Pres­se­mit­tei­lung vom 27.07.2025 Über­tra­gungs­netz­be­trei­ber offen­ba­ren mas­siv stei­gen­de Kos­ten – Minis­ter­prä­si­dent Söder stiehlt sich durch die Hin­ter­tür davon 

 Der Über­tra­gungs­netz­be­trei­ber Trans­netBW hat­te zum Spa­ten­stich für den Bau­be­ginn des Sued­Link in Bay­ern ein­ge­la­den. Minis­ter­prä­si­dent Mar­kus Söder, Bun­des­wirt­schafts­mi­nis­te­rin Katha­ri­na Rei­che und For­schungs­mi­nis­te­rin Doro­thea Bär waren neben zahl­rei­chen Vertreter*innen aus der Bun­des- und Lan­des­po­li­tik erschie­nen und fei­er­ten am 25.07.2025 in der Wil­helm-Heg­ler-Hal­le in Oer­len­bach den Spa­ten­stich für ein Pro­jekt, das eigent­lich schon 2022 hät­te fer­tig gestellt sein sol­len. Es ist nicht glaub­wür­dig, dass die­ses Pro­jekt bis 2028 in Betrieb gehen wird. 

Die Pla­ner und die Poli­tik fei­er­ten den Bau­be­ginn für eine Tras­se, die eigent­lich ver­al­tet, schon jetzt die geplan­ten Kos­ten gesprengt hat. Die Kos­ten haben sich jetzt schon seit Pla­nungs­be­ginn min­des­tens ver­dop­pelt, wei­te­re Stei­ge­run­gen sind abseh­bar. Denn Über­tra­gungs­netz­be­trei­ber Trans­netBW hat nun zuge­ge­ben, dass allein für den süd­li­chen Teil des Süd­link Inves­ti­ti­ons­kos­ten in Höhe von acht Mil­li­ar­den Euro anfal­len. Über­tra­gungs­netz­be­trei­ber Ten­net dage­gen scheint an der Behaup­tung fest­hal­ten zu wol­len, die Kos­ten wür­den sich ins­ge­samt auf ledig­lich 10 Mil­li­ar­den Euro belau­fen, was unrea­lis­tisch und unglaub­wür­dig ist. Wir alle wun­dern uns nicht, dass die Bun­des­re­gie­rung ihr Ver­spre­chen bereits gebro­chen hat: Das Ziel war, die Strom­prei­se für alle Strom­kun­den zu sen­ken. Hier muss­te die Bun­des­re­gie­rung bereits zuge­ben, dass sie die­ses Ziel nicht ein­hal­ten kann. Die Ener­gie­ar­mut wächst, aber güns­ti­ger wird der Strom nur für die Indus­trie. Nicht für die­je­ni­gen, die es bit­ter nötig hät­ten. 

Wie die­se Lei­tung vor effek­ti­ven Sabo­ta­ge­ak­ten gesi­chert wer­den soll, bleibt offen. An den Vor­komm­nis­sen in der Ost­see ist erkenn­bar, dass Angrif­fe auf die kri­ti­sche Infra­struk­tur längst statt­fin­den und lei­der auch mit Erfolg durch­ge­führt wer­den. 

In der Pres­se ist seit Jah­ren die Rede vom Wind­strom aus dem Nor­den, der in den Süden nach Bay­ern trans­por­tiert wer­den müss­te. Hat der Nor­den wirk­lich so viel über­schüs­si­gen Strom? Die Koh­le­kraft­wer­ke wer­den abge­schal­tet und der Off­shore-Aus­bau der Wind­kraft sta­gniert. Die Off­shore-Wind­kraft-Eupho­rie ist ver­pufft, Inves­to­ren zie­hen sich zurück. 

Wir sind über­zeugt, dass die bereits vor­han­de­nen Über­tra­gungs­net­ze aus­rei­chend sind. 

Die Bür­ger­initia­ti­ven Was­ser­lo­sen und Berg­rhein­feld, die auch dem Akti­ons­bünd­nis Tras­sen­geg­ner ange­hö­ren, hat­ten des­halb beim sym­bo­li­schen Spa­ten­stich für den Süd­link zum Pro­test auf­ge­ru­fen. Die Kri­tik an die­sem über­di­men­sio­nier­ten Netz­aus­bau und die For­de­rung für eine Ener­gie­wen­de mit einem dezen­tra­le­ren Sys­tem haben wir laut­stark und deut­lich geäu­ßert. Unse­re For­de­run­gen nach einer Über­prü­fung alter Tras­sen­pro­jek­te hal­ten wir für rea­lis­tisch und drin­gend not­wen­dig. Bun­des­netz­agen­tur und Poli­tik sind hier gefor­dert und kön­nen sich nicht län­ger taub stel­len. 

Die Poli­tik ist anschei­nend nicht bereit, sich den Argu­men­ten ihrer Bür­ge­rin­nen und Bür­ger zu stel­len. Denn am Ende der Ver­an­stal­tung ver­lie­ßen Minis­ter­prä­si­dent Söder, Bun­des­wirt­schafts­mi­nis­te­rin Rei­che und For­schungs­mi­nis­te­rin Bär in ihren Limou­si­nen das Gelän­de über eine abge­le­ge­ne Aus­fahrt. Sie hat­ten nicht den Mut, direkt an den Demons­trie­ren­den vor­bei zu fah­ren oder mit ihnen ins Gespräch zu kom­men. Bür­ger­nä­he ist das nicht. Wir hät­ten sie ger­ne gefragt, wann die Strom­prei­se für alle Bür­ge­rin­nen und Bür­ger güns­ti­ger wer­den, nicht nur für ein paar weni­ge Nutz­nie­ßer der Indus­trie. 

Welch eine Bla­ma­ge für die hohe Poli­tik. Ein Minis­ter­prä­si­dent der sich vor sei­nen Bür­ge­rin­nen und Bür­gern davon­stiehlt. So gewin­nen unse­re Poli­ti­ker kein Ver­trau­en und kei­ne Akzep­tanz. 

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