Die geplanten Monstertrassen führen zum Stromkostenbetrug an den bayerischen Verbrauchern!

von BI Leinburg <bi-leinburg@stromautobahn.de>

Auf der einen Seite wird die Begrenzung der sinnvollen Solarförderungen mit dem Schutz der Kunden vor zu hohen Stromkosten begründet, auf der anderen Seite treiben die vier großen Stromerzeuger und die Übertragungsnetzbetreiber mit ständig steigenden Stromexporten genau diese Preise in die Höhe.

Was uns bisher verschwiegen wurde:
Die Stromkunden zahlen die Stromverluste in ihrer Regelzone. Unsere Region gehört zur TenneT-Regelzone, die von der Nordsee bis zu den Alpen geht. Wenn beispielsweise Vattenfall aus dem 1,73 GW leistungsstarken Hamburger Kohlekraftwerk Moorburg Strom nach Italien verkauft, entstehen ca. 10% Leistungsverluste.

Rechenbeispiel:
Vattenfall verkauft 200 GWh nach Italien.
Selbstkosten 3 Cent/KWh, Verkauf 3,5 Cent, ergibt einen Gewinn von 1 Mio. €.
Damit aber Vattenfall dieses Geschäft machen kann, entstehen auf dieser Strecke Leitungsverluste von ca. 20 GWh. Bei 3 Cent/KWh sind das ca. 600 000.-€.
Über das im Strompreis enthaltene Netzentgelt zahlen diese Verluste dann die Privatkunden, sowie kleine und mittlere Gewerbetreibende. Der Stromhandel selbst wird an diesen Kosten nicht beteiligt und auch die Großindustrie wird nur sehr gering damit belastet.

Wie lautet die aktuelle Begründung für den Bau der riesigen Gleichstromtrassen? Der innereuropäische Stromhandel soll ausgebaut werden.

Auf Nachfrage wurde diese Vorgehensweise jetzt offiziell vom Bürgerdialog Stromnetz mit folgender Antwort bestätigt:
Ja, der Stromkunde zahlt für die technisch bedingten Leitungsverluste, da diese als ‚Netzkosten‘ einen Teil der Stromkosten ausmachen.
http://www.buergerdialog-stromnetz.de/dialog/frage-stellen/also-zahlt-stromkunde-nun-leitungsverluste-oder-nicht-dieses-mal-einfache-ja

Auf die Zusatzfrage, wie diese Netzkosten berechnet werden, kommt ebenfalls vom Bürgerdialog Stromnetz die lapidare Antwort:
„Da sich die Zusammensetzung des Netzentgeltes bei den einzelnen Netzbetreibern sehr voneinander unterscheidet, gibt es die von Ihnen gewünschte pauschale Darstellung nach unserer Kenntnis leider nicht. Für eine weitere Beschäftigung mit dem Thema Netzentgelte empfehlen wir die Seite der Bundesnetzagentur.“
Leider bringen auch die Seiten der BNetzA keine Transparenz. Das Netzentgelt, als nicht unerheblicher Bestandteil des Strompreises, bleibt ein schwarzes Loch.
http://www.buergerdialog-stromnetz.de/dialog/frage-stellen/gibt-es-quelle-aus-zusammensetzung-des-netzentgelts-transparent-umfassend

Mit dem überdimensionierten Trassenbau werden die Strommonopolisten und die stromintensiven Betriebe von uns allen subventioniert. Die Netzkosten sind schon jetzt höher als die EEG Umlage und sie werden bei dieser Praxis weiter stark steigen.

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