Allein der Ausbau des überregionalen Stromnetzes soll bis 2045 über 360 Milliarden Euro kosten. Bundesregierung und EU-Kommission wollen die Kosten weiterhin nicht den Verursachern, sondern der Allgemeinheit aufbürden. Eine Analyse von Ralf Hutter.
360+ Milliarden Euro für neue Stromleitungen – aber wer profitiert wirklich?
Der aktuelle Netzentwicklungsplan zeigt: Die Kosten für den Netzausbau werden weiterhin über Netzentgelte auf alle Stromverbraucher umgelegt, während Netzbetreiber gesetzlich garantierte Renditen erhalten. Gleichzeitig wächst die Kritik am europäischen Strommarktmodell und an fehlenden regionalen Flexibilitäten. Was bedeutet das für Energiewende, Strompreise und den Ausbau der Erneuerbaren?
Im Magazin “neue energie” analysiert Ralf Hutter sehr fundiert die Hintergründe der Planung großer Leitungen und berichtet, warum sie zum Instrument der Energiewende erklärt wurden, obwohl sie diese eindeutig konterkarieren und deren erklärtes Ziel der europäische Stromhandel ist.
“Flexibilität muss man vor Ort organisieren”
Auch hier wird wieder einmal bestätigt: Die Energiewende ist dezentral, regional und braucht Speicher.
Hier einen Ausschnitt aus dem Artikel:
„Der gesetzliche Auftrag an die Übertragungsnetzbetreiber besteht darin, das Übertragungsnetz so auszubauen, dass ein weiträumiger Transport von Strom aus erneuerbaren Energien möglich wird. Ohne den weiteren Ausbau des Übertragungsnetzes könnte die Energiewende nicht weiter vorangetrieben werden.“ [Aussage Pressestelle der vier Netzbetreiber].
Die gegenteilige Meinung vertrat im Juni Klaus Mindrup, der von 2013 bis 2021 für die SPD im Bundestag saß, zuvor langjähriges Mitglied im Bundesverband Windenergie war und heute unter anderem im Fachbeirat vom Bündnis Bürgerenergie aktiv ist. Zum Ausbau des überregionalen Stromnetzes sagte er in einem Interview mit dem Sender N‑TV: „Netzausbau ist sinnvoll, aber man kann kein Stromnetz bauen, das auf die Einspeisung von Erneuerbaren ausgelegt ist. Das geht nicht. Nie. Flexibilität muss man vor Ort organisieren, dann kann das Netz auf die Abnahme ausgelegt werden. Sonst wird es unbezahlbar.“
Mindrup sprach sich in dem Interview außerdem für „ein zelluläres System“ aus dezentralen, relativ eigenständigen regionalen Netzen aus und hob die große Bedeutung von Stromspeichern hervor, die von den diversen Bundesregierungen schon immer missachtet worden seien.”
Hier der Link zum gesamten Beitrag im Magazin “neue energie”, Ausgabe 02/2026:
Milliarden für Leitungen – Wem nützt der Netzentwicklungsplan?
Massive Umweltschäden am SuedLink
Noch eingehender beleuchtet Ralf Hutter in dem im Februar in der Tageszeitung “junge Welt” erschienenen Artikel die Interessen der Netzbetreiber, die immensen Kosten des geplanten Netzausbaus, alternative Marktmodelle sowie die durch den Bau solcher Leitungen verursachten, massiven Umweltschäden, anhand aktueller Beispiele am SuedLink in Baden-Württemberg, der längsten der geplanten Hochspannungsleitungen. Darin kommt auch das Aktionsbündnis zu Wort und wird die Kritik der Bürgerinitiativen vor Ort deutlich, die diese Schäden dokumentieren.
Hier der Link zum Artikel in der Tageszeitung “junge Welt”, Ausgabe vom 25.02.2026:
Energiepolitik: Alles für den Markt
Die klare Botschaft aus dem Beitrag von Ralph Hutter deckt sich mit den Erkenntnissen, die das Aktionsbündnis Trassengegner längst propagiert: Die Netzausbauplanungen sind überdimensioniert und dienen nicht der Energiewende. Der angebliche Ausbaubedarf ist der Erweiterung des europäischen, fossil-atomaren Stromhandels geschuldet.