BN-Ortsgruppe Feucht läd BI ein

Herr Ralph Kubala von der Bürgerinitiative Raumwiderstand Altdorf/Burgthann informierte auf Einladung der BN-Ortsgruppe Feucht im Cafe Bernstein  über das Thema

„Stromautobahn“

Der Bau von Gleichstromtrassen mit Höchstspannungsleitungen wird als essentieller Teil der deutschen Energiewende propagiert. Mit den Leitungen, so wird immer wieder behauptet, soll nach Abschaltung aller Atomkraftwerke in Süddeutschland  der Strombedarf in Bayern mit Strom aus den norddeutschen Windkraftanlagen gedeckt werden. Herr Kubala, ein Mitglied der BI Raumwiderstand Altdorf/Burgthann widerlegte derartige Behauptungen  mit seiner exzellent fundierten Recherche .

So wird die durch Bayern geplante Süd-Ost-Stromtrasse  nicht nur  ökologisch verträglich produzierten Strom aus Windkraftanlagen transportieren, sondern  vor allem den Braunkohleabbau in Sachsen-Anhalt stützen. Durch die „Verstromung“ der Braunkohle werden die Klimaziele Deutschlands zur Reduktion der CO2-Emmissionen in weite Ferne rücken, der Klimawandel wird beschleunigt. Sogar die Einspeisung von russischem Atomstrom via Ostseekabel in diese  Stromtrasse ist  bereits in Planung, nutzbare Einspeisepunkte in Lubmin bereits vorhanden.

Namhafte Experten, wie Frau Prof. Dr. Claudia Kemfert  vom Deutschen Institut für Wirtschaftforschung, versichern:  Die Stromversorgung in Deutschland könnte auch anders sichergestellt werden. Nämlich dezentral, über eine intelligente Vernetzung von Photovoltaik, Biomasse, Biogas, Windenergie, Kraft-Wärme-Kopplung in Kleinkraftwerken und Speicheranlagen.

Dies ist allerdings nicht im Interesse der Stromkonzerne und der Netzübertragungsbetreiber. Diese sind interessiert am Profit. Schon jetzt  ist Deutschland der größte Strom-Exporteur Europas und dieses Geschäft soll gemäß dem zweien Entwurf des Netzentwicklungsplans 2014 noch deutlich ausgeweitet werden. Mit den geplanten HGP-Leitungen ist Stromexport und –transit  europaweit möglich. Und auch der Bau der Stromtrassen ist für die Investoren ein lukratives Geschäft mit einer garantierten Rendite von 9,05 %, die schlussendlich der Bürger durch Umlage auf den Strompreis bezahlen wird.

Die geplanten Strommasten werden  auch mehr als doppelt so hoch als  bisher übliche Überlandleitungen. Zwangsenteignungen sind im Eilverfahren möglich. Ganze Landschaften, Naherholungsgebiete und traditionelle Ausflugsziele des Tourismus sind in Gefahr. Über gesundheitsschädliche Auswirkungen der HGÜ-Übertragungstechnik mit Gleichstrom in Höchstspannung liegen den Bundesbehörden keinerlei belastbare Studien vor.
Der Trassenverlauf richtet sich nach dem überregionalen „Raumwiderstand“.

Herr Kubala zog  schließlich ernüchtert Bilanz: Die Stromautobahnen sind von den großen in Deutschland tätigen Stromversorgern und ihren Tochterunternehmen gewollt. Die Höchststromtrassen sind für eine Energiewende hin zu erneuerbaren Energien nicht notwendig. Die eingereichten 26.000 Einwände gegen den Netzentwicklungsplan wurden mehr oder weniger ignoriert, die Landes- und Bundespolitik wird von den Lobbyisten hofiert und einseitig informiert.  Die gesundheitliche Unbedenklichkeit darf bezweifelt werden, die Landschaftszerstörung, Enteignung und die enormen Baukosten, die alle Verbraucher mittels Umlageverfahren bezahlen werden, hingegen sind gesichert. Alles in allem wird die Bürgerdemokratie von den Strommonopolisten und der Politik karikiert.

Die Anwesenden wurden schließlich aufgefordert, sich dem breiten Aktionsbündnis der  Trassengegner mit  trassenweit  über 60 Bürgerinitiativen  anzuschließen und zu unterstützen. Im Februar wird die Konsultation der Bundesnetzagentur zur Stromtrasse erwartet. Hier ist dann der letztmögliche Zeitpunkt seine Willensbekundung öffentlich wirksam gegen die Stromtrasse kund zu tun.

 

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