab, da sie ihrer Ansicht nach nicht benötigt wird.
  • Warum wettert die SPD-Energieexpertin Kohnen gegen Seehofer? Steht sie auf der Seite der Trassenbefürworter oder will sie eine Koalition mit den Bürgern wie sie sie Seehofer unterstellt? Wenn Letzteres der Fall ist, warum spricht sie dann nicht mit ihrem Parteivorsitzenden Sigmar Gabriel und beauftragt ihn, als Bundesenergieminister in seiner Behörde Bundesnetzagentur dafür zu sorgen, dass alle Pläne zum möglichen Streckenverlauf auf den Tisch kommen? 
  • Eine endgültige Entscheidung im stillen Kämmerlein wäre fatal für uns Trassengegner.
  • Ein Zwischenergebnis in unserem Sinn, das in der Öffentlichkeit oder auch in der veröffentlichten Meinung zerredet würde, wäre es mindestens ebenso.
  • Jeder weiß, dass bei Verhandlungen ein Ergebnis erst am Ende stehen kann.

Eins jedoch steht fest und daran sollten wir uns halten:

Ohne den bisher geleisteten Widerstand wäre „unsere“ Süd-Ost Trasse längst genehmigt. Deshalb werden wir weiter Widerstand leisten und uns nicht von Schlagzeilen und Spekulationen irritieren lassen. Die Zeitungsleute wollen ihre Blätter ja auch nur verkaufen. 

Wir sehen aber ganz genau, welche Politiker uns nicht nur verbal unterstützen und wir vergessen sie nicht. Die nächsten Wahlen kommen bestimmt.

Wir sehen auch genau, welche Politiker unseren Widerstand als Gelegenheit nutzen, sich gegenüber dem politischen Gegner zu profilieren, sich aber nie direkt als unsere Unterstützer geoutet haben, sondern sich wegducken und erst nach den Parlamentsferien wieder für uns zu sprechen sind.

Wir leisten weiter Widerstand, friedlich und fantasievoll und unermüdlich und einig  im Ziel

Diese Trasse braucht es nicht                               

(1)    http://www.sueddeutsche.de/bayern/diskussion-ueber-stromtrassen-seehofers-kabelsalat-1.1984308

(2)    http://www.focus.de/immobilien/energiesparen/planaenderung-in-bayern-hier-koennte-die-ungeliebte-stromtrasse-nun-langlaufen_id_3894274.html

(3)    http://www.nordbayern.de/region/neue-route-verwirrung-um-die-stromtrasse-1.3686994

(4)    http://www.nordbayerischer-kurier.de/nachrichten/staatsregierung-sagt-ja-zum-netzausbau-fuer-den-windstrom

(5)    http://www.augsburger-allgemeine.de/bayern/Haderthauer-Bayern-akzeptiert-nur-eine-Stromtrasse-fuer-Windenergie-id30191877.html

(6)    http://www.focus.de/immobilien/energiesparen/keine-neue-leitung-nach-bayern-union-und-spd-aendern-stromtrassen-plaene_id_3986861.html

(7)    http://www.welt.de/newsticker/dpa_nt/regiolinegeo/bayern/article130134227/Seehofer-will-Debatte-ueber-neue-Stromtrassen-beenden.html

(8)    http://www.mainpost.de/regional/bayern/Entscheidung-im-stillen-Kaemmerlein;art16683,8235838

(9)    http://ssl.br.de/nachrichten/oberfranken/inhalt/bayreuth-redwitz-hochspannungsleitung-100.html

 

Bild: © alphaspirit – Fotolia.com

 

2 Gedanken zu „Aus für Süd-Ost-Passage….oder doch nicht…. oder ganz anders… oder zusätzlich?“

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