Wie sich Grund­stücks­ei­gen­tü­mer gegen Ten­net und Co. weh­ren können

Online-Ver­an­stal­tung von Tras­sen­kri­ti­kern infor­miert über Mög­lich­kei­ten des Wider­stands gegen Voruntersuchungen

Mit zwei Online-Info­aben­den am 20. Janu­ar und 3. Febru­ar 2022 infor­mier­te das bun­des­wei­te Akti­ons­bünd­nis Tras­sen­geg­ner gemein­sam mit der Stadt Alt­dorf, dem Bünd­nis für Atom­aus­stieg und Erneu­er­ba­re Ener­gien (BüfA) und dem BUND Natur­schutz über das The­ma Vor­un­ter­su­chun­gen und Umwelt­aus­wir­kun­gen beim Strom­tras­sen-Bau. Als Exper­te war Rechts­an­walt Wolf­gang Bau­mann ein­ge­la­den, der die Stadt Alt­dorf und wei­te­re vom Netz­aus­bau betrof­fe­ne Kom­mu­nen auch in recht­li­chen Fra­gen vertritt.

Auf den Info­blät­tern von Rechts­an­walt Wolf­gang Bau­mann kann nach­ge­le­sen wer­den, wie man bei dro­hen­den Grund­stücks­be­tre­tun­gen durch Ten­net und Co. vor­ge­hen kann:

Info­blatt 1 zu:
Umfang von Vor­ar­bei­ten (“geringst­mög­li­cher Ein­griff”), Betre­tungs­ver­bot und ande­re Mög­lich­kei­ten der Gegen­wehr,
Dul­dungs­an­ord­nung, Ent­schä­di­gung für Schä­den durch Vorarbeiten
Info­blatt 1 zur Ver­an­stal­tung am 20.01.2022

Info­blatt 2 zu:
Mög­li­chen Angriffs­punk­ten gegen­über dem Vor­ha­bens­trä­ger, Wider­spruch, Beweis­si­che­rung, Stel­lung­nah­men, Rechts­be­helf gegen Dul­dungs­an­ord­nung, Ein­hal­tung von Auf­la­gen, Kosten
Info­blatt 2 zur Ver­an­stal­tung am 03.02.2022

Der Titel der ers­ten Ver­an­stal­tung war Pro­gramm: “Zutritt für Ten­net, Ampri­on und Co. zulas­sen? Für unnö­ti­ge Tras­sen braucht es kei­ne Boden­un­ter­su­chun­gen”.
Gegen Vor­ar­bei­ten für den Lei­tungs­aus­bau kön­nen sich betrof­fe­ne Grund­stücks­ei­gen­tü­mer zur Wehr set­zen: Die­se Aus­sa­ge stand im Mit­tel­punkt des Info­abends, den Dör­te Hamann, Spre­che­rin für das Akti­ons­bünd­nis der Tras­sen­geg­ner, mode­rier­te. Wann und war­um Wider­stand wich­tig sei, was er nüt­zen kön­ne und war­um der geplan­te Über­tra­gungs­netz­aus­bau der Ener­gie­wen­de, dem Kli­ma­schutz und Mensch und Umwelt scha­de, erklär­ten die ein­ge­la­de­nen Experten.
Mit rund 400 teil­neh­men­den Per­so­nen traf die Online-Ver­an­stal­tung auf sehr gro­ßes Inter­es­se. Der geplan­te Neu­bau der Juralei­tung ist gera­de auch im Land­kreis Nürn­ber­ger Land ein wich­ti­ges The­ma, das aktu­ell mit dem Betre­tungs­ver­bot durch die Stadt Alt­dorf an Bri­sanz gewon­nen hat.

Da sich die Ver­an­stal­ter nicht nur an Grund­be­sit­zer und Päch­ter ent­lang der geplan­ten Tras­sen wen­den woll­ten, son­dern auch an all die­je­ni­gen, die sich für das The­ma Strom­netz­aus­bau und dezen­tra­le Ener­gie­wen­de inter­es­sie­ren, wur­de auch die Sinn­haf­tig­keit der geplan­ten neu­en Lei­tun­gen the­ma­ti­siert. Wer­ner Neu­mann, Spre­cher des Arbeits­krei­ses Ener­gie im wis­sen­schaft­li­chen Bei­rat des Bunds für Umwelt und Natur­schutz Deutsch­land (BUND), gab mit sei­nem Impuls­vor­trag einen Über­blick über die Posi­ti­on des Umwelt­ver­ban­des. “Anstatt Atom- und Koh­le­strom Hun­der­te von Kilo­me­tern quer durch das Land zu lei­ten, wäre es sinn­vol­ler, Ener­gie da zu erzeu­gen, wo sie gebraucht wird”, stell­te er fest. Für Ener­gie­wen­de und Kli­ma­schutz hät­ten die geplan­ten Lei­tun­gen kei­nen Nutzen.

Der Bür­ger­meis­ter der Stadt Alt­dorf, Mar­tin Tabor, schil­der­te die für die Betrof­fe­nen belas­ten­de Situa­ti­on in Luders­heim. Er beton­te, dass die Pla­nun­gen und die Kom­mu­ni­ka­ti­on der Fir­ma Ten­net, die ver­ant­wort­lich ist für das Pro­jekt Juralei­tung, völ­lig unzu­rei­chend und inak­zep­ta­bel sei. Des­halb habe man sich als Kom­mu­ne dazu ent­schie­den, ein Betre­tungs­ver­bot für die Grund­stü­cke der Stadt aus­zu­spre­chen, um damit ein Zei­chen zu setzen.

Als erschre­ckend emp­fan­den vie­le Teil­neh­men­de die Film­bei­trä­ge, in denen gezeigt wur­de, dass die Über­tra­gungs­netz­be­trei­ber schon bei den Vor­un­ter­su­chun­gen häu­fig kei­ner­lei Rück­sicht auf Grund- und Trink­was­ser, das Boden­le­ben oder das Eigen­tum der Grund­stücks­be­sit­zer nehmen.

Auf gro­ßes Inter­es­se stieß der Vor­trag des Würz­bur­ger Rechts­an­walts Wolf­gang Bau­mann, der im Mit­tel­punkt der Ver­an­stal­tung stand. Er erläu­ter­te, wie man recht­lich gegen die Netz­be­trei­ber vor­ge­hen kön­ne. Denn es sei kei­nes­falls so, dass Grund­stücks­ei­gen­tü­mer alles klag­los ertra­gen müss­ten, was sei­tens der Pla­ner von ihnen ver­langt wer­de. Eigen­tü­mer und Nut­zungs­be­rech­tig­te kön­nen sich gegen Vor­ar­bei­ten zur Wehr set­zen. Dies ist nach dem Gesetz auch ohne Begrün­dung mög­lich. Wor­auf man dabei ach­ten müs­se, wur­de aus­führ­lich erklärt. Dazu gibt es ein Infor­ma­ti­ons­blatt zum Download.

Da es auf­grund der hohen Anzahl der Teil­neh­men­den nicht mög­lich war, alle Fra­gen zu beant­wor­ten, wur­de von Beginn an mit einer wei­te­ren Online-Ver­an­stal­tung geplant. Die­ses Dis­kus­si­ons­fo­rum fand am Don­ners­tag, den 03. Febru­ar 2022 statt. Auch hier wur­de erneut deut­lich: Es gibt vie­le offe­ne Fra­gen, und mit dem Tras­sen­bau kom­men zahl­rei­che unge­lös­te Pro­ble­me auf die Regio­nen zu.

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