Offen und Transparent

Die meisten Beiträge auf dieser Seite schreibe ich selbst. Sie spiegeln somit meine persönliche Wahrnehmung wieder. Auch mit diesem Beitrag will ich meine persönliche Meinung wiedergeben. Es geht um die aktuelle Situation in der wir uns befinden. Ständige Diskussionen über Preiszonen, Lobbyismus, Gesundheitsrisiken usw..

Viele Menschen, mit denen ich in Bezug auf die Stromtrasse in Verbindung bin, sprechen von Offenheit und Transparenz. Doch das wird nur gesagt, verhalten wird sich anders. Ich berichtete von fehlender Transparenz schon einmal mit relativ offenen Worten (zum Bericht „Energiedialog wird zur Farce“). Dieser Artikel erzeugte mehr Resonanz als andere Beiträge. Die meisten Reaktionen darauf waren sehr positiv, was mich in meiner kritischen Haltung bestätigt. Es gab aber auch andere, die einen solchen Ton nicht haben wollen und damit argumentieren, dass man mit anderen Trassenbeteiligten (z.B. die Bayer. Staatsregierung) so nicht reden kann. Ich sehe das anders, wenn man offen miteinander reden will, kann es nicht sein, dass der Gesprächspartner wegen Aussagen beleidigt ist. Es bestärkt mich sogar, denn scheinbar scheint an so manchen Ungereimtheiten doch was Wahres dran zu sein.

Auch jetzt, will ich einmal offen etwas schreiben. Deutschland in zwei Preiszonen zu teilen, was für ein Argument! Das zieht sicher bei Bürgern, die man nur halbherzig aufklärt. Wenns ans eigene Geld geht werden viele hellhörig.  Das Argument kam plötzlich auf, seltsamerweise erst kurz nachdem die Süd-Ost Passage als Kohlestromtrasse entlarvt wurde. Es musste also etwas neues her. Nun sind es Preiszonen und nicht mehr Windstrom als Primärargument pro Trasse. 

Nun lebe ich im Süden und bin von der Trasse unmittelbar betroffen. Zwei Preiszonen? Das ist mir völlig egal! Nicht das ich zuviel Geld hätte. Aber meine Gesundheit ist es mir Wert! Nicht meine Gesundheit, die ich von irgendwelchen nicht bewiesenen Strahlungen abbekomme.

  • Mich macht es krank wenn ich auf meiner Terrasse sitze und einen hässlichen 80 Meter hohen Strommast bewundern darf.
  • Mich macht es krank, wenn ich an einem vermeindlich ruhigen Sonntag das brummen der 500 KV Leitungen höre.
  • Mich macht es krank immer wieder auf Sätze zu antworten wie „Du wohnst so nah ein einem so großen Strommast? Ich könnte hier nicht leben
  • Mich macht es  krank, wenn öffentliche Vertreter Sätze verdrehen, wie sie es brauchen nur um mit weißer Weste dazustehen
  • und mich macht es krank wenn man sieht, welche starke Lobby in Deutschland herrscht und wie sehr es nur um Macht und Geld geht. Auf dem Rücken der „kleinen“ Bürger wird alles ausgetragen

Um es nochmal zu sagen: Das was ich sehe macht mich krank und nicht eine spekulative Strahlung. Ich bin ein Kind der Technik und bin ganz vielen anderen Strahlen ausgesetzt (Funkwellen, Handy, WLAN). Darauf will ich nicht verzichten. Was ist denn das erste was Leute zu mir sagen, wenn sie mich in Zukunft besuchen. Was soll ich dann antworten. Es ist ganz einfach. Ich kann es mir nicht leisten wegzuziehen. Mein Haus ist mein Leben, dort will und muss ich bleiben. Für immer.

Auch im Energiedialog finde ich so einiges seltsam, das habe ich wie oben geschrieben schon einmal berichtet. Es ist seit dem nicht besser geworden. Aus dem Mailverkehr der letzten Tage lese ich eine eindeutige Tendenz pro Trasse heraus. Alibiveranstaltung trifft es ganz genau. Sicher wird, im neuen Jahr nocheinmal etwas zum Stand des Energiedialogs veröffentlicht.

Zu guter letzt die Transparenz. Transparenz bedeutet für mich offener Umgang mit Informationen. Ich kann es nicht verstehen, dass ein Energiedialog so „verschlossen“ durchgeführt wird. Man kann sich online beteiligen. Schön. Aber auch dabei gab es einige Unstimmigkeiten. Transparenz heißt für mich nicht, das ich auf jemanden zugehen muss und nach Informationen fragen muss. Transparenz heißt, dass von sich aus Informationen bereitgestellt werden. Sicher muss man unterscheiden ob etwas vertraulich ist oder nicht aber ich persönlich vermisse die Transparenz der Staatsregierung. Es fing an, wie die Auswahl der Teilnehmer am Energiedialog erfolgte, nach welchen Kriterien ist das geschehen? Wurden Teilnehmerlisten veröffentlicht?

Ich wünsche mir für die Zukunft, eine wirklich offene, transparente Kommunikation aller Teilnehmer. Niemand sollte zu radikalen oder beleidigenden Mitteln greifen. Es ist die Ohnmacht, die viele Betroffene zur Zeit spüren. Wir fühlen uns ausgeliefert, ausgeliefert an Personen, die nur nach Macht und Geld streben. Diese Ohnmacht macht uns allen Angst.

24 thoughts on “Offen und Transparent”

  1. Lieber Herr Ambros,

    vielen Dank für diesen Artikel. Sie bringen die Argumente auf den Punkt: Allein die Angst vor der HGÜ Leitung macht krank, der Nocebo Effekt macht also krank ( http://de.wikipedia.org/wiki/Nocebo-Effekt#Elektrosmog ).

    So eine Leitung sieht man, das mag richtig sein. Aber man kann sich auch daran gewöhnen. Im Norden stehen Windräder, in Österreich gibt es in manchen Tälern einen Drahtverhau durch die Stromleitungen der Wasserkraftwerke und die Menschen leben gut damit. Selbst der Tourismus an den Küsten und in Österreich wird davon nicht beeinflusst. Woher leiten Sie und die anderen Trassengegner also den Anspruch ab, in der persönlichen Nähe von Infrastruktur verschont zu bleiben? Meiner Meinung nach ist das ein Schlag ins Gesicht der Bürger, die Infrastruktur dulden (müssen), Infrastruktur von der auch Sie profitieren. Persönlich hätte ich lieber zwei HGÜ Leitungen im Blickfeld als eine Autobahn ihn Hörweite.

    Und um noch den Besserwisser zu geben: Das Brummen wird es bei einer HGÜ Leitung wohl eher nicht geben. Das tiefe Brummen wird durch die 50 Hertz Wechselspannung erzeugt, ein eventuelles Knistern durch Bündelleiter stark verringert.

  2. „in der persönlichen Nähe von Infrastruktur verschont zu bleiben“????
    Ich lebe in Hör- und Sichtweite zu einer Autobahn. Ich habe bereits eine Wechselstromleitung (ausgelegt für 220kV) in ca 200m Entfernung. Ich leiste meinen Beitrag zur Infrastruktur bereits!

    Bitte Beurteilen Sie meine Wohnsituation nicht, wenn sie sie nicht kennen.

  3. Eigentlich wollte ich Frank Ambros auf seinen hervorragenden Artikel antworten, aber nach der ersten Antwort von „Tut nichts zur Sache“ sehe ich mich genötigt zu dieser Antwort Stellung zu nehmen.
    Dieser Bürger nimmt offiziell Stellung zu dem Artikel und ist nicht in der Lage seinen Namen zu nennen!
    Mit diesem Verhalten wird der Artikel mehr als bestätigt! Meinungen von Personen die nicht bereit sind sich öffentlich zu der Meinung zu bekennen, interessieren mich nicht, ja sie sind mir zuwider!
    Ich schlage daher vor alle Stellungnahmen welche unter einem Pseudonym abgegeben werden nicht zu veröffentlichen.
    Transparenz ist gefragt!

    1. Ich wollte das auch tun, aber nun werden wir mehr oder weniger gezwungen auf jemanden einzugehen, der von sich selbst schreibt: „Bezeichnen Sie mein Verhalten ruhig als feige, ich stimme Ihnen da sogar zu. Und das hat guten einen Grund. Die Drohungen, die ich von einem aktiven Herren der BI in den Kommentaren gelesen hab, lassen die Befürchtung zu, dass dieser Herr in einer bierseligen Laune mal persönlich vorbeischaut um mir seine Argumente vorzutragen.“
      Der Einzige, der ihn als feige bezeichnet ist er wohl selbst. Und ich habe noch keinen drohenden Kommentar auf diesen Seiten gelesen. Aber an der Charakterisierung „feige“ scheint ja was dran zu sein…
      Nun zur Sache: ich stimme Frank Ambros voll zu und schätze seine Arbeit und das Engagement, das er in seine Beiträge steckt, in hohem Maße.
      Danke, Frank, für deinen Mut und deine offenen Worte, mach weiter so!

  4. Liebe Freunde vom Freileitungsprotest!

    Unsere BI Biosphäre unter Strom – keine Freileitung durchs Reservat führt seit 2008 den Kampf gegen eine 380kV-Freileitungsplanung (EnLAG-Projekt) durch das Biosphärenreservat Schorfheide – Chorin.
    Dabei ist uns mehr und mehr zum Bewußtsein gekommen, dass der Konflikt ein asymmetrischer Konflikt ist: auf der einen Seite der Netzbetreiber mit einem millionenschweren Etat für seine
    Öffentlichkeitsarbeit, mit Profis, die die öffentliche Meinung kneten, mit Zugang zu den Medien und vor allem den unmittelbaren Zugang zur Staatskanzlei. Darüberhinaus haben die Netzbetreiber ein Informationsmonopol, das sie auch gegenüber der Bundesnetzagentur zu verteidigen wissen.
    Was setzen wir, die Bürger dagegen? Unsere Phantasie, unser Engagement, unsere Kenntnis der Situation vor Ort. Solidarität und Vernetzung. Wichtig ist, einen klaren Kopf zu bewahren, sich nicht zu verhärten und die Lage immer sauber zu analysieren.
    Dadurch wird die Asymmetrie nicht aus der Welt geschafft, aber es liegt am Ende doch an unserer Strategie, ob wir erfolgreich sind.
    Es sind schon Großprojekte gescheitert: Wackersdorf, Gorleben, das Bombodrom in der Ruppiner Heide

    Der Konflikt ist ein politischer Konflikt und deshalb ist es wichtig, auf allen Ebenen präsent zu sein: auf derkommunalen, der landepolitischen, der bundespolitischen und der europäischen. Die europäische Ebene ist ganz scher zu erreichen, aber da wird viel vorentschieden.

    Wenn ich sehe, was ihr in den letzten Monaten geschafft habt, dann kann ich nur sagen, ihr seid auf dem besten Weg.
    Diese Massenmobilisierung ist einmalig in der bundesdeutschen Protestszene gegen die Freileitungen.
    Die Verankerung in den kommunalen Parlamenten ist gut.
    Also dranbleiben. Wenn der Konflikt politisch nicht gelöst wird, dann bleibt nur der Gang zum Gericht. Auch das solltet ihr im Auge haben und die Punkte auswählen, wo man die Planung umweltrechtlich angreifen kann. Bei der umweltrechtlichen Ignoranz, die die Planer oft an den Tag legen, werden sich hier sicher Punkte finden lassen, wo man ansetzen kann.

    Nicht über unsere Köpfe!

    Hartmut Lindner

  5. Ich gehs mal rückwärts an.
    Frau Estl, Sie halten mich in einem Ihrer Beiträge für nicht mutig genug. Nicht mutig genug bedeutet für mich feige. Der Kommentar auf den ich mich beziehe und den ich als bedrohlich empfinde wurde am 18.10. im Artikel über die Stromtrassenresolution verfasst.

    Herr Grobleben, die Gründe für mein Handeln habe ich in einem anderen Kommentar dargelegt. Dafür dass Sie sich nicht für meine Meinung interessieren wundert mich allerdings der Aufwand, meinen Kommentar zu kommentieren und um nach Zensur zu rufen.

    Herr Ambros, ich denke vor allem durch die Autobahn in der Nähe erleben Sie eine Beeinträchtigung durch Infrastruktur. Wieviel trägt die Freileitung denn dazu bei?

  6. Prof. Dr. Hirschhausen bestätigte gestern in seinem Vortrag in Creußen, dass wir die HGÜ für die Versorgungssicherheit in Bayern nicht brauchen. Die erneuerbaren Energien sind nach seinen Aussagen derzeit bei 40 % und es kann eine Energiewende mit den bestehenden Leitungen geschafft werden. Den Strom, der z. B. in Güstrow durch Windräder erzeugt wird, nach Bayern zu transportierten signalisierte er als unrealistisch, zumal auch in Norddeutschland große Städte sind, die Strom brauchen. Wir müssen in unserem Tun weitermachen. Der Energiedialog ist nicht dass, was wir uns wünschen und wir sollten solche Unstimmigkeiten auch weiter bekannt machen. Wir sollten aber auch die Politiker daran erinnern, dass wir wenn auch nicht jetzt sofort, aber immer wieder Wähler sind!

  7. Seit ich das Wort „Trassenwahn“ gegoogelt habe, geht mein PC merklich langsamger: meine persönliche Vermutung ist, dass sich inzwischen unser staatlicher Schnüffeldienst eingeloggt haben könnte und nun durch Personen, die gar nicht existieren, unser bislang sehr qualifiziertes Forum durcheinander zu bringen versuchen könnte. Doch unser demokratisches Prinzip, dessen Verfall man seit dem Privatisierungswahn unserer Staatslenker ab den 1990er Jahren beobachten kann und der als besonders prägnantes Beispiel einen ersten Höhepunkt in den Verträgen mit Toll-Collect hatte, muss stärker sein als die Vernebelungstaktik der Politik, die nur noch Lobbyisteninteressen zu dienen scheint und nicht mehr dem Wohl des Volkes. Unsere Demokratie ist in höchster Gefahr, wenn es nicht gelingt, Transparenz in allen Entscheidungen herbeizuführen. Für den sogenannten „Energiedialog“ bedeutet dies:
    1. Alle Teilnehmer legen ihren Lebenslauf offen, aus dem erkennbar ist für wen sie bereits gearbeitet haben und für wen sie aktuell tätig sind.
    2. Alle Verflechtungen der Akteure, die als „Experten“ in Sachen Stromnetz auftreten, werden offengelegt (analog Punkt 1).
    3. Alle Eingaben der Dialogteilnehmer werden unzensiert im Internet veröffentlicht.
    4. Die Sitzungen werden vollständig per Livestream im Internet übertragen.
    5. Frau Aigner führt keinerlei Nebengespräche außerhalb der öffentlichen Sitzungen.

    Im Übrigen: Wenn diese Leitung nur zum Geld-Scheffeln für klamme nordrheinwestfälische Städte und Gemeinden dient, die an den hochverschuldeten Konzernen RWE und E.ON beteiligt sind und keine Einnahmen mehr aus ihren Beteiligungen bekommen – auf eine Milliarde mehr oder weniger für den Länderfinanzausgleich würde es garantiert auch nicht mehr ankommen.

  8. Sehr geehrter Herr Ambros,
    da Sie mich indirekt in Ihrem Beitrag angesprochen haben, möchte ich diesen Rahmen nutzen und als Mitarbeiter des Bay. Wirtschaftsministeriums direkt antworten:
    Sie monieren die mangelnde Offenheit und Transparenz des Energiedialogs, verweisen auf Ungereimtheiten bei der Auswahl der Teilnehmer und einen mangelnden Informationsfluss.
    • Ich hatte in den vergangen Wochen mehrfach versucht Sie telefonisch zu erreichen. Leider haben Sie sich nicht zurückgemeldet. Mit den Vertretern Ihres Aktionsbündnisses sowie anderen BI-Vertretern stehe ich in telefonischem Kontakt. Sie und Ihre Mitstreiter verfügen über alle Kontaktinformationen, inkl. meiner privaten Handynummer. Ich hatte Ihnen und den BI-Vertretern im Energiedialog zugesagt jederzeit, auch am Wochenende, im Urlaub und am Feierabend, für Rückfragen zur Verfügung zu stehen. Mein Angebot, Ungereimtheiten direkt auf kurzem Wege zu klären wurde von einigen ihrer Mitstreiter angenommen, von Ihnen jedoch nicht. Weshalb Sie auf Ihre Informationsmöglichkeiten verzichten und von einem „verschlossenen“ Dialog sprechen, kann ich mir nicht erklären.
    • Hinsichtlich der Auswahl der Teilnehmer des Energiedialogs waren Sie mein erster Ansprechpartner. Sie erinnern sich sicherlich an unseren ersten telefonischen Kontakt am 26. Oktober 2014 und die darauf folgenden Telefonate zur Besetzung der bereitgestellten Plätze. Das Aktionsbündnis hat seine Vertreter selbst ausgewählt und die Namen an uns weitergegeben. Die Einladung erfolgte entsprechend.
    • Der Energiedialog ist kein reiner Trassendialog. Dies hat zur Folge, dass auch andere Interessensgruppen, z.B. Bürgerinitiativen gegen den Bau von Pumpspeicherkraftwerken oder gegen Windkraft, das Recht haben Ihre Meinung zu äußern und gehört zu werden.
    • Mit kritischen fachlichen oder organisatorischen Äußerungen setzen wir uns intensiv auseinander und nehmen Ihre Ängste und Sorgen sowie die der anderen Betroffen ernst. Selbstverständlich gehört zu einer transparenten Diskussion, dass Probleme und Unklarheiten offen angesprochen werden können. Im Umkehrschluss sollten aber auch die Missverständnisse und Probleme, die einvernehmlich gelöst werden konnten, offen kommuniziert werden.
    • Wir haben z.B. dafür gesorgt, dass in Zukunft keine Aufkleber oder andere Werbematerialien im Energiedialog verteilt werden. Die von ihrer Interessensgruppe benannten Experten wurden von uns mehrfach kontaktiert und gebeten an den Sitzungen teilzunehmen. Sie hatten diese Punkte (direkt und indirekt) auf ihrer Internetseite gerügt, die Klarstellung überlassen Sie aber anderen Personen.
    • In Ihrem vorigen Beitrag kritisieren Sie die Beteiligung nicht bayerischer Experten, insbesondere des Leipziger Instituts für Energie. Gleichzeitig, haben wir auf ihren Vorschlag die Professoren Jarass, von Hirschhausen und Kemfert zum Energiedialog eingeladen. Alle drei Professoren haben ihre Lehrstühle nicht in Bayern.
    • Abschließend wäre ich Ihnen dankbar, falls Sie klarstellen konnten, aus welchem Mailverkehr Sie eine eindeutige Tendenz zur Trasse herauslesen.

    Mit freundlichen Grüßen
    Christoph Stoeckle

    1. Vielen Dank für die Rückmeldung, in kurzen Antworten versuche ich meine Position klarzustellen. Vorweg, ich weiß Ihre Mühen sehr schätzen. Verstehen Sie aber auch, dass bei uns unmittelbar betroffenen Bürgern Gefühle nicht ausbleiben. Ich meine hier ein gewisses Niveau walten zu lassen und entschuldige mich für die nicht angemessenen Anfeindungen, denen Sie zur Zeit wohl (auch aus unseren Reihen) ausgesetzt sind.

      zu 1: Nun, mehrfache Versuche mich telefonisch zu errreichensind mir nicht bekannt. Auf meiner Mailbox hatte ich auch keine Nachrichten. Sei es drum, meinen Fehler will ich dabei nicht ausschließen
      zu 2: Es geht mir nicht um die Auswahl der BI-Vertreter sondern der anderen Teilnehmer beim Energiedialog. Es war sehr fair vom Ministerium, uns die Wahl zu lassen, wen wir schicken.
      zu 3: Meine persönliche Einschätzung ist die, dass es ohne den amssiven Widerstand der Bevölkerung gegen die Stromtrasse überhaupt keinen Energiedialog gegeben hätte.
      zu 4: Die Probleme die ich sehe kommuniziere ich auf dieser Seite immer offen.
      zu 5: Ich bin mir nicht sicher ob wir vom selben sprechen, es kann aber nicht meine Aufgabe sein passende Vertreter zu suchen. Das ich mit der Auswahl der Teilnehmer nciht einverstanden bin spiegelt meine persönliche Meinung wieder und wie ich aus meinem Umfeld wahrnehme geht es vielen Menschen so.
      zu 6: Haben wir hier vielleicht schon das Problem, dass es keine unabhängigen Experten mehr in Bayern gibt? Wir haben Experten, ohne Zweifel aber oft stecken diese Personen in einer Zwickmühle, wenn beispielsweise Lehrstühle über Drittmittel von energiekonzernen gefördert werden. Sobald das der Fall ist, ist eine Unabhängigkeit nicht mehr gegeben.
      zu 7: Sie verstehen, dass ich niht meinen gesamten Mailverkehr offenlegen kann. Allerdings befinde ich mich in so einigen Verteilern und bekomme dadurch Informationen zugespielt. Hier einige Auszüge:

      – Bei einem Redeanteil von mindestens 80% pro Trasse glaubt’s langsam auch der Kirchenvertreter, dass es ohne Süd-Ost Trasse nicht geht. Alle drei sprechen sich für den Bau unserer Trasse aus. (so nennt die Staatsregierungen einen Ergebnisoffenen Dialog) Im Anhang befinden sich die Detailinformationen zu diesem Tag.

      – Im Anhang befinden sich die Detailinformationen zu diesem Tag. Beachtet, wie viele in dem AG 3 sich für den Trassenbau einsetzen.

      – Folien zu Stromverbindungen und Zahlen zu Versorgungsoptionen (pro Trassen) stammten von der Agora und den Netzbetreibern (…) Panikmacher: Alternative zum Netzausbau bedeutet zwei unterschiedliche Preiszonen; Hemnis für den EU-Binnenmarkt Fazit: Netzausbau, sonst zahlen wir im Süden mehr für Strom

      Wichtig ist mir beim Thema Transparenz, dass mein Gegenüber Informationen herausgibt, ohne ständig nachfragen zu müssen. Wie ich oben schon erwähnte, kennen Sie meine Position sehr genau, weil ich meine Meinung transparent nach außen kommuniziere.

      1. Einen schönen Gruß an Hartmut Lindner und einen Dank für den Artikel, Schorfheide ist mir im Zusammenhang mit einer Freundin aus Berlin ein Begriff, die beim Schorfheidelauf immer mithilft.

        @Herrn Stoeckle
        Sehr geehrter Herr Stoeckle,
        was mich doch etwas überrascht, ist Ihre Verwunderung über die Skepsis, die bei den Trassengegnern anzutreffen ist. Am Anfang ist uns die Trasse noch als Windstromtrasse vorgestellt worden, bis wir sie als Kohletrasse entlarvt haben. Das ist nur ein Beispiel von vielen. Und wenn ich mich recht erinnere, war das mit den Ansprechpartnern beim Energiedialog auch ein klein wenig anders. Aber sei´s drum. Ihr Bemühen ist bestimmt da.

        Das jeder seine Meinung äußern darf, da haben Sie vollkommen Recht, das muss sein. Aber, leben müssen die Bewohner mit dieser Trasse. Wir wären einem Versuchsprojekt ausgeliefert, da uns niemand belegen kann, dass es keine gesundheitlichen Auswirkungen hat. Jeder der auch nur einen Funken von Elektrotechnik versteht, schüttelt hier den Kopf. Niemals werden wir mit unserer Gesundheit so experimentieren lassen. Egal wer hier meint was verdienen zu können.

        In Antenne Bayern in den Nachrichten am Samstag, wurde von Frau Aigner die Aussage getroffen wir bräuchten die Trassen, kann das sein??? Wenn ich es nur allein gehört hätte, würde ich meinen, ich hätte eine Fata morgana gehabt.

        @Frank; toller Beitrag und das mit den Kirchenvertretern ist gar nicht so schwer zu verstehen. Wenn ich mich recht erinnere, sind sie in der Beteiligungsgesellschaft M31, die zu ca. 70 % (ich müsste jetzt zu viel recherchieren um die genaue Zahl sagen zu können) Amprion finanzieren, die evangelische Zusatzversorgungskasse möchte ihren Mitgliedern halt mehr als die verschwindenden Zinsen bieten, die es am Ottonormalo Markt so gibt.

        Die Studie mit den unterschiedlichen Preiszonen, bei denen der Süden dann mehr zahlen müsste, die hat es nie gegeben, nicht in diesem Zusammenhang. Aber die Zeitungen stürzen sich darauf wie die Geyer, ohne abzuklären, was die Wahrheit ist. Und siehe es schreiben alle voneinander ab.

        Panikmache: Das sind Methoden, ich möchte jetzt lieber keine Kategorisierung vornehmen, was das bedeutet, so vorzugehen.

        1. Sehr geehrte Frau S.,
          Leider kann ich Ihren ersten an mich gerichteten Absatz nicht zu ordnen. Was meinen Sie mit der Aussage, dass das mit dem Ansprechpartner zu Beginn des Dialogs noch anders war?
          Mit freundlichen Grüßen
          C. Stoeckle

        2. In der Tat schüttelt jeder mit einem Hauch Ahnung von Elektrotechnik über solche Befürchtungen, wie Sie sie äußern. Schließlich wurde eine ähnliche Diskussion bereits vor 125 Jahren geführt, auch bekannt als der Stromkrieg. Auch wenn damals noch von der Wirkung elektromagnetischer Strahlung am Menschen wenig bekannt war, wurde damals die einfachere Handhabung von Wechselstrom den sicherheitstechnischen und gesundheitlichen Vorteilen des Gleichstroms vorgezogen.
          Zurück zum Thema: Es gibt keinen einzigen postulierten Wirkungsmechanismus, der bei den hier vorliegenden Gegebenheiten auftritt. Um ein paar Beispiele zu nennen:
          Die Leiterseile erzeugen ein elektrisches Feld, jedoch wurde bereits in den 70ern durch umfangreiche Studien die Nichtexistenz einer biologischen Wirkung bestätigt.
          Ebenfalls konnte keine Reaktion auf statische Magnetfelder im µT Bereich (wie sie unterhalb der Trasse auftreten) bewahrheitet werden.
          Und um die Abwesenheit von Strahlung zu bestätigen sollten selbst Sie keiner Studien bedürfen.
          Ein in England postulierter Mechanismus, das elektrische Feld verstärke durch Ladungstransport die Wirksamkeit von Luftschadstoffen verstärken, konnte durch epidemiologische Studien nicht bestätigt werden (http://iopscience.iop.org/0952-4746/34/4/873/article).
          Ich möchte mich meinem anonymen Vorredner anschließen, und nochmals bekräftigen, dass die Wirkung des Nocebo-Effektes hier eine signifikante Rolle spielt.

  9. Sehr geehrter Herr Stoeckle,
    als Erstes möchte ich mich herzlich bei Ihnen bedanken, dass Sie sich die Mühe machen unsere Homepage zu besuchen und sogar die Kommentare zu lesen.
    Ich kann Ihnen bestätigen, dass Ihre Hinweise auf Erreichbarkeit und Bereitschaft zur Problemlösung sehr positiv wahrgenommen werden und auch über das übliche Maß hinaus gehen.
    Nicht positiv wahrgenommen wird dagegen die offensichtliche Ungleichbehandlung der Teilnehmer, was Präsens und Redezeit angeht.
    Dafür sind Sie vermutlich nicht verantwortlich, aber wie lautet das Sprichwort so schön: Mit gefangen, mit gehangen.
    Mit freundlichen Grüßen nach München
    Matthias Grobleben

    1. Sehr geehrter Herr Grobleben,
      vielleicht könnten Sie sich nochmals mit den Vertretern Ihres Aktionsbündnisses hinsichtlich der Frage der individuellen Redezeit je Teilnehmer besprechen. Mein letzter Stand aus der Arbeitsgruppe 4 vom letzten Freitag ist, dass die vom Vortragenden gewünschte Redezeit zugestanden wurde. Ich hatte zudem in der Arbeitsgruppe persönlich mit Frau Staatsministerin abgestimmt, dass der Vortragende seine Redezeit überschreiten und zu Ende referieren kann. Er wird Ihnen dies bestätigen können. Sollte es in den anderen AGs anders abgelaufen sein, bitte ich um direkte Rückmeldung an mich. Ich möchte zudem nochmals kurz darauf hinweisen, dass der Energiedialog kein Trassendialog ist, d.h. Die Einstellung zum Trassenbau war (außer bei den Trassengegnern) kein Einladungskriterium. Zweck des Dialoges ist es, Argumente zu hören. Quantität ist dabei weniger ausschlaggebend als Qualität.
      Sollten Sie noch weitere Fragen haben, können Sie mich gerne kontaktieren.
      Mit freundlichen Grüssen
      C. Stoeckle

  10. Lieber Frank Ambros,
    auch von meiner Seite ein großes Lob für Dein Engegement!!!!

    Lieber Herr Stoeckle, ich finde es positiv, daß Sie sich zu hier zu Wort melden. Auch ich stelle mir mehr Transparenz vor:

    1. Warum gibt es keine offizielle Teilnehmerliste zum Energiedialog-ist das etwa ein Geheimnis, wer alles teilnimmt?
    2. Warum gibt es kein Video von den einzelnen Sitzungen, damit ich mir als Bürger die Argumente der einzelnen Redner/Teilnehmer anschauen und anhören kann?
    3. Eigentlich ist es allgemein üblich, Wortprotokolle von solchen Veranstaltungen zu erstellen-gibt es diese etwa nicht?
    Wenn ja, wo kann ich diese nachlesen?
    4. Ich weiß bis heute noch nicht, ob es am Ende des Energiedialogs eine MehrheitsAbstimmung geben wird. Die meiner Meinung nach beste Lösung, wären Entscheidungen im Konsens zu treffen.
    5. Ich habe mich per Internet in den Dialog mit eingebracht. Warum wurden meine Fragen bisher nicht in den jeweiligen Arbeitsgruppen besprochen?

    Sie sehen also, an was es hapert.
    Es braucht sich also keiner wundern, warum der Energiedialog in Verruf gerät eine Alibiveranstaltung zu sein, wenn diese Punkte nicht schnellstens behoben werden.

    Mit freundlichen Grüßen
    Anita Dieminger

    1. Sehr geehrte Frau Dieminger,
      nur ein kurzes Statement zu später Stunde. Aus Gründen des Datenschutzes ist eine Veröffentlichung von Teilnehmerlisten bzw. das Anfertigen und Veröffentlichen eines Videomitschnittes nicht ohne weiteres bzw. ohne Zustimmung aller Teilnehmer möglich. Als staatliche Einrichtung ist das StMWi diesbezüglich an enge gesetzliche Vorgaben gebunden. Viele Forderungen lassen sich also nicht ohne weiteres erfüllen. Sie erhalten morgen eine detaillierte Antwort von mir.
      Mit freundlichen Grüssen
      C. Stoeckle

  11. Ich bin ebenfalls vom bisherigen Verlauf und vom generellen Design des Energiedialogs enttäuscht, muss aber für Herrn Dr. Stoeckle persönlich eine Lanze brechen:
    Er ist sehr engagiert und glaubhaft bemüht, den BIs Gehör beim Energiedialog zu verschaffen. In mehreren langen und konstruktiven Telefonaten hat er sich mit meinen Kritikpunkten auseinander gesetzt. Und er hat mir ebenso glaubhaft versichert, dass sich das StMWi sehr wohl eingehend mit dem Vorschlag der österreichischen Verbund AG auseinander setzt, auch wenn die öffentlichen Äußerungen von Frau Aigner oder von Herrn Söder in eine andere Richtung weisen.

    Ich werde die diesbezüglichen Veröffentlichungen in den nächsten Tage als Glaubwürdigkeits-Indikator betrachten.

    Die Möglichkeiten des Herrn Dr. Stoeckle sind allerdings eng begrenzt. Er kann nichts für die generelle Benachteiligung der BIs und für die grundlegenden Designfehler des Dialogs:

    – In den „Arbeitsgruppen“ wird nicht gearbeitet, sondern es werden fast ausschließlich Statements abgegeben. Diskussionen sind aufgrund des sehr engen Zeitplans nahezu ausgeschlossen. Ein Aufeinander-zu-gehen oder ein Entwurf neuer Ideen findet nicht statt.

    – Die drei Sitzungstermine zu je 3 Stunden – zu denen die ÜNB- und sonstigen Wirtschaftsvertreter in ihrer Arbeitszeit anreisen, die BI-Vertreter jedoch eigens Urlaub nehmen müssen – bedingen dies zwangsläufig.
    M.E. wären ein oder zwei Wochenend-Klausuren effektiver gewesen; an den Übernachtungs- oder Verpflegungskosten wäre es sicherlich nicht gescheitert.

    – Statt unabhängige Moderatoren zu wählen, wurde etwa in AG 3 mit Herrn Balleis nicht nur ein ausgewiesener Befürworter der Monster-Trasse als Moderator eingesetzt, sondern sogar jemand, der auf dem CSU-Parteitag einen Antrag PRO Monster-Trasse stellt und der offen Ministerpräsident Seehofer für dessen Infragestellen der Trasse kritisiert.

    https://www.stromautobahn.de/herr-balleis-befangener-moderator-beim-energiedialog

    Dieser Moderator hat sich in AG 3 dadurch hervorgetan, dass ihm mehr an der Einhaltung des Zeitplanes als an einer Aufarbeitung der Argumente gelegen ist.

    Für mich stellt sich zunehmend die Frage, welchen Nutzen dieser Energiedialog für unser Anliegen überhaupt hat.

    ICH bin überzeugt, dass wir die richtigen und die besseren Argumente haben und dass die Monster-Trasse unnötig ist. Aber wir können mit diesen Argumenten nicht punkten.

    Wird Prof. Hirschhausen im Januar den Umschwung in den „Arbeits“-Gruppen bringen? Ich fürchte, nein.

    Auch bin ich enttäuscht über die fehlende Rückendeckung seitens der Staatsregierung.

    Ministerpräsident Seehofer hat mehrfach betont, dass Bayern sehr wohl in der Lage ist, seinen Strombedarf OHNE die Monster-Trasse zu decken. Den Beleg hierfür ist sowohl die Staatskanzlei wie auch das StMWi bisher schuldig geblieben. Ich habe in einem Schreiben explizit meine Mitarbeit bei der Erstellung eines entsprechenden Papiers angeboten. Dies wurde aber dankend als „unnötig“ abgelehnt.
    Stellt sich dann die Frage: Wieso liegt nach rund 9 Monaten noch kein Beleg vor, dass Bayern die bevorstehende Kraftwerkslücke von 5,2 GW schließen kann?

    Ich glaube, dass wir wieder zu öffentlichen Protesten zurückkehren müssen. Schade um die Zeit und die Energie, die wird durch den Energiedialog verloren haben.

  12. Ein Wort zum „ergebnisoffenen Dialog“:

    Hier als Zitat die Einschätzung eines der BI-Vertreter in den Arbeitsgruppen:

    “ Der Energiedialog wird ausgehen wie das Hornberger Schießen, das nach Wikipedia treffend so definiert ist:
    >>Die Wendung wird gebraucht, wenn eine Angelegenheit mit großem Getöse angekündigt wird, aber dann nichts dabei herauskommt und sie ohne Ergebnis endet.<<

    Wir werden die Wirtschaft nicht davon überzeugen können, teurere, aber klimafreundlichere Alternativen ohne Leitung zu
    akzeptieren und die Energielobby wird alles versuchen, um die
    zentralistischen Erzeugungs- und Verteilungsstrukturen von Strom aufrechtzuerhalten. Ebenso wenig wird es Wirtschaft und Energielobby gelingen, uns zu überzeugen, dass wir eine Leitung akzeptieren, die gigantische Mengen an Strom mit hohen Anteilen an Braunkohlestrom aus Ostdeutschland und Polen sowie Atomstrom aus dem Ausland transportieren würde."

    Der Dialog ist im wahrsten Sinne des Wortes "ergebnisoffen": Am Ende des Dialoges wird das Ergebnis offen bleiben. 🙁
    Oder vielmehr: Jeder wird sich in seiner Meinung bestätigt sehen und die Fronten bleiben weiter offen. 🙁

  13. Info an Alle:
    Herr Stöckle hat mir heute geschrieben, daß er es aus terminlichen Gründen leider nicht geschafft hat, mir zu antworten. Er hat mir seine Telefonnummer gemailt und mir angeboten ein Telefongespräch zu führen. Da ich telefonisch aber leider sehr schlecht erreichbar bin, habe ich ihn gebeten, seine Antworten auf meine Beanstandungen in den nächsten Tagen hier einzustellen.
    Wir dürfen also weiterhin gespannt sein.
    Viele Grüße
    Anita Dieminger

    1. Sehr geehrte Frau Dieminger,
      mit etwas Verspätung erlaube ich mir nochmals auf Ihre Fragen einzugehen:
      • Hinsichtlich der Teilnehmerlisten und der Videoaufzeichnungen hatte ich bereits auf die datenschutzrechtlichen Bestimmungen verwiesen.
      • Der Umgang mit Wortprotokollen gestaltet sich äußerst schwierig, da die am Energiedialog beteiligten Interessensvertreter sehr unterschiedliche Auffassungen vertreten. Wir haben in den letzten AG-Sitzungen die Erfahrung gemacht (Ihre Mitstreiter werden dies bestätigen können), dass allein die Abstimmung der Ergebnisprotokolle äußerst zeit- und geprächsintensiv ist. Die wenigsten Teilnehmer wollen die Argumente der Gegenpartei unkommentiert stehen lassen. Eine für die Veröffentlichung notwendige Abstimmung der Wortprotokolle zwischen allen an den AGs beteiligten Parteien wäre, vor dem Hintergrund der gewünschten schnellen Bereitstellung der Ergebnisse nicht leistbar.
      • Der Energiedialog dient als breitangelegter Konsultationsprozess der politischen Meinungsbildung. Er entbindet die Bayerische Staatsregierung nicht von ihrer gesellschaftlichen Gesamtverantwortung. Eine finale Abstimmung über das Bayerische Energieprogramm wird nicht erfolgen, einer solchen würde in unserer parlamentarischen Demokratie zudem die notwendige Legitimation fehlen.
      • Die von Ihnen in den Energiedialog eingebrachten Fragen bzw. Statements wurden thematisch sortiert und anonymisiert an die AG Leiter und die AG Mitglieder weitergeleitet. Die Kommentare werden auch in anonymisierter Form den Mitgliedern der kommenden Plattformsitzung am 18.12.14 zur Verfügung gestellt.
      • Der Erforschung neuer Ansätze zur Energiespeicherung kommt aus Sicht des Bay. Wirtschaftsministerium eine hohe Bedeutung zu. Eine solche Technik, die bereits jetzt in verschiedenen Projekten der Professoren Arlt und Wasserscheid u.a. am Energiecampus Nürnberg gefördert wird, ist dabei LOHC. Insgesamt wird der Energiecampus Nürnberg seitens der Bayerischen Staatsregierung mit knapp 50 Mio. € für einen Zeitraum von 5 Jahren gefördert. Von diesen Mitteln werden knapp 1,8 Mio. € unmittelbar für die LOHC Forschung bereitgestellt. Zudem wird die LOHC Forschung mit 15 Mio. € im Rahmen des Bavarian Hydrogen Centers gefördert. Zusätzliche Unterstützung erfolgt im Rahmen des sich im Aufbau befindlichen Helmholtz-Instituts Erlangen-Nürnberg (HI ERN), das gemeinsam von Bund und Freistaat unterstützt wird.

      Mit freundlichen Grüßen
      C. Stoeckle

  14. Sehr geehrte Damen und Herren,

    hinsichtlich der Moderation von Herrn Dr. Balleis im Energiedialog, darf ich Ihnen vorab folgendes Pressestatement zu Ihrer Kenntnis übermitteln:

    >Bayerns Wirtschafts- und Energieministerin Ilse Aigner und der frühere Erlanger Bürgermeister Dr. Siegfried Balleis sind überein gekommen, dass letzterer die Moderatorenrolle im Rahmen des Energiedialogs abgibt. Die Ministerin dankte Dr. Balleis für sein Engagement.Aigner: „Herr Dr. Balleis hat die Arbeitsgruppe 3 „Ausbaupotential der erneuerbaren Energien“ mit der gebotenen Neutralität, Umsicht und Kompetenz geleitet. Ich habe es mir jedoch zur Aufgabe gemacht, einen ergebnisoffenen Dialog über die zukünftige Energieversorgung Bayerns zu führen.“ Die Positionierung von Dr. Balleis für Stromtrassen in seinem Antrag für den CSU-Parteitag stehe zu diesem Ziel in Widerspruch, so Aigner. Dr. Balleis hatte eine der vier Arbeitsgruppen des Energiedialogs als Moderator geleitet. Aigner: „Mir ist es wichtig, den Anschein erst gar nicht aufkommen zu lassen, auf den Energiedialog werde inhaltlich Einfluss genommen.“ Deshalb werde Dr. Balleis die ausstehenden Arbeitsgruppensitzungen nicht moderieren.<

    Ich werde mich bemühen, ihre restlichen Anfragen so bald wie möglich zu beantworten.
    Mit freundlichen Grüßen
    C. Stoeckle

  15. Hier nochmal meine Bemerkungen zum Beitrag „Warum verläuft die Trasse nicht…“ vom 15.12., sie passen auch hierher:
    Ich möchte abschließend noch mal etwas zu den möglichen gesundheitlichen Risiken einer Gleichstrompassage am Beispiel Asbest festmachen.
    Seit 1936 ist Asbestose eine anerkannte Berufskrankheit in Deutschland. Diese Krankheit kann erst Jahre nach dem Kontakt mit Asbest ausbrechen. In den Nachkriegsjahren gab es einen Asbestboom in Deutschland, da dieser Werkstoff als ideale Isolierung galt. Erst in den neunziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts wurde Asbest komplett verboten. Ein Grund, der damals gegen ein früheres Verbot genannt wurden, kommt mir heute im Zusammenhang mit einer Argumentation pro Gleichstromtrassen seltsam vertraut vor: der Wegfall von Arbeitsplätzen und kein Nachweis von gesundheitlichen Beeinträchtigungen.
    Damals hat man angeblich den kausalen Zusammenhang nicht sehen können, bis heute müssen Asbestpatienten nachweisen, dass sie die Krankheit aufgrund ihrer beruflichen Tätigkeit haben, um eine Rente der gesetzlichen Unfallversicherung zu erhalten (http://www.asbesterkrankungen.de/betroffen/betroffen.html). Und da kommen Leute daher, die sagen, es sind keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen zu erwarten im Zusammenhang mit Gleichstrom in Höchstspannung von 500 KV., alles nur dem Nocebo-Effekt zuzuschreiben. Mit Verlaub, mir bleibt da einfach die Spucke weg.

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