Pro­tes­te gegen die Juralei­tung gehen weiter

Das Akti­ons­bünd­nis Tras­sen­geg­ner und die in ihm orga­ni­sier­ten Bür­ger­initia­ti­ven ent­lang der Juralei­tung sehen sich gut auf­ge­stellt für wei­te­re Pro­tes­te und Maß­nah­men gegen die Juralei­tung im kom­men­den Herbst. Am 26. Juli 2022 fand anläss­lich eines Info­mark­tes der Fir­ma Ten­net eine Mahn­wa­che statt, mit der die Tras­sen­geg­ner ihrer grund­sätz­li­chen Ableh­nung gegen das Pro­jekt Nach­druck verliehen.

Info­ver­an­stal­tun­gen fin­den nicht an Brenn­punk­ten statt –
Laut­star­ker Pro­test in Schwarzenbruck

Die Betrof­fen­heit der Men­schen ent­lang des Juralei­tungs-Neu­baus ist immens, und vie­le Land­wir­te fürch­ten, die Grund­la­ge für ihre Exis­tenz zu ver­lie­ren. Beson­ders zynisch erscheint es des­halb, dass Ten­net mit kei­nem der Info­ver­an­stal­tun­gen oder Info­märk­te direkt vor Ort an die Brenn­punk­te des Gesche­hens gegan­gen ist, obwohl der Alt­dor­fer Bür­ger­meis­ter Mar­tin Tabor dies im Vor­feld vom Über­tra­gungs­netz­be­trei­ber expli­zit gefor­dert hatte.
“Wenn die Fir­ma Ten­net nicht zu uns kommt, kom­men wir eben zu ihr”, war des­halb auch das Mot­to der Mahn­wa­che vor dem Info­markt in Schwar­zen­bruck, bei der rund 50 Teil­neh­mer am 26. Juli 2022 ein kla­res Zei­chen gegen die Juralei­tung setz­ten. Auch Bür­ger­meis­ter Tabor und Alt­dor­fer Stadt­rä­te waren zur Unter­stüt­zung vor Ort.

Ten­net ver­sucht es mit dem Pfei­fen im Walde

Dass ein Ten­net-Spre­cher jetzt in einem öffent­li­chen Pres­se­state­ment das Resü­mee zieht, es hät­te bei den Ver­an­stal­tun­gen zur Juralei­tung in den letz­ten zwei Wochen “kei­ne laut­star­ken Pro­tes­te” gege­ben, ist eine bemer­kens­wer­te Ver­dre­hung der tat­säch­li­chen Ereig­nis­se. “Dass das laut­star­ke Pfeif­kon­zert und die Reden vor dem Info-Markt in Schwar­zen­bruck von den Mit­ar­bei­tern der Fir­ma Ten­net über­hört wer­den konn­ten, ist aus­zu­schlie­ßen”, stellt Akti­ons­bünd­nis-Spre­che­rin Dör­te Hamann fest. “Auch in den Ver­an­stal­tun­gen mit der Fir­ma Ten­net, die nur für eini­ge BI-Ver­tre­ter ver­an­stal­tet wur­den, ging es teil­wei­se emo­tio­nal hoch her”, ergänzt Hamann. “Pres­se­spre­cher Lie­ber­knecht ver­sucht sich mit dem Pfei­fen im Wal­de. Der Druck auf die Fir­ma Ten­net ist enorm. Die Pro­tes­te vor Ort sind aber nicht weg­zu­dis­ku­tie­ren, son­dern fin­den statt”.

Gera­de auch im ers­ten Halb­jahr 2022 war das Akti­ons­bünd­nis Tras­sen­geg­ner aktiv, um mit Demons­tra­tio­nen und Mahn­wa­chen  gegen den Bau der Juralei­tung kla­re Zei­chen zu set­zen (sie­he Demo auf der Dörl­ba­cher Au am 23.05.22 mit rund 400 Teil­neh­mern und regel­mä­ßi­ge Mahn­wa­chen in Luders­heim bei Alt­dorf). Dabei wur­de es sei­tens der Kom­mu­nal­po­li­tik unterstützt.

Akti­ons­bünd­nis sieht Effek­te durch Betretungsverbote

Ein beson­ders effek­ti­ves juris­ti­sches Mit­tel sind Betre­tungs­ver­bo­te ent­lang der geplan­ten Tras­se, zu dem Online-Info­aben­de am 20. Janu­ar und 3. Febru­ar 2022 ver­an­stal­tet wur­den. Mit Betre­tungs­ver­bo­ten konn­ten vie­le Grund­stücks­ei­gen­tü­mer Ten­net davon abhal­ten, Unter­su­chun­gen vor Ort durch­zu­füh­ren. Dadurch ver­zö­gern sich die Pla­nun­gen der Juralei­tung und des Umspann­wer­kes in Luders­heim wei­ter­hin. Das Ergeb­nis des Raum­ord­nungs­ver­fah­rens stimmt die Tras­sen­geg­ner in man­cher Hin­sicht sogar posi­tiv, denn die Fir­ma Ten­net wird mit einer Viel­zahl von Auf­la­gen belegt, die eine Rea­li­sie­rung des Pro­jek­tes mas­siv beein­träch­ti­gen und in der Fol­ge zu einer Ver­schie­bung der Tras­se füh­ren könn­ten. Das Ende des Raum­ord­nungs­ver­fah­rens bedeu­tet nicht, dass die Juralei­tung damit geneh­migt ist. Die Bür­ger­initia­ti­ven blei­ben bei ihrer For­de­rung: “Kei­ne Tras­se, nirgends!”. 

Stei­gen­de Strom­kos­ten und dro­hen­de Strom­lü­cke in der EU müs­sen zu Umden­ken beim Netz­aus­bau führen

Das Akti­ons­bünd­nis Tras­sen­geg­ner sieht sich durch die Ener­gie­kri­se in der For­de­rung bestä­tigt, dass eine Abhän­gig­keit von Strom aus dem Aus­land und der teu­re Trans­port über wei­te Stre­cken nicht die Lösung für eine siche­re und nach­hal­ti­ge Ener­gie­ver­sor­gung sein kann. Es for­dert für die Auf­recht­erhal­tung der Ver­sor­gungs­si­cher­heit einen beschleu­nig­ten Aus­bau von Erneu­er­ba­ren Ener­gien und Spei­chern vor Ort. Ganz beson­ders wich­tig ist dabei der Aus­bau der Ver­teil­net­ze, den das Akti­ons­bünd­nis aus­drück­lich befürwortet.

Bei Rück­fra­gen:
Dör­te Hamann
Spre­che­rin Akti­ons­bünd­nis Trassengegner
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